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willigkeit

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

willigkeit f.

Bd. 30, Sp. 184
willigkeit, f. , 'guter wille, entgegenkommen'; mhd. willecheit, mnd. willicheit Schiller - Lübben 5, 720b; Luther, der das wort zwar selbst gebraucht, miszbilligt es, vgl. Kluge von Luther bis Lessing 4 47; gegenüber den sinnverwandten worten fleisz, folgsamkeit, gehorsam finden sich folgende abgrenzungen: der fleisz bestehet in der fertigkeit, alles, was man weisz, dasz man es thun musz, ungeheiszen und zu rechter zeit zu thun; hingegen die willigkeit ist eine fertigkeit, ohne verzug und wiederwillen zu thun, was man geheiszen wird Chr. Wolff vern. ged. v. d. gesellschaftl. leben 120; willigkeit bezeigt man den wünschen, folgsamkeit dem rathe, gehorsam den befehlen andrer Delbrück dt. sinnverw. wörter (1796) 53. 11) als voller begriff, ohne erläuternde bestimmung: der buchstab ... tödtet, aber der geist (das ist der innerlich verstand und haltung der bot und gsetz im geist gottis, das ist in der gnaden und willigkeit) das selbig gibt dem menschen das leben Luther 15, 124, 20 Weim.; als nun war ausgebrochen weit deren von Straszburg willigkeit .., da sind von hoch und nider stand erschinen vil aus statt und land Fischart glückh. schiff v. Zürich 5 v. 92 neudr.; die hauptleut sahen des volks begir und willigkeit Xylander Polybius 24; wann wer umbzeucht in dem ellend, dem thut wol in der fremd allzeit, wird im beweist gut willigkeit Sachs 12, 352, 24 Keller; ich ... tadel ... ihr gar zu grosze willigkeit (beim trinken) Guarinonius greuel der verwüstung 778; es müssen die feldprediger in ihrem amte einen jeden ohne geiz und eigennutz, und ohne ansehn der beschwerlichkeit des ortes und der zeit mit aller willigkeit dienen Fleming d. vollk. teutsche soldat 177 § 3; unsere tugend wird sklavendienst und nicht eine willigkeit der seele sein Gellert werke 6, 129; zu der zeit konnte er (der glauben) ... nichts ... bedeuten, als eine ... willigkeit des herzens allg. deutsche bibliothek 2II, 189; sie (die Lais unsrer stadt) war so alt doch nicht, und reizte manchen noch durch willigkeit und scherz in ihr gemächlich joch Lessing 1, 29; doch ach! was hilft dem menschengeist verstand, dem herzen güte, willigkeit der hand, wenn's fieberhaft durchaus im staate wüthet, und übel sich in übeln überbrütet Göthe 15, 10 Weim.; ein lutherischer pfarrer hat gewöhnlich 40, höchstens 80 bis 100 gulden von der willigkeit seiner gemeine Bahrdt gesch. s. lebens 2, 254; ich bewies ... meine freudige willigkeit Jean Paul 42/43, 47; wir rechnen selbst im kampfe mit der natur auf ihre willigkeit Hölderlin 2, 12; die geduld und willigkeit, die ihm für eigene arbeiten fehlte, fand er für fremde Justi Winckelmann 2I, 130; mit willigkeit, unverdrossenheit und pünktlichkeit kommt der soldat jeder forderung seines dienstlichen berufs nach Wilhelm I. militär. schriften 1, 274; im briefschlusz: meine euszerst geflissene dienst in bereitester willigkeit zuvor W. Spangenberg anm. weisheit lustgarten, in der widmung; im sprichwort: willigkeit macht gunst (obsequio dulces quoniam retinentur amici) Corvinus fons latinitatis 772. in älterer zeit auch im plur., wie willfährigkeit, im sinne von 'wohlthaten, gefälligkeiten': die grosze verdiensten und willigkeiten des seraphischen Francisci A. a st. Clara Judas 4, 361. 22) als nicht ganz voller begriff mit einer erläuternden bestimmung (zu etwas), im sinn von 'bereitwilligkeit': willigkeit zu pflanzung nachbarlicher freundschaft Fischart glückh. schiff 5 v. 93 neudr.; und da er von seiner tüchtigkeit ein so gutes vorurtheil gefasset hatte, so fiel ihm nur nicht ein, in seine willigkeit zu den groszen absichten, die er mit ihm vorhatte, einigen zweifel zu setzen Wieland Agathon 2, 46; so schwer es nehmlich an sich ist, ... seinen rechten zu entsagen, oder sogar das leben in gefahr zu setzen; so lebhaft wird doch die willigkeit zu diesen aufopferungen, wenn dadurch das wohl eines menschen bezweckt wird Delbrück sinnverw. wörter 152; sie (die Franzosen) haben .. ihre willigkeit zu abtretungen und leistungen bezeugt Görres schrift. 3, 208; wann willigkeit im leisten und billigkeit im heiszen nur recht zusammenhalten, wer will disz band zerreiszen? Logau 611 n. 9 lit. ver.; ich darf hiebei nicht verschweigen, dasz selbst die stimmung und willigkeit der deutschen regierungen für so groszen zweck .. nicht die feurigste war E. M. Arndt schriften f. u. an s. l. Deutschen 3, 170; doch vgl. auch: die willigkeit, mit der er (hund) aus der hand des gestorbenen das brot nahm, war ein zeichen, dasz er ihn noch vor seinen herrn und freund erkannte Herder 24, 527; besonders mit dem infinitiv mit zu: sihe, ein solch frei, naturliche willickeit soll auch in uns sein, das gutt zu thun und das bosze zu lassen Luther 10I, 1, 361 Weim.; gott lasse deine pfingstarbeit gesegnet sein, und gebe dir kräfte, und willigkeit, solche zu brauchen Hamann 3, 24; an meiner aufrichtigen willigkeit zu sagen, was ich darüber denke, solls nicht fehlen Herder an Gleim (briefe von und an Herder 1, 95); (Wallenstein) belohnte die willigkeit ihm zu gehorchen auch in kleinigkeiten mit verschwendung Schiller 8, 352; in der willigkeit, auf alle wünsche ihres freundes einzugehen, erinnerte sie (die gefangene mähnenrobbe) .. mehr an einen ... hund, als an eine robbe Brehm thierleben 2, 355.
5298 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Willigkeit

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Die Willigkeit , plur. inusit. der Zustand, da man willig ist, ingleichen die Fertigkeit, etwas willig zu thun oder zu l…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Willigkeit

    Goethe-Wörterbuch

    Willigkeit [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Willigkeitf.

    Mecklenburgisches Wb.

    Willigkeit f. Bereitwilligkeit: väl deden dat ut gaude Willigkeit Ma Gal .

  4. Sprichwörter
    Willigkeit

    Wander (Sprichwörter)

    Willigkeit Willigkeit macht Gunst, Wahrheit gebiert Ungunst.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit willigkeit

14 Bildungen · 0 Erstglied · 12 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von willigkeit 2 Analysen

willig + -keit

willigkeit leitet sich vom Lemma willig ab mit Suffix -keit.

Alternativen: will+-ig+-keit

willigkeit als Zweitglied (12 von 12)

Freywilligkeit

Adelung

freywillig·keit

Die Freywilligkeit , plur. inus. die Eigenschaft, da man eine Sache aus freyem Willen thut, oder da sie aus freyem Willen gethan wird.

G(e)neigtwilligkeit

Idiotikon

G(e)neigtwilligkeit Band 15, Spalte 1315 G(e)neigtwilligkeit 15,1315

gutwilligkeit

DWB

gutwillig·keit

gutwilligkeit , f. , seit mhd. zeit bezeugt, ableitung von gutwillig, vgl. auch mhd. wolwillicheit. 1 1) zu gutwillig 1 selten gebildet im s…

Muthwilligkeit

Adelung

muthwillig·keit

Die Muthwilligkeit , plur. die -en. 1) Der Muthwille, als ein Gemüthszustand oder als eine Fertigkeit betrachtet; ohne Plural. 2) Muthwillig…

mutwilligkeit

DWB

mutwillig·keit

mutwilligkeit , f. mutwilliges wesen: mutwillikeit, protervitas, propria voluntas. voc. inc. theut. o 3 b ; muotwilligkeit, petulantia, prot…

Nǖtwilligkeit

Idiotikon

Nǖtwilligkeit Band 15, Spalte 1315 Nǖtwilligkeit 15,1315

Ableitungen von willigkeit (2 von 2)

gewilligkeit

DWB

gewilligkeit , f. substantivbildung, die nur in auszerdeutschen dialecten beobachtet ist: gewillicheit, vuer, yver. Oudemans 2, 666 ; gewill…

unwilligkeit

DWB

unwilligkeit , f. , mangel an willigkeit ( s. d. ) und dessen gs.; mhd. unwillecheit, mnd. unwillicheit, mnl. onwillicheit, nl. onwilligheid…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „willigkeit". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/willigkeit/dwb?formid=W21609
MLA
Cotta, Marcel. „willigkeit". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/willigkeit/dwb?formid=W21609. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „willigkeit". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/willigkeit/dwb?formid=W21609.
BibTeX
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