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wi(e)derwechsel

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wi(e)derwechsel m.

Bd. 29, Sp. 1381
wi(e)derwechsel, m. , mhd. widerwehsel, m. (als ntr. erkennbar nur bei Heinrich v. Hesler unter 1). mnd. anscheinend nur als fem. wedderwes(se)le gebräuchlich (s. aber die urk. v. j. 1511 unter 2); mehrere zeugnisse hierfürim sinne der im folgenden unter 2 aufgeführten beleges. bei Schiller-Lübben 5, 640; dazu noch: doch weslet die herren ire dinstman wol ane gerichte, of man de wederwesle bewisen unde getügen mach (kurz vor 1270) Sachsenspiegel 46, 9 Eckhardt. unsicher ist daher die konjektur als mask.: vndar uueseles l. vuidaruueseles (unter 1), mit der überdies das wort ins and. hinaufdatiert wird, während doch sichere zeugnisse erst im mnd. und mhd. beginnen. das mnl. kennt das wort nicht; auch spricht das vorkommen von onderwisselen 'onderling wisselen, afwisselen' und onderwisselike 'beurtelings, bij afwisseling' im mnl. (Verwijs-Verdam 5, 471) nicht für Steinmeyers konjektur. 11) 'gleiche vergeltung im bösen': omnes enim qui acceperint gladium, i. qui semet ipsos in presenti uice talionis vndar uueseles (l. vuidaruueseles) (9. jh.) ahd. gl. 1, 718, 21 St.-S. (Brüss. Matth. 26, 52); Poydjus der starke manegen fürsten fuorte, der her die hende ruorte, dô si kômen in den strît; des in nu widerwehsel gît Bertram und Gybert Wolfram v. Eschenbach Willehalm 379, 8 Lachmann; swer sich an in vorgizzet, so daz her sie zu tode slet, daz widerwechsel im geschet daz her muz werden irslagen (vor 1312) Heinrich v. Hesler apokalypse 15 698 Helm. 22) überhaupt 'tausch, ausgleich, gegenleistung, entgelt, ersatz' (gern in der fügung etwas zu widerwechsel geben): sundir keines widerwechsils pin ilet mit worten vaste her, ir vindet hie nach herzen ger obirvlozziges trankes vil (1275/76) Brun v. Schonebeck 4170 lit. ver.; sus wart daz gotliche cleit zu widerwechsle gegeben dem tuvel vors vleischliche leben (vor 1312) Heinrich v. Hesler apokalypse 8835 Helm; so wil er sich ... durch verfügung eins widerwechsels oder anders zimlichen abtrags ... mit dir vereinen Riederer spiegel d. waren rhetoric (1493) r 1b. in der älteren urkundensprache: Folcmâr hât gegebin den burgaeren vnde der stât ze widerwehsel den hof (1240) corp. d. altdt. originalurk. 1, 21, 44 Fr. Wilhelm; ego ... notum facio ..., quod quendam mansum meum proprium ... capitulo sancti Blasii in Admvnde iure proprietario pro recompensatione sive widerwehsel pro alio manso ipsorum ... dedi (1261) monum. hist. Carinth. (1898) 2, 94; daz ich die aigenschaft der ägker, die gelegen sint in dem bodem bi der stat ze Ulme ... ze aime rehten widerwehsel der ägker, die da haizent des alten ammannes buo, die min gnêdiger herre, her Dietheln, abbet von der richen owe, hât geben ... mir und allen minen erben, han gegêben an daz gotshûs in der richen owe (1310) ulmisches urkundenb. 1, 304 Pressel; den vvy ... toe rechten vvedderwessel entfangen hebt (urk. v. j. 1511) bei J. Potgiesser de statv servorvm (1736) 932. 33) wiederwechsel, veraltet für rückwechsel A. Schir mer wb. d. kaufmannsspr. (1911) 211 (mit angabe von quellen der jahre 1676 u. 1836). weiterhin s.: 'wiederwechsel heist bey kaufleuten, wenn ein schuldner, der seinen wechselbrieff zur verfallzeit nicht bezahlen kan, seinem creditori einen neuen giebet, und den alten zurücke nimmt. hernach heist auch dieses ein wiederwechsel, gegen- oder rückwechsel, wenn der inhaber eines traszirten wechselbriefes, weil er von dem trassanten denselben nicht acceptiret noch bezahlt bekommen können, sondern protestiren lassen müssen, an dem orte, wo er bezahlet werden soll, geld aufnimmt, und dafür wieder an seinen trassirer einen wechsel ziehet' Hübner cur. u. reales lex. (31717) 1762; vgl. Jacobsson technol. wb. (1781) 4, 646a.
3714 Zeichen · 98 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wiederwêchsel

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Wiederwêchsel , des -s, plur. ut nom. sing. in der Handlung, ein mit Protest zurück gekommener Rückwechsel, wenn er …

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Zerlegung von wiederwechsel 2 Komponenten

wieder+wechsel

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Cotta, M. (2026). „wiederwechsel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wiederwechsel/dwb
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Cotta, Marcel. „wiederwechsel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wiederwechsel/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wiederwechsel". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wiederwechsel/dwb.
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