Eintrag · Rheinisches Wb.
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Weide II das Wort, von dem wit (s. Widde) »Zweig zum Binden« zu trennen ist, ist allg., doch steht Selfk, Klevld Widdsə, Klevld Wilg neben W., wobei sich oft Bedeutungsunterschiede ergeben (s. bes. 1 b); Rhfrk wait, –ęi- [Birkf-Idar -ē-], Pl. -rə; Mosfrk wę·i.t [Bitb im O. węt, sonst wękt; Prüm, Malm -e-], Pl. -də(n) [an der uMos vielfach -rə; in Neuw, SAltk Pl. węirə, węile; Neuw-Kurschd u. Umgebung wę·i.d, Pl. wegə oder wę·i.də]; Rip, schon NDaun, Aden wek, –i-, Pl. -gə, nach Grevbr, SMGladb hineinreichend; [doch s. NLRip wī:]; OBerg wī, wī:, Pl. -ən [Pl. wīnə Wippf-Dohrgaul]; NBerg wīt [Sol -i-; Wermelsk -ē:-], Pl. -dən; Eup, Jül, Aach, Bergh-Bedbg Kirchherten Morken, SNfrk wī: [Dülken we·i.; Erk-Elmpt Pl. wīətən, meist wetsən] Pl. -ə, –jə; Klevld we, Pl. -ə, Ruhr wi; wiə, Pl. -ən f.: 1.a. wie nhd., alle Salix-Arten, bes. für Korb-, Bindw.; doch Sal-, Zalw. Salweide Selfk, Klev; Koppw. Kopfw., gekappte SNfrk; Knottw. dass. Geld-Schravelen; Kropp- u. Stufw. dass. Berg; Ruətw. salix purpurea Kemp; Augustw. von heller Farbe Bitb-NWeis; Rottw. Bruchweide Kref-Willich, Klev; Knack- u. Brekw. dass. Geld-Schravelen; Krupp- u. Sandw. Kriechw. ebd.; Bend-, Mandew. u. Grüngel W. Korbw. ebd.; Trurw. Trauerw. Rip, Allg.; Riss- u. Schess- u. Schmandw. Öhrchenw. Siegld [neben W. Mai für alle Salixarten Siegld-Netphen Freudenbg u. südl; Wären, Wicheln Lorbeerw. Nahe; Palmw. Salix, im Palmwisch zu P.sonntag Selfk]. Der Blütenstand: Kätzchen, Katzenpfötchen, Bollemimchen, Maukätzchen, Mimchen, Mimmiskätzchen, Miezekätzchen, Mis'chen, Mismaunel, Maikätzchen, Onzkatze, Püsskätzchen (u. a.). W.ə (Weidenruten) schneiden, schälen, schleissen-, –broden (bodden) zum Binden drehen, — frissen dass., — beschneiden, — kneipen gespaltene W. von den Blättern befreien u. sie bündeln (s. d. W.); de W.ə gohn stehen im Saft, so dass sich die Rinde leicht ablösen lässt, etwa zum Anfertigen von Weidenflöten Allg. RA.: Ene Sock (Sack) a jen Si (Seite) es ful wie en W. vom Bettler Heinsb. Sorg nich för Hosenbänne, wenn de W.ən sapp sind! Ess-Steele. Wa mer us Wann(en) (Getreideschwingen) (us al Wänn) Körf mät, dann se de W. dür (rar) zur Verspottung dessen, der das Wörtchen »wenn« zu oft in den Mund nimmt Rip, Nfrk. Hängt em Kristdag Eis an de W.ən, da ka mer em Ustere Pälme schnegden (schneiden) Prüm, Mosfrk. Ek höbb kenn Ruh mehr an de W.ən Mörs. Halt dech an de W.ə (am Flussufer) (fas)! suche dich zu retten, lass den Mut nicht sinken, schneide nicht so auf Rip, Allg.; et es emol äner en de Bach gefall, on do es em zugeruft wor: hall dich an liewe Herrgott; do harr er gesat: eich halle mich an de W.ə! Wend-Baltersw. Der Schmedd hängk de Gädder an de W. er hat keine Zeit, für sich selbst zu sorgen Sieg; bim Schm. h. et Döaren an de W. Elbf (s. Widde). He hät den Schlippe (Rockschoss) op de W.ə hangen hat es sehr eilig Wippf-Dohrgaul. Ganz us de W. sen aufgeregt Siegld, Altk. He setz esu allēn wie en Euel en de W. Sieg-Schönenbg. De en de W.ə sitz, hät got Fläute schnigge (schneiden) Köln-Stdt. Dat schleht en gen hoehl W. das Leid sitzt tief MGladb. En de W.ə sin in der Irre Köln. — Im Rätsel. Kromm un strack, bo lafs (läufst) de hen? Geschorene Kopp, bat fräste (fragst du) dono? Meine Kopp es mer net mih geschor, be dir de Buckel zogefror? Bach- u. Kopfweide Koch, Verbr. (mit Var.). Wann danzen de Eərzen (Erbsen) op de W.ən? in der Wanne MülhRh. — Im Kinderld. Hot (Holz) schniə, decke W.ə (van alle W.), Klompe make, dät sall krake, pup en et Lake (klen Kengkche söll ens lache)! hierbei bewegt man die Ärmchen des Kindes nach Art der Brettschneider auf u. ab SNfrk, NLRip, — krake, schiete en de Oəve, Herrgöttsche wonnt do boəve; en dat Bäckersch Hüske, do soət en klein Müske; M., dat pip; Perdsche, dat schiət, dat die Küətelkes floəge, on alles wor geloəge! Kemp-SHubert. Traff, tr., tr., do hengen es ne Graf (Graben), en a der Gr., do steəht en Hus, do kicke drei Mamsellen erus; de spennt Flass en Siə (Seide), de anger schällt en W., de dreide schnit et Haverstrüəh usf. Aach-Stdt. — Im Bastlösespr. Hoppe, H., W.ə; Jude welle reire; soll et glecklich ausgehn on net verbarschte! Bernk (Hunsr); H., H., W.ə, sicks, sacks Seide, Holler in de Grawe, beisse mich de Rawe, b. mich de welle Schwein, Höppchen soll aus sein! Ottw-Merchw. Saft, S., Seire, fohr iwer de Weire, f. i. de Hollerbach, dass mei Peifche luskracht! Kreuzn-Traisen. Happer, H., Weidchen; Pettchen op em Steinchen, Häns'chen left de Berg eraus, wenn e kennt, as P. aus! Trier-Schweich. Were, W., H., ich hon mei Grombieresopp verschutt, ich hätt se gere gess, do hon ech se met dem Dreck gefress! Birkf-Idar (s. weiter bei Happe, Hoppe, Saft). — Volksgl. Eichenunterholz soll man bei Vollmond fällen; Korbw. bei V. schneiden Koch. Man knotet unbesprochen einzelne Ruten des W.strauches, sprechend: W., ich tu dich umwinden und t. den NN. seine 77erlei Gicht in dir verbinden; die soll so lang sein in dir verbunden, bis dem NN. seine 77erlei G. ist verschwunden! Hunsr (veralt.). Die Blätter der W. als Tee gebraucht gegen Gicht; abgekochte W.rinde gegen Darmkatarrh Verbr. — b. Pappel, Populus nigra Verbr. nach Wk. VI 6 (Pappel) Neuw-Herschb Linkenb, Waldbr-OAgger Hespert, Gummb-Osberghsn. Düss-Heerdt, Schleid-Heimb Hergarten, Eusk oft, Rheinb-Queckenbg, Bo-Urfeld Walberberg, Köln-Hürth Stotzh Wesseling, Bergh, Dür, Jül, Aach-Bardenbg Höngen, SNfrk, Geld, Mörs [von Widdse, Wilge »Salix« im SNfrk unterschieden; auch wo W. »Pappel« bedeutet, da dies nur von der älteren Generation gebraucht wird; die jüngere sagt Pappel od. Pappelw., und dann nur die Kanadapappel, auch Wiənbom, Pappelewiənb., Klompewiə (aus deren Holz Holzschuhe verfertigt werden) Erk-Geneiken Rickelr; in Gummb Pappelwīχ im Gegens. zu wī Weide 1a; holländsche W. MGladb; Karlinew. Selfk]. — c. spanische W. Rainweide, Ligustrum uWupp 1870. — d. spans W. Flieder, Syringa Verbr. nach Wk. VI, 1 (Nägelchen) in Sieg-Dattenf Herchen Rossel Windeck; spanste W. Sieg-Eich. — e. welle W. α. Weidenrös'chen, Epilobium angustifolium Wend-Ausw Berschw, Kreuzn-OHausen, Zell-Merl Raversbeuren, Koch-Bertrich, Aden-Borler Nohn, Mörs-Pelden. — β. Knöterich, Polygonum lapathifolium Birkf-Baumholder, Kreuzn, Wittl-Binsf, Bitb-Wolsf, Düss-Serm, Geld-Hinsbeck. — 2.a. us den Wiə der Ort Aach-Weiden. Hopp, h., rijə (reiten); van Kölle no de W.ə, van der W.ə no der Wade (Warden) komme se ze jage, h., h., h.! Jül-Tetz. En de W.ə fällt mer en de Fije (?)! Neckspr. — Wickchen Name für Ahrw-Rolandswerth. — b. Weikes u. Weikesl junge Aale, zu 6-10 Stück an W.ruten gebunden; Drifweikesol die jungen, zum Meere treibenden Aale. — c. Nedderdolldrepe W.ə Neckn. derer von Sieg-NDollend.
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Cotta, M. (2026). „weideii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/weideii/rhwb?formid=W02326
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Cotta, Marcel. „weideii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/weideii/rhwb?formid=W02326. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „weideii". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/weideii/rhwb?formid=W02326.
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