lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

weiberfeind

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
5
Verweise raus
0

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weiberfeind m.

Bd. 28, Sp. 384
weiberfeind, m. gilt als lehnübersetzung von gr. μισογύνης, besteht aber, begrifflich in dem noch älteren menschenfeind (th. 6, 2044) ohnehin schon enthalten, durch fast zwei jahrh. unabhängig von jenem etwa im sinn des mhd. wîptrugenære (s. o. weiberbetrüger): der son gottes ... kennet diese unfleter und weyberfeinde und alle schandmeuler, die das tugentliche weybszgeschlecht lestern Mathesius hochzeitpred. 33, 24 Lösche; ein hurer oder ein ehbrecher, ein kinder- und ein weiberfeind Ayrer 3, 2015 Keller; du stets verfluchtes ungeheuer ... weiberfeind, des teuffels brut Treuer d. Dädalus 1, 833. weiter beleben die gelehrten einige jahrzehnte lang mit hilfe von weiberfeind die gestalt des Atheners Melanion, von dem es nach Aristophanes Lysistrata 785 sprichwörtlich hiesz: Μελανίωνος σωφρονέστερος (Suidas): Dentzler (1716) 345a; Hederich (1729) 2618; Steinbach 1, 425. noch Lessing in seinem jugendlustspiel der misogyn (1748) bringt zwar weiberfeind von vornherein mit dem puritanischen womans hater zusammen: ich sollte ihr sohn seyn, mein herr Wumshäter; ich wollte das geschlecht der weiberfeinde vortrefflich fortpflanzen 2, 9 Lachmann-muncker, wird aber erst durch die kritik, eigene und fremde, darauf aufmerksam, dasz weiberfeind die gegebene fassung des titels gewesen wäre: der verfasser hätte wohl können sagen der weiberfeind. denn ist es nicht abgeschmackt seinen sohn Theophilus zu nennen, wenn man ihn Gottlieb nennen kann? (1755) 7, 26 Lachmann-Muncker; warum das letzte stück einen ... griechischen und also dem gröszten theile der logen und des paterrs (!) unverständlichen titel habe, wissen wir nicht, besonders da weiberfeind eben so kurz und bündig klingen würde allg. d. biblioth. (1770) 11 i 247. seitdem steht die gleichung weiberfeind = misogyn fest: Campe 5, 631; Heinsius 4, 1556; Singer zs. f. d. wortf. 4, 132, auch der classische ursprung der vorstellung (s. o. sp. 357) wird fortan aus der umgebung, in der das wort auftritt, mehrfach deutlich: dadurch erfahren erst die weiber, was für lectionen der heillose weiberfeind (Euripides) ihren männern ... gegeben hat Böttiger kl. schriften 1, 317; Winckelmann galt bei vielen für einen weiberfeind Justi Winckelmann 2, 336. wäre weiberfeind stets nur lehnübersetzung von misogyn gewesen, so hätte nie die abgrenzung von hagestolz schwierigkeiten bereiten können, um die sich Eberhard-Maasz 3 (1827) 279 und Weigand synon. 2 (1843) 10f. bemühen, indem sie betonen, dasz weiberfeind auch von verheiratheten gesagt werden kann, die erst durch die ehe dazu geworden seingen. klärend tritt die bildung ehefeind (misogam) daneben Pierer anat. realwb. 5 (1823) 379; Bauernfeld 4, 6. gern vermengt beide typen die komödie, die von Aristophanes und Lessing her beide stets liebt: der hagestolz oder weiberfeind bleibt allezeit ein brauchbarer charakter für das lustspiel Möser 2, 90; Brandes hagestolze (1771) theater d. Deutschen 14, 233; Iffland die hagestolzen; Bäuerle kom. theater 4, 6; Kotzebue dram. werke 2, 124; Müllner 7, 188; Raupach kom. 3, 103. in roman und novelle ist der weiberfeind seit dem Laertes der lehrjahre (Göthe I 21, 285 Weim.) gleichfalls heimisch: Grillparzer 8, 8; Gutzkow ritter vom geiste 4, 447; G. Keller 1, 296, 5, 156; Fontane I 5, 141. die weiberfeindschaft (s. u.) zweifelt, wie die kritik am weib überhaupt (s. o. sp. 362), an sittlichkeit, verstand und gefühlsleben der frau: weiberfeind, foeminarum illecebris infestus Stieler 462; wer beydes (sinn und charakter) auch von den weibern fodert, ist ein weiberfeind Schleiermacher Athenäum 1 ii 99; weiberfeinde schreyen laut: das schöne geschlecht liebe nie mit ... treuer ergebung Knigge umgang 2, 89; eben von dieser geistigkeit ... kommt es, dasz das weibliche herz sich öfter vor diesen eindrücken verschlieszt, nicht aber von einer gewissen innerlichen kälte, wie jene weiberfeinde behaupten, die da annehmen, die frauen besäszen nur phantasie, aber kein gemüt O. Ludwig 2, 453. —
3998 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    WeiberfeindDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Der Weiberfeind , — es, Mz. — e , ein Feind der Weiber, einer, der die Weiber nicht leiden mag (Mysogyn ).

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weiberfeind

    Goethe-Wörterbuch

    Weiberfeind [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Weiberfeindm.

    Pfälzisches Wb.

    Weiber-feind m. : 'Frauenhasser', -foind [ LU-Opp ], -feind [ Lambert Penns 176]. —

Verweisungsnetz

8 Knoten, 4 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Kompositum 4 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weiberfeind

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von weiberfeind 2 Komponenten

weib+er+feind

weiberfeind setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weiberfeind‑ als Erstglied (2 von 2)

weiberfeindin

DWB

weib·er·feindin

weiberfeindin , f. Jean Paul 55, 151 ; weiberfeindlich, adj. Frenssen Jörn Uhl 222 . weiberfeindschaft, f. misogynie Lessing (1748) 2, 9 ; F…

Weiberfeindschaft

Campe

weiberfeind·schaft

Die Weiberfeindschaft , Mz. — en . 1) Die Feindschaft gegen die Weiber, die Gesinnung des Weiberfeindes, als eines solchen; ohne Mehrzahl. 2…