wegscheuern,
durch reiben beseitigen: eins (
der papiere) hat sich los gemacht und an der stirne (
des bildes) ein wenig den firnisz weggescheuert Göthe
briefe 6, 75
Weim. ausg. bildlich: gestrüpp und reisig sollten von seinem gesichte den unmuth wegscheuern Rosegger 5, 215.
refl.: die ecke hat sich fast ganz weggescheuert Campe.
wegschicken, von menschen: ich wolt, das das geld nie gewesen were, darumb du in weggeschickt hast
Tob. 5, 26; wer einen narren wegschikkt, der bekommt einen thorn wieder zurükke Winckler 2000
gutte gedancken C 5
a; (
Wilhelm) schickte Friedrichs courier mit dem geschärften auftrage weg, bald wieder zu kommen Göthe 23, 245
Weim. ausg. auch '
entlassen, wegjagen': er könnte ihm (
dem schlechten handwerksmeister) seine arbeit bezahlen und ihn wegschicken Göthe 43, 175; auch ist mir diesz und jen's geglückt; doch öfters ward ich mit protest, mit scham und schande weggeschickt. 16, 453. waren, einen brief wegschicken Kramer
t.-ital. 2, 524
b: ich solt etlich würst schicken weck, die nachbawrn zu verehren mit. H. Sachs 14, 223, 14
Götze. wegschieben, amovere, submovere Stieler 1786: die herzogin schob das papier lachend weg Heinse 6, 143
Schüddekopf; dann stemmte er seine schulter an und schob die gröszten fässer weg wie holzklötzchen Freytag 4, 91.
mit dem nebensinn '
etwas hemmendes beseitigen': (
er) schob mit leichter hand den riegel weg Vulpius
Palamedes (1784) 51; man will gar sagen, er hätte des vorhangs äuszersten saum, zu häupten, mit zeigefinger und daum ganz sacht ein wenig weggeschoben. Wieland 21, 81 (
Gandalin 5, 110); von den losen augen hatt' er (
Amor) seine binde weggeschoben. Platen 155.
übertragen: etwas von sich wegschieben,
se dispenser de faire une chose Rondeau; wer hertzliches belieben in seinen sinnen hegt den unlust wegzuschieben. Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw., ehrenverse 2; ich begreife, dasz ... man das schwere so weit von sich wegschiebt als möglich Gotthelf 2, 378.
refl.: wenige stunden nach dem ankommen bemerkt man, dasz der schaumkranz anfängt sich ... wegzuschieben Lueger 2, 402.
wegschieszen. 11)
intrans. in rascher bewegung sich entfernen. vom wasser und was es mit sich führt, von vögeln, den wolken: die Johannisbrücke, worunter der Tyberstrom reiszend in rauschenden wilden fluthen wegschieszt Heinse 4, 361
Schüddekopf; die fische schieszen weg, wann man sie mit händen fangen will Kramer
t.-ital. 2, 524
b; da schosz er weg von mir wie ein raubvogel Schubart
leben u. gesinn. 2, 7; das ferne flug-gewölk schien die hohe wölbung (
des Pantheons) zu berühren, über die es wegschosz J. Paul
Tit. 4, 82. 22)
trans. 2@aa)
in die luft schieszen: so schwingt er (
der delphin) sich geschwinde ... wie ein abgelassener weggeschossener pfeil ausz dem wasser herfür Heyden
Plinius 316; wenn die erstlich ihre pfeile weggeschossen, so reitet der ander und dritte tropff, und schieszen gleichfalls ihre pflitzen weg A. Petreius
historien u. bericht von dem groszfürstenth. Muschkow (1620) 117. 2@bb)
durch schieszen wegschaffen, beseitigen: wild wegschieszen Adelung; immer die feinde im flusz zusammengehauen, weggeschossen wie die enten Göthe 8, 178 (
Egmont 1). von, aus etwas: sagte er, ich wil dich wohl herunter langen, und schosz damit die henne von dem dach weg Ch. Weise
erznarren 208
neudr.; ich habe wohl ehe eine kirsche vom maul weggeschossen Schiller 2, 99 (
räuber 2, 3); man müszte den hund (
Klara's verführer), der's weisz, aus der welt wegschieszen! Hebbel 2, 68 (
Maria Magd. 2, 5). einem etwas wegschieszen,
am körper: wurd ihm ... der zeigerfinger an der rechten hand weggeschossen Stumpf
Schwytzerchronik 276
a; war das nicht all mein trost, wie mir diese hand weggeschossen ward Göthe 8, 30 (
Götz 1).
durch schieszen vertreiben: die lantzknecht inn Flandern umb Tornay haben mit pulvergestanck die pestilentz weggeschossen
Garg. 288
Alsleben. wegschiffen. 11)
intrans. zu schiff sich entfernen: nach langer wart kam der keyser und schiffet im augusto von Brundusio inn Asiam weck Franck
Germaniae chron. 177
a; er (
Achill) droht wegzuschiffen Göthe 41, i, 285. über: (
du hast den) einfall eine brücke über den Hellespont zu schlagen und über berge wegzuschiffen Wieland
Lucian 2, 265. 22)
trans. zu schiff wegschaffen. übertragen: doch alter mit dem schleichenden tritt hat mich gepackt mit der faust, und hat mich weg aus dem lande geschifft, als hätt' ich da nimmer gehaust.
Shakespeare 3, 325 (
Hamlet 5, 1).
wegschinden, mit dat. bildlich: wer also die haut gefunden, die dem lande weggeschunden. Logau 2, 6, 100 (
s. 34
Eitner).
wegschlachten, abschlachten: darüber ward die fütterung thewer, das man an vielen orten mangels halben an hew und grasz das viehe wegschlachten muste C. Spangenberg
manszfeldische chronica (1572) 320
a. —