wassertropfen ,
m. nom. sg. -tropfe
noch bei Schubart 2, 302. Herder 5, 8. Rückert
werke 6, 347,
doch -tropfen
schon Hock
blumenfeld 82, 17
neudr. Lohenstein
Cleopatra 15, 537,
daneben im 16., 17.
jahrh. gekürzt -tropf,
acc. sg. wasserstropff Ringwald
christl. warnung (1588) F 6
b. Morhof
unterricht 1, 147.
häufig als dimin. 11)
ein tropfen wassers, auch regentropfen, thautropfen: 1@aa) ellú dú wasserstrOepflú, dú von tow ald von schne ald von regen ie gevielen H. Seuse 28, 8
Bihlmeyer; die wassertropfen, welche von tächern tropffen Sebiz
feldbau (1579) 44; die wassertropfen perlten im sonnenglanze v. Holtei
erzähl. schriften 1, 7; es hiengen um die rosen die hellsten wassertropfen. Gleim (1798
ff.) 2, 85. 1@bb)
ihre menge und unzählbarkeit wird hervorgehoben: der die stern zeln kund und aller waʒʒertröpflein vlieʒ. Teichner A 135
d bei Lexer 3, 715; nach ist miner sunde me dan wasszertroppen in dem sehe und lau es hot der walt, do zu des meres sant ungezalt.
Alsfelder passionsspiel 2003
Grein. 1@cc)
sie gelten als kleinste menge wassers. 1@c@aα) das er (
der papst) auch den verstoszet, der eyn trunck, bissen brods oder ertzney oder etlich wassertropffen tzu sich nympt Luther 10, ii, 243, 30
Weim. ausg.; daselbst (
in der hölle) nit half was er sich klagt, ain wasserdropff ward im versagt. Schwarzenberg
t. Cicero (1535) 110
b; weil noch der aschen s füncklein deckt, da löschsts ein wassertropffen. Hock
blumenfeld 82, 17
neudr.; die anger dorren, wie sie nie gedorrt, kein laub blieb auf dem berg, im flusz kein wassertropfe. Rückert
werke 6, 347. 1@c@bβ)
als beispiel für etwas geringfügiges gewählt: (
es) fällt kein wassertropfen zur erde, kein stäubchen wechselt seinen platz, ohne dazu gezwungen zu sein Liebig
chem. briefe 29; lasz einen wassertropfen in deinem gehirne verirren, und dein leben macht eine plötzliche pause Schiller 2, 182, 27 (
räuber 5, 1
schausp.); ein fall, ein wassertropff kan uns disz leben rauben. Gryphius
ged. 145, 10
Palm. bes. im verhältnis zum gewässer: was machet ohngefehr ein kleiner wassertropff doch für dem gantzen meer? S.
Dach 265
Österley; kan wohl ein wassertropf den ocean vermehren? Neumark
fortgepfl. lustw. 2, 142; du hältst den ozean in hohler hand, als wär's ein wassertropfe. Schubart
ged. (1825) 2, 302; eine quelle (
zur sprachreinheit) eröfnet? ich sehe noch keinen wassertropfen Herder 5, 372
Suphan; bei historischen sachen musz man die wassertropfen sammeln, um eine strömung zu gewinnen Varnhagen v. Ense
tageb. 2, 381. 1@c@gγ) daʒ vil waʒʒertropphen cleine durch holern herte steyne.
paraphrase des buches Hiob 5711
Karsten; es giebt beweise, ... die in den willen des menschen ebenso wirken, wie die wassertropfen in den stein
allg. d. bibliothek 8, 236; ein wassertropfen macht sich in dem härtesten stein eine höhle Hippel
über die ehe (1774) 79. 1@c@dδ) wie ein wassertröpflein auf einen heiszen stein Fouqué
altsächs. bildersaal 4, 497; Savonarola war wie ein wassertropfen, der vergebens auf einen glühenden stein fiel Grimm
Michelangelo 2, 211; die lechzende seele zehrt sie (
zu späte erfüllung) auf wie glühendes eisen einen wassertropfen v. Ebner-Eschenbach 1, 14. 1@dd)
ihr abwärtsgleiten (
vgl.wasser II C 1
d α und ε),
ihre gleichförmigkeit (
vgl.wasser II C 1
f),
die spiegelung und brechung des lichts im wassertropfen
dient als vergleich. 1@d@aα) für onmacht und für schrecken far ich hin wie ein wassertropff. Waldis
psalter (1553) 201
a (
ps. 109); wie ein zitternder wassertropf' an der lotosblume, unaussprechlich-leise gleitet das leben hinab Herder 26, 420
Suphan. redensart: wir hören diese worte ruhig an und lassen sie an uns abgleiten wie die gans die wassertropfen Arndt
christliches u. türkisches (1828) 343. 1@d@bβ) wenn ihr jetzt zwischen mir und ihm (
Jupiter in Amphitryons gestalt), wie zwischen zwei wassertropfen, euch entscheiden müszt. H. v. Kleist 1, 300 (
Amph. 3, 10)
E. Schmidt; doch, sagt man, gleichen wir uns wie wassertropfen (
as like as eggs).
Shakespeare, winterm. 1, 1; von jener ... biederkeit, welche der flegelei wie ein wassertropfen dem andern gleicht v. Gaudy (1844) 5, 20. 1@d@gγ) gott in dir, wie im wassertropfen die sonne, möcht' ich sehn Lavater
an Herder, aus Herders nachlasz 2, 95; was wäre dieser name, dieser canon, als ein kleines sonnenbild, was die grosze leuchtende sonne in einem waszertropfen mahlt — abglanz, und wiederschein Herder 5, 236
Suphan; er weisz wohl, es gibt dichter, die mit einem wassertropfen die welt abspiegeln Gutzkow
ritter vom geiste 1, 4; ich bin ein wassertropfen, durch den die sonne scheint! Hebbel 7, 187
Werner. 22)
thräne (
so mhd. waʒʒertrüpfe): dasz besagte 4 sculer stets grosze wassertropfen von sich fallen lieszen, als weineten sie täglich umb unsern gekreutzigten erlöser
F. v. Troilo
orient. reisebeschr. (1676) 199; warum kann die kleinste bewegung ihrer seele diesen nebel, wovon ich rede, in wassertropfen verwandeln? S. v. Laroche
gesch. d. frl. v. Sternheim 2, 167; o laszt nicht weiberwaffen, wassertropfen (
water-drops) des mannes wang' entehren!
Shakespeare, Lear 2, 4. 33)
edelsteine werden ihm verglichen: eʒ ist auch etleich ametist, der ist sam ain rôter weinstropf oder sam ain rôter waʒʒerstropf von rôter erden K. v. Megenberg 431, 34. wassertropfen
ist jetzt die bezeichnung des wasserhellen topases (
goutte d'eau) J. R. Blum
lithurgik 213. K. E. Kluge
handb. der edelsteinkunde 301,
und der blassen abart des edeln berylls Karmarsch-Heeren
3 1, 436. 44)
zierate am kinn der dorischen kranzleisten Sulzer
theorie d. schönen wiss. 3, 69. 55)
die tigerschnecke, cypraea tigris L., auch nur tropfen,
wegen ihrer flecken Nemnich 2, 1353.
eine blasenschnecke mit durchscheinender schale, akera (
haminea)
hydatis Krünitz 235, 165. 66)
als spottwort: die wassertröpf! Stieler
ged. 1, 23
Reclam.