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wassergusz

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wassergusz m.

Bd. 27, Sp. 2416
wassergusz, m. ergusz des wassers (mhd. -guʒ, auch n., s. u. väterbuch), auch -gosz (mhd. -gôʒ), m., plur. -gösse 2. Sam. 22, 16, -gösz Alberus dict. Zz 1b. damit sind andre bildungen verschmolzen worden. im obd. steht daneben das auf ahd. gussa f. und gussi n. (ss aus germ. tþ) zurückgehende -guss(e), f.: ein grosze wassergusz Paracelsus op. (1616) 2, 407 B, die grosz wassergusze (sing.) Hug Villinger chronik 96 Roder, acc. plur. wassergussen österr. weisth. 1, 180, 29 (bei Salzburg 1570), meist -güss(e), f. (dessen formen fallen z. th. mit denen des pl. von -gusz zusammen), z. b. alem. ein wassergússe Mone schausp. 2, 335, 3731, die wassergüssi (sing.) Tschudi chron. helv. 1, 288, -güsse Dasypodius 453a, plur.-güssenen schweiz. id. 2, 478; bair.-österr. von der wassergüss Füetrer bayer. chronik 189, 9 Spiller, bei groszer wassergisz österr. weisth. 6, 443, 36 (Kärnten 18. jahrh.), auch neutr.: ein gäh wassergüss Riederer spiegel der rhetoric (1493) 15b, ain wassergüss österr. weisth. 5, 609, 34 (Lienz 1596), jetzt bair. 's wossə'gisz Schmeller 1, 950. auszerhalb des obd. führt nur gen. pl. der wassergụssen Melissus ps. 60 neudr. anderen stammes, zu anord. gjósa engl. gush 'hervorbrechen' gehörend, ist ahd. gusi, n. (belegt pl. gusu bei Tatian), mhd. güse, f. schweiz. -güsi, f. idiot. 2, 478: -güse Frisius (1556) 341a. Maaler 486b, pl. -gusynen Zürcher stadtbücher 2, 402 (1509), -güsenen Stumpf Schwytzerchr. (1606) 113a; vielleicht auch schwäb. -gsy (vocab. o. j., das schwäb. au statt â hat) Diefenbach nov. gl. 135b (vgl. gīs f. n. Fischer 3, 937). auszerhalb des deutschen entspricht ndl. waetergeute Kilian 648b, ags. wætergyte. 11) an intr. gieszen 'sich ergieszen, strömen' sich anschlieszende bedeutungen, 'das sich ergieszen einer wassermasse, eines gewässers', meist aber 'sich ergieszende wassermasse'. 1@aa) reiszendes, wildes, übergetretenes gewässer, überschwemmung; schriftsprachlich jetzt nur noch selten, wol in anlehnung an die obd. mundarten. 1@a@aα) das reiszende steht im vordergrunde: wan als ein drete waʒʒerguʒ, daʒ von kraft hat starken vluʒ, han si mine hus zustoret. das väterbuch 30189 Reiszenberger; ein sturmwindt ungestümb warff mir ein stadel ümb, ein wassergusz anstembt, ein wisen mir verschwembt. H. Sachs 7, 228, 7 Keller; manch' tiffe kluoft der wassergụssen plekt, uond wuord der gruond des ærdbodens entdekt. Melissus psalmen 60 (18, 16) neudr.; da sahe man wassergösse, und des erdbodens grund ward auffgedeckt von dem schelten des herrn 2. Sam. 22, 16; und ward die wassergüssi so grosz, dasz die vient entsaszend, es wurd die bruck ... hinweg nemmen Tschudi chron. helv. 1, 288; hat man auch in einem freyen kornacker allaunertz gefunden, welches auch von einem wassergusz und rausch entbloset worden Thurneyszer magna alchymia (1583) 67; sollen die Arnaldsteiner fleisige obsicht auf den pach haben, damit selbiger bei groszer wassergisz keinen schaden verursacht österr. weisth. 6, 443, 36 (Kärnten 18. jahrh.); ob die räder (der mühlen) bey groszem eys und wassergüssen können aufgehangen werden? v. Hohberg Georgica (1682) 1, 11; von allen bergen wassergüsse, abrollende steine, bergbrüche Steub drei sommer in Tirol 2, 289. 1@a@bβ) das überschwemmende steht im vordergrund, inundationes aquarum, wassergösz Alberus dict. Z z 1b; die wassergüse, cataclysmos. wassergusz, schwal oder überlauff des wassers, diluvium, eluvies Maaler 486b; débordement d'eaux Pomay (1709) 337b: des jares erhueb sich das mer und ward von der wassergüsz söllich jamer in Holland U. Füetrer bayer. chronik 189, 9 Spiller; könig Abibeiba hatte seine wohnung auf einem hohen baume aufgeschlagen, indem er wegen öffterer wassergüsse nicht wohl auf dem erdboden wohnen konnte Schnabel insel Felsenburg 435 neudr. die sintflut: do der wassergusz die gantz welt umbbracht Züricher bibel, weish. Sal. 10, 4; bis das er schuoff hern Noe und im ein wassergússe kam. Mone schausp. 2, 335, 3731 1@bb) flieszendes gewässer überhaupt: die groszen flüsz und starck schiffreichen wassergüsz waren yetz kleine seichte lachen. Wickram 7, 73, 505 Bolte; (wo ich) in dem wald bei kleinen wassergüssen auf einen reim für Silvien gedacht. v. Haller ged. 6 Hirzel. wasserfall: ein strauch, der in den wassergusz hängt Hirschfeld gartenkunst (1779 ff.) 5, 99. wassermasse eines flieszenden gewässers, der bedeutung 'woge' sich nähernd: welches seind aber dieselben flüsz, durch deren freundlich wassergüsz der Rhein ein nachbarschafft erwecket, die sich je mehr und mehr erstrecket? Fischart 1, 205 (bündnis u. verein 76) Hauffen; aber wenn ihr, deutsche flüsse, strömet eure wassergüsse in ein bett, in eines, das ist grosz, ich mein' es. Rückert ges. ged. 3, 404. 1@cc) seit dem 15. jahrh. ist die noch jetzt übliche bedeutung 'starker regen' belegt; in der älteren zeit tritt ein näherer zusammenhang mit a hervor 'wolkenbruch, der überschwemmung verursacht' (vgl. auch wassergüsz, wolckenbrüch volksbuch v. Faust 70 neudr., wolckenbrüche und wassergisse Schupp 409): als der römisch hauptman Cepio mercklich versamnung volcks in einem tal beruofft und ein geh wassergüsz über dasselb tal unversehenlich sich erhuob Riederer spiegel der rhetoric 15b; anno 594 fiel ein sollich wassergusz und platzregen ernider, das meniglich sich des sindtflusz Noah besorget S. Franck chron. Germ. (1538) 61b; der regenbogen ein groszen landregen oder grosze wassergüsz (anzeigt) Paracelsus opera (1616) 2, 303 C; es waren auch die gewitter diser zeit sehr ungonstig, gestalten ... ein wassergusz das dorff Rentsch verschwembt v. Brandis des tirol. adlers immergrün. ehrenkräntzel (1678) 122; der wassergusz, ein gewaltiger platzregen Ludwig 2394; der nebel verwandelt sich in regen, in wassergusz Grillparzer, jahrb. d. Grillparzerges. 3, 190; der regen schlug an das fenster, ein wassergusz rasselte und klatschte um das haus Freytag 6, 97. bildlich: welcher aber dis euangelion recht begreifftt, last sich solich sturmwindt und wassergues nichtz anfechten Luther 10, iii, 354, 3 Weim. ausg.; das übermasz des letzteren (pathetischen) in Lohenstein muszte nothwendig zu diesem abfalle bringen: auf dessen donnerschläge muszte wohl der Weisesche wassergusz folgen Gervinus gesch. d. d. dichtung (1853) 3, 466. 1@dd) von den thränen; im vergleich: ich weine thränen aus wie flüsse, wie ungeheure wassergüsse. Gryphius lustsp. 33 (Peter Squenz 3) Palm. dann: wer gibt min ougen wassergüsz, das sich der schmertz heruszer flüsz? N. Manuel, Wackernagels kirchenlied 3, 397; wenn nun der wassergusz der augen wird verflieszen; wird sich der wehmuth dampff auch von denselben ziehn. v. Besser 1, 322. 22) an trans. gieszen sich anschlieszend 'das ausgieszen von wasser, ausgegossene wassermasse': schon oft ist ein haus, in unnöthiger angst vor feuersgefahr, mit voreiligen wassergüssen verderbt worden Zschokke (1824 ff.) 36, 218; eifrig bemüht, seine stubenfenster mit hülfe eines strohwisches und endloser wassergüsse zu säubern v. Droste-Hülshoff 4, 56 Kreiten; ein leichter wassergusz aus hohler hand scheuchte sie aus ihrem traum Scheffel Ekkeh. 230; da — klatsch — traf ihn ein wohlgezielter wassergusz H. Seidel Leb. Hühnchen (1899) 112. bildlich: dieser kalte wassergusz auf die erhitzten köpfe ergab nun freilich viel zischen und dampf D. F. Strausz 1, 21. 33) ding, aus dem etwas sich ergieszt oder ausgegossen wird: der wassergusz an dem dach eines hauses, ein wassergusz oder wasserstein in der küchen Ludwig 2395.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wasserguszm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    wassergusz , m. ergusz des wassers ( mhd. -guʒ, auch n., s. u. väterbuch ), auch -gosz ( mhd. -gôʒ), m., plur. -gösse 2.…

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wass+ergusz

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Cotta, M. (2026). „wassergusz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wassergusz/dwb?formid=W08637
MLA
Cotta, Marcel. „wassergusz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wassergusz/dwb?formid=W08637. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wassergusz". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wassergusz/dwb?formid=W08637.
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