wappnen,
verb. mit einer rüstung, einer waffe versehen, ausrüsten, seit dem 12.
jahrh. auftretende, wahrscheinlich aus dem md. stammende nebenform zu waffnen (
s. dort sp. 326). II.
formales. lautliche verschiedenheiten sind schon unter gewappnet angeführt, die dort gegebenen belege und die folgenden sollen sich ergänzen. I@11)
neben der tenuis erscheint die affricata (
vgl.wapfen
neben waffe
sp. 252): Katherine wepfente sich
legenda sanctorum bei Scherz-Oberlin 1986. I@22)
die doppelconsonanz ist wie bei wappen
zu beurtheilen; in der älteren zeit deutet sie auf geminirte aussprache, seit wann pp
kürzezeichen ist, bleibt im einzelnen unbestimmt; p
deutet auf länge des a,
sie hat sich wie bei wapen
bis ins 18.
u. 19.
jahrh. hinein gehalten: wapnen Gottsched
sprachkunst (1748) 267 (
wörterverzeichnis). Wieland 22, 133. Herder 10, 10. 26, 222
Suphan u. ö.; Göthe 10, 21
Weim. ausg. Adelung
gibt (
im unterschied vom subst.)
kurzes a
an. I@33)
umlaut erscheint bisweilen im schwäbischen und elsässischen: vier wæppner, wol gewæppent
gesta romanorum 80
Keller; sich zu wepnen
Zimmerische chronik2 4, 129, 1; gewepent Mentels
bibel 1. Sam. 17, 39 (geweffent
4. Mos. 32, 17); gewæpnet Zainers
bibel; s. auch oben Scherz-Oberlin. I@44)
ohne umlaut im schwäbischen au: gewAvuppnet
das summerteil der heyligen leben (
Augsb. 1472) 30
b; gewAvppet
N. v. Wyle
transl. 147, 1. I@55)
auch o
ist häufig belegt: schweiz. gewoppent
Basler chron. 4, 156 (1428);
bair. gewopet D. v. Pleningen
Sallust (1515) D 4
a;
fränk. gewoppen A. v. Eyb
eheb. 26, 24;
thüring. gewoppint Rothe
ritterspiegel 594; die gewopenten Stolle
thür. chronik 1;
im ordensland gewopend
acten der ständetage Preuszens 1, 294 (1416);
ferner: wopen
voc. inc. teut. D 4
b. I@66)
durch assimilation des n
an p
entsteht wappmen Mynsinger
von den falken 92
Haszler. I@77)
durch zusammenfall der beiden nasale (
im inf., 1.
u. 3.
pl. präs.)
erklärt sich die bis ins 16.
jahrh. häufig belegte form wappen,
von der aus dann auch wappet, gewappet
gebildet wird (
vgl. auch die belege unter waffnen
sp. 326):
inf. wâpen Enikel
weltchronik 15975
Strauch. rosengarten D
1 13, 2
Holz. passional 488, 82
Köpke; ein gewoppeten knecht
oberrhein. stadtrechte 1, 624 (
Adelzheim 1406); der wappet sich Wittenweiler
ring 10
c, 18;
inf. wappen
Huge Scheppel 34
d, 18
neudr.; wapen H. v. Bühel
Dyocl. 6608
u. öfters (
daneben sy wapnoten sich 4085); wapt
königst. v. Frankr. 1341
Merzdorf; 3.
pl. präs. wappen A. v. Eyb
spiegel der sitten 101
b; gewAvppet
N. v. Wyle
transl. 147, 1
Keller; inf. wapen
decameron 314, 38
Keller; wappen Füeterer
Lanzelot 174
Peter; wopen
voc. inc. teut. D 4
b; wapen, waffen Melber B 8
a; mit den gewapeden burgeren
städtechr. 13, 587, 17 (
Köln 1499); die wappet er Schöferlin
Livius 64
a;
inf. wapen D. v. Pleningen
Sallust Q 3
a; gewopet D 4
a; wappen Luther 18, 440, 22
Weim. ausg.; wapen Schade
satiren 3, 5, 23. I@88)
part. gewoppen (
vgl.gewapen th. 4, I, 5324) A. v. Eyb
eheb. 26, 24
Herrmann (
kurz vorher gewappent). IIII.
bedeutung und gebrauch. über das verhältnis von wappnen
zu waffnen
ist schon unter waffnen
gehandelt. wappnen
bedeutet wie waffnen
zunächst allgemein '
mit allen zum schutz und zum angriff nötigen waffen versehen'
und gibt so lat. armare
wieder: wappnen
voc. theut. nn 1
a; wapnen Dasypodius 452
a.
beide arten der bewaffnung werden z. b. im folgenden erwähnt: so du wilt, leg ich von mir hin als das, damit ich gwopnet bin, mein schilt, mein schwert und harnasch glantz. Wickram 8, 136, 176
Bolte; auch noch in neuerer zeit belegt: Leo aber ging zur thür hinaus, wappnete den jüngling (
mit schild und lanze zur flucht) Grimm
deutsche sagen (1891) 2, 54; mit mannlichen schritten ging auch Buz ihm entgegen, von seinen gesellen gewappnet, wie ein vorgesetzter, mit helm, schild, schwert und lanze beladen G. Keller 6, 131.
meist tritt aber der gedanke an die schutzbewaffnung in den vordergrund: ich wapne,
lorico Alberus
dict. H h 4
b;
armis tego Calepinus XI
ling. (1598) 964
b;
nur die schutzrüstung ist gemeint bei den verbindungen (
s. u.) wappnen, sich wappnen, gewappnet in;
hier knüpfen auch die meisten übertragenen bedeutungen an. doch auch angriffswaffen allein können gemeint sein: sonder sasz auf ein resches pferd, gewappnet mit eim guten schwert.
Teuerdank 84, 64; die einwohner ... dörffen sich nit alleyne auff die wege und strassen wagen, sie hetten sich dann vorhin mit guten armbrusten oder büchsen versehen und gewapnet Sebiz
feldbau (1579) 613.
dieser gebrauch ist in neuerer zeit selten, doch gehört hierher z. b.: (
gott) wappne dich mit deinem blitze! — ihn der an der frevler spitze triff in seinem höllensitze. Schenkendorf
ged. 3.
auch übertragene verwendungen reihen sich hier an: und sprach, sie solten sich mit scharffen schrifften wappen und dem tropfen mit der scherff antworten Luther 18, 440, 22
Weim. ausg.; zwar hielten sie lange ihren nacken aufrecht: sie wapneten sich sowohl mit güte als mit verfolgung, und strebten nach der vereinigung beider kirchen Herder 14, 345
Suphan; so werde beklagtem ... verstattet sein, in einer blosen gerichtlichen (
streitigkeit) sich reichlich mit witz zu wappnen und damit auszufallen J. Paul
biogr. belustig. 1, 115.
auch manche andere belege, besonders unter denen für die fügungen mit wider, gegen (
s. u.),
sind hierher zu ziehen. II@11) wappnen
mit objectsaccusativ ist (
wie waffnen)
seltener als der reflexive gebrauch. II@1@aa)
im eigentlichen sinne. II@1@a@aα) als nu Abram höret, das sein bruder gefangen war, wapnet er seine knechte ... und jaget inen nach bis gen Dan
1. Mos. 14, 14; (
ein diener) welcher ihm (
dem ritter) ... alle sein reisiges gezeug wohl geputzt und sonnenblank in's zimmer trug, auch sich erbot, ihn zu wappnen Fouqué
zauberring (1812) 1, 79; ich kan ein fürsten wapnen und ziren, kan rennen, stechen und thurnieren. H. Sachs 13, 4, 24
Keller. auch ein pferd wappnen '
ihm die schutzrüstung anlegen': hier wapnen ritter sich, dort knappen ihre pferde. Wieland 22, 133 (
Oberon 3, 2, 8).
bildlich. auf das natürliche schutzkleid der thiere bezogen (
vgl. unten 3,
a, η): dasz jener Spanier in seinen sinnbilderen mahlet einen helm mit einem igel, an stat desz federbusches, weil die natur dieses sonst fromme thier gewapnet Harsdörffer
gesprechspiele 4, 315. ein schiff wappnen,
es mit besatzung und kriegsgerät versehen: do er bald czwuo galle zuorüstet und wapent mit redlichen mannen
decameron 275, 2
Keller; bald eyn galle nach aller notturft zuobereyten und wapen thet 314, 38; ein galeen ... wapnen und zuorüsten Montanus 243
Bolte. II@1@a@bβ)
mit präpositionalen zusätzen wappnen in, mit
einer rüstung, einer waffe, gegen
einen, vor
einem angriff u. dgl.: daʒ harnasch hieʒ man dar tragen, daʒ was mit gold gar durchslagen; dar în wâpent in diu küniginne. Enikel
weltchronik 15975
Strauch; die wappet er in glyssendem harnasch Schöferlin
Livius (
Mainz 1514) 64
a; er wappnete mit erze des rosses stirn und seite. Scheffel
Ekkeh. 398.
bildlich: wapne uns mit dem schilt des glaubens vor allem feürigen geschoss Luther 10, II, 474
Weim. ausg. II@1@bb)
übertragen einen
oder jemandes herz, seele
u. ä. wappnen,
innerlich stärken, fähig machen, besonders zum ertragen, zum widerstand, doch auch zu einem unternehmen: (
zum kampfe) wappnet eure brust und herzen, in erz vermauert euch, ihr selber erzen! Tieck (1828) 1, 359 (
Octavian 2, 4).
präpositionale fügungen. mit etwas,
das als schutz dient: mit ruh'gem gleichmuth wappne die seele dir. Geibel 5, 199. gegen
eine gefahr, einen einflusz: dem zusammenhange nach will Seneka seinen Lucilius gegen die furcht des todes wapnen Herder 15, 472
Suphan. im folgenden '
unzugänglich für etwas machen': so lernt er ... hülfsmittel verachten oder vernachläszigen, deren mangel ihm ... unersetzlich bleibt, und ihn vielleicht gar, weil keine blösze sich gern zeigen will, wie sie ist, gegen das bessere licht recht gebrauchter hülfsmittel zuletzt wapnet 10, 10; die menschen gegen jene bösen einflüsse durch lehre und kraft zu wappnen Claudius 7, 60. auf, für
eine handlung, zu
einer handlung wappnen: du, gott des schmerzes, rüste du mein lied, und wappne mich auf den verwegnen gang durch's ungeheuer nächtliche gebiet. Lenau
gedichte (1857) 2, 369.
es folgt zu
mit inf.: hat er (
Luther) sich ein gottvertrauen errungen, das ihn wappnete, den grimmigsten feinden und nöten zu widerstehen Helmolt
bei H. Meyer
das deutsche volkstum2 1, 169. II@1@cc)
subject kann auch eine wirkliche oder geistige waffe sein: uns wapnet schwerdt und recht. Pietsch
geb. schriften (1740) 23. II@22)
der reflexive gebrauch. II@2@aa)
im eigentlichen sinne '
sich mit allen nötigen waffen versehen',
besonders '
die schutzrüstung anlegen'. II@2@a@aα) wapen dich,
arma te sprachbuch von 1424,
Bayerns mundarten 2, 420; sich wapnen,
colligere se in arma Dasypodius 452
a; sich wapnen
oder waffnen,
sich rüsten, to arm Ludwig 2383; Gunthêres harneschleite Gêrnôt an: alsô tugentlîchewâpen er sich began.
rosengarten D
1 13, 2
Holz; da der künig das hette vernummen, das die rytterschaft was kummen, da wapt er sich und leit sich an er und al sein dienstemann. H. v. Bühel
königstochter v. Frankreich 1341
Merzdorf; der rysz verband die wunden und wapnet balde sich.
lied v. hürnen Seyfrid 24
neudr.; nimm die wehr und wappne dich! kaiser Conrad rüstet sich!
F. L. Stolberg 1, 45; der kämpe wappne sich, eh' er zum kampfe geht. Rückert
werke 8, 188.
poetisch auch von körpertheilen: o du für deren sohn sein arm sich wapnete. Pfeffel
poet. versuche (1802
ff.) 6, 56.
präpositionale fügungen (
vgl. 1,
a, β). in
eine rüstung: da sputen sich die ritter, sie wappnen sich in stahl, sie heischen ihre rosse, sie reiten stracks zuthal. Uhland
ged.2 370.
im bilde: hie fehet er nu an unser harnisch und woffen zu nennen und zeiget, wie wir uns darein wapenen und schicken sollen Luther 34, II, 398, 40
Weim. ausg. scherzhaft: das volck sich alles wapnet schnell in peltz, rauch mutzen und filtzsocken ... dem winter zu thun gegenweer. H. Sachs 4, 264, 16
Keller. mit
einer rüstung, einer waffe: derselbig knab hat uf ein zeit sein vater in einem ringkragen gesehen und darbei gemerket, wie er den angethon. hat nun auch ain lust überkommen, sich damit zu wepnen
Zimmerische chronik2 4, 129, 1; es sol sich ainer wol wappmen mit ainer guoten dicken hawt, durch die der hund nit wol gepeiszen mag, und an den sol man den hund hetzen Mynsinger
von den falken 92
Haszler. gegen, wider
einen feind, eine gefahr: wir wissen, dasz sich die leo wider die wurmlen nit wappnen, der adler nach den spazen nit fleugt Knebel
chronik von Kaisheim 195, 24. auf
einen kampf, zu
einem kampfe: unde der vurgenant rat unde ire frunde wapenten unde bereiten sich zum stride unde qwamen an di weber
Limburger chronik 61, 10 (1393)
Wysz; denn wo lange du säumst, und zum kampf an dem felsen dich wapnest.
Odyssee5 12, 121. II@2@bb) '
sich mit geistigem rüstzeug versehen, auf der hut sein'
u. ä.: II@2@b@aα) (
der christ) ist schuldig sich zuo wapen und rüsten in erkantnus solicher wölf Schade
satiren 3, 5, 23; wie er schnell und leicht herum schaut, wittert — und sich wapnet: — immer gegenwärtig Lavater
physiogn. fragmente 1, 239;
Hedwig. sie werden recht garstig gegen dich sein.
Reinhold. nun weisz ich doch woran ich bin und kann mich wappnen Benedix
dramat. werke2 22, 231 (
rel. stud. 1, 4). II@2@b@bβ) in
eine geistige waffe: in stärke und geduld hat sich, mehr wie jeder andere, der mann zu wappnen, welchem die wogen des meeres in die worte rauschen, die er ... von seiner kanzel spricht Raabe
hungerpastor (1864) 125. mit: wir suln als ein gotes her von uns die uʒeren wer verwerfen, und damite isa uns wapen beide hie und da mit tugentlicher demut.
passional 488, 82
Köpke; Antonius ... wopnet sich mit dem namen Cristi
der heiligen leben in dem winterteil (1471) 163
b; weil nu Christus im fleisch fur uns gelidden hat, so wapent euch auch mit demselbigen sinn
1. Petri 4, 1; wapnet euch fürhyn mit gebet und anderm christlichen harnisch Eberlin v. Günzburg 3, 203
neudr.; man erlaube mir also, mich auf eine besichtigung der schaamglieder so vieler schriftsteller ... zum voraus mit der frage zu wapnen: 'worin die schaamhaftigkeit überhaupt bestehe?' Herder 3, 279
Suphan; man soll sich wappnen mit geduld, mit fleisz Laube
ges. schriften 16, 116. wider, gegen einen
oder etwas: daʒ er sölich ungenAvd sins gemütes, die er im hAvt fürgenomen und sich hier mit wider uns gewAvppet, lichtenklich in gnAvde ... werd verkeren
N. v. Wyle
transl. 147, 1
Keller; die (
haben) sich wider den wahren lebendigen gott damals gewapnet und auffgelehnet
Dannhawer catechismus milch 1, 96; was könnte gelegener seyn, als ... sich gegen seinen feind, das entgegenstehende böse, zu wapnen? Herder 24, 563
Suphan; aus der stummen verachtung, womit sie sich gegen ihn gewappnet hatte O. Ludwig 1, 278. zu
einem übel: so denck nur, wer recht leben will, das er im setz kein ander ziel, denn das er sich zu aller frist zum leiden wapne, schick und rüst. Waldis
Esopus 1, 405
Kurz. für
ein übel: ich hatte mich auf manches eingerichtet und mich für allerlei kleine verdrieszlichkeiten mit dem nöthigen stoizismus gewappnet Raabe
Abu Telfan 2, 122. II@33)
das participiale adjectiv gewappnet
ist schon in th. 4, I, 3
behandelt; hier seien nur einige ergänzungen gegeben. II@3@aa) gewappnet
auf waffe
in körperlicher bedeutung bezogen. II@3@a@aα)
es gibt wieder lat. procinctus, gewappent Diefenbach
n. gl. 304
a (1429);
armatus, accinctus, gewapent
voc. inc. teut. h 1
a;
loricatus, gewapent, gewoffent, gepanczirt Diefenbach
gl. 336
c.
merkwürdig ist togatus, gewapnet
n. gl. 366
b (1429),
es ist wohl nicht
vorzusetzen. II@3@a@bβ) leicht, schwer gewappnet: lycht gewappet Schöferlin
Livius (
Mainz 1514) 64
a. II@3@a@gγ)
präpositionale fügungen. in: gewâpent in die ringe.
rosengarten D
1 III 9
Holz; ritter unde knechte di waren gewapent in platen, unde auch die burger, mit iren wapenrocken darober, zu stormen unde zu striden
Limburger chronik 35, 19
Wysz; der so frölich ist gewAvpnet in sinen harnüsch
N. v. Wyle
translat. 244, 7
Keller; sollte dieser in stahl gewappnete feind durchaus nicht zu entwaffnen sein? v. Holtei
erzähl. schriften 19, 10. mit: die warent gewapnet weidelich mit irem beingewande.
schweiz. volkslieder 4, 6 (1368)
Tobler; bildlich: wenn unserer altvordern herzen wohl mit dreifachem erz gewappnet waren, das vor dem rechten strahle erklang, wie das erz von Dodona v. Eichendorff
werke (1864) 2, 341. wider, gegen: ir sült gên mir gewâpent sîn: sô wil ich durch die frouwen mîn blôʒ gegen iu rennen. Enikel
weltchronik 28331
Strauch. II@3@a@dδ) gewappneter mann, gewappneter,
in sprichwörtlichen wendungen (
vgl.gewappnet sp. 5329): wo nichts ist, da nemen auch tausend gewapneter mann nichts
sprichwörter schöne weise klugreden (1548) 39
b; mangel thut durch sein thür eingahn gleich wie ein gewapneter mann. H. Sachs 19, 336, 23
Götze; es war das bild eines mannes in polnischer nationaltracht. das gefühl einer entsetzlichen ähnlichkeit überfiel den grafen wie ein gewappneter Grillparzer
2 8, 26 (
auf die bibel, sprüche 6, 11,
zurückgehend). II@3@a@eε) gewappnetes volk, gewappnete macht: Menelaos der fürst, Agamemnon mit ihm, das gewaltige paar der Atriden von hier mit gewappneter macht fortzogen zum streit. Droysen
Äschylus (1841) 43 (
Agam. v. 45); wenn von drauszen der feind uns droht, wohl mit klingenden saiten im gewappneten aufgebot ziemt's dem dichter zu schreiten. Geibel 4, 218 (
heroldsrufe). II@3@a@zζ) gewappnete hand (
vgl.gewappnet sp. 5330);
im plural mit gewappneten händen: ich beger nit euch des zu ermanen, das eure altern dick gethon, sollichem ongerechten gewalt mit gewopeten händen (
armati) zu begegnen D. v. Pleningen
Sallust R 3
b; gewappnete hand haben: so sich zwo person mit einander geschlagen ader gerauft und nit gewapende hand hetten
oberrhein. stadtrechte 1, 195 (
Lauda um 1500); machen: wer gewapnet hand macht, er schlach oder nit, ist die pen 3 m
weisth. 5, 215 (
Überlingen). II@3@a@hη)
von thieren. II@3@a@h@11))
mit schutzrüstung versehen: eyn gewopenter man uf eyme gewopenten pherde J. Rothe
düring. chronik 438
v. Liliencron; mitten zwischen diesen hauffen giengen einige gewapnete elephanten Ziegler
asiat. Banise (1689) 249; da lag zerspellten hauptes manch ein gewappnet pferd. Scheffel
Ekkeh. 395. II@3@a@h@22))
mit ihren natürlichen waffen versehen: die ochsen wären gewapnet mit ieren hornen, die schwyn mit den zenen, der igel mit den borsten Steinhöwel
Äsop 268
Österley.; er (
der habicht) ist sonst mehr mit dem gemüt, dann mit den klauen gewapnet Sebiz
feldbau (1579) 571; ein überausz starck wildschwein, das ein hewer und mit zenen, die im einer halben elen lang zum maul ausz reckten, gewappnet ... was Kirchhof
wendunmuth 1, 306
Österley. II@3@a@thθ)
von leblosem '
mit waffen behängt': drij gar groysse sallen die waeren gewaepenet ind gheordenet mit harneschs ind getzuych
pilgerfahrt des ritters A. v. Harff 51. II@3@a@iι) gewappneter tanz,
gewappnet ausgeführter tanz: die Cureten, saget Strabo, waren die erfinder des gewapneten tanzes
das neueste a. d. anmuthigen gelehrsamkeit 8, 173. II@3@a@kκ)
an die bedeutung von waffe '
gerät, werkzeug'
anknüpfend, obscön: ain ainfältige junge frow mainet ain iederman solte basz gewapnet syn, wan andre tier Steinhöwel
Äsop 341. II@3@bb)
in übertragenem sinne von personen '
gesichert, geschützt, bereit, auf der hut'
u. dgl. II@3@b@aα) uns droht gefahr, doch wir auch sind gewappnet. Freytag 3, 223 (
Fabier 4). II@3@b@bβ)
präpositionale fügungen. gewappnet in, mit etwas,
gefestigt, gestärkt, geschützt durch etwas: solich orteilsprecher ... warend ouch nit gewapnet in erkantnisz rechter fursichtikeit Riederer
spiegel der rhetoric (1493) S 3
a; wie wol die frawen mit harnisch nit gewappent sein, so sein sie doch mit der zungen gewappen v. Eyb
eheb. 26, 24
Herrmann; eʒ sprechent auch etleich, daʒ der peinn kaiser kainen angel hab, dâ mit er stech, sam die andern peinn habent, wan er ist genuog gewâpent mit seim gewalt, den er hât K. v. Megenberg 288, 31; bin ich gewappnet nicht mit aller vollmacht (
ihn zu verhaften) von Rom, von Spanien, dem kathol'schen Deutschland? Grillparzer
2 7, 136 (
bruderzwist 5); er was also mit tugent gewapnet, das er alle eer und reichtumb verachtet S. Franck
chronica (1531) 96
a; du darffst auch den teuffel nicht fürchten, so du mit dem glauben gewapnet, und mit Christi creutz bezeichnet bist J. Arnd
Thomas a Kempis übers. (1631) 62; seltsam! — auf frieden hofft' ich; dein bericht hört freilich eh'r wie mövenschrei sich an, der sturm verheiszt. so gilt es zwiefach denn mit ruh gewappnet sein. Geibel 6, 72 (
Brünhild 4, 2). gewappnet wider, gegen,
im folgenden mit aggressiver bedeutung: er (
der cardinal) ist warlich wider dich gewappent mit vermaledeyung, würt dich in bann thuon Hutten 4, 32, 31
Böcking. defensiv: gewappnet gegen manchen schlag des lebens
M. Beer (1835) 315 (
Struensee 1, 10); wer von diesem spruche durchdrungen ist, ist gegen alle fremde bande und aberglauben gewappnet Hegel (1832
ff.) 9, 337. auf: der mensch kennt also den ganzen cirkel seines neuen lebens, und ist auf ihn als auf eine gemilderte strafe, durch eigne schuld, durchs liebe musz gewapnet Herder 10, 21
Suphan. dichterisch auch mit dem bloszen dativ: ja mit dir (
Musenchor) wandelt, dem leide gewappnet, dahin durch die welt .. die menschenbrust. O. Banck
gedichte (1858) 60. II@3@cc)
auch geistiges kann gewappnet
genannt werden. II@3@c@aα)
seelenkräfte: daʒ das kek, fraidig wyb (
Clytemnestra) getürstiglich mit gewapnetem gemt, fraiszlich in iren man wten ward Steinhöwel
de claris mulier. 120, 23
Drescher; so es (
das gemüt) durch die tugent und starckmütigkeit gestercket, befestiget und gewapnet geweszt
Petrarche trostbücher 205
a; geheime kräfte liegen in der menschenbrust! kommts dazu, dasz die geweckt werden, so stehen sie gleich gewappnet da Bettine
dies buch gehört dem könig (1843) 1, 164. II@3@c@bβ)
geisteserzeugnisse, eine schrift: er (
der artikel) wird mehr anfechtung erfahren als der vorige, und ist deszwegen auch besser geharnischt und gewapnet als dieser Görres
briefe 3, 233; im 4. cap. (
der franciscanerregel) ist geschriben ain gewappnet gepott (also geben sy seltzam new namen iren merlin) kain bruoder sol groschen oder gelt nemen Eberlin v. Günzburg 3, 52
neudr. II@3@dd)
zu wappen
gehörig. von schilden '
mit einem wappen versehen': daʒ silbir adir golt di muʒin lin uf allin gewoppintin schilden. J. Rothe
ritterspiegel 594
Bartsch. häufiger von personen '
ein wappen besitzend': der schilt der was quartiret rein mit den pesten varben tzweyn ... von golde reich ein prakenhaubt sach man dar ob (
auf dem helm) erscheinen ... also der werd gewappent was. Suchenwirt 7, 232; dieselben trucksessen werent derselben marschalk nächst und recht frunde und glich mit in gewapnet, von schilte und helm
monum. Boica 34, I, 97 (
Augsburg 1444).