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wappnen

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wappnen verb.

Bd. 27, Sp. 1973
wappnen, verb. mit einer rüstung, einer waffe versehen, ausrüsten, seit dem 12. jahrh. auftretende, wahrscheinlich aus dem md. stammende nebenform zu waffnen (s. dort sp. 326). II. formales. lautliche verschiedenheiten sind schon unter gewappnet angeführt, die dort gegebenen belege und die folgenden sollen sich ergänzen. I@11) neben der tenuis erscheint die affricata (vgl.wapfen neben waffe sp. 252): Katherine wepfente sich legenda sanctorum bei Scherz-Oberlin 1986. I@22) die doppelconsonanz ist wie bei wappen zu beurtheilen; in der älteren zeit deutet sie auf geminirte aussprache, seit wann pp kürzezeichen ist, bleibt im einzelnen unbestimmt; p deutet auf länge des a, sie hat sich wie bei wapen bis ins 18. u. 19. jahrh. hinein gehalten: wapnen Gottsched sprachkunst (1748) 267 (wörterverzeichnis). Wieland 22, 133. Herder 10, 10. 26, 222 Suphan u. ö.; Göthe 10, 21 Weim. ausg. Adelung gibt (im unterschied vom subst.) kurzes a an. I@33) umlaut erscheint bisweilen im schwäbischen und elsässischen: vier wæppner, wol gewæppent gesta romanorum 80 Keller; sich zu wepnen Zimmerische chronik2 4, 129, 1; gewepent Mentels bibel 1. Sam. 17, 39 (geweffent 4. Mos. 32, 17); gewæpnet Zainers bibel; s. auch oben Scherz-Oberlin. I@44) ohne umlaut im schwäbischen au: gewAvuppnet das summerteil der heyligen leben (Augsb. 1472) 30b; gewAvppet N. v. Wyle transl. 147, 1. I@55) auch o ist häufig belegt: schweiz. gewoppent Basler chron. 4, 156 (1428); bair. gewopet D. v. Pleningen Sallust (1515) D 4a; fränk. gewoppen A. v. Eyb eheb. 26, 24; thüring. gewoppint Rothe ritterspiegel 594; die gewopenten Stolle thür. chronik 1; im ordensland gewopend acten der ständetage Preuszens 1, 294 (1416); ferner: wopen voc. inc. teut. D 4b. I@66) durch assimilation des n an p entsteht wappmen Mynsinger von den falken 92 Haszler. I@77) durch zusammenfall der beiden nasale (im inf., 1. u. 3. pl. präs.) erklärt sich die bis ins 16. jahrh. häufig belegte form wappen, von der aus dann auch wappet, gewappet gebildet wird (vgl. auch die belege unter waffnen sp. 326): inf. wâpen Enikel weltchronik 15975 Strauch. rosengarten D1 13, 2 Holz. passional 488, 82 Köpke; ein gewoppeten knecht oberrhein. stadtrechte 1, 624 (Adelzheim 1406); der wappet sich Wittenweiler ring 10c, 18; inf. wappen Huge Scheppel 34d, 18 neudr.; wapen H. v. Bühel Dyocl. 6608 u. öfters (daneben sy wapnoten sich 4085); wapt königst. v. Frankr. 1341 Merzdorf; 3. pl. präs. wappen A. v. Eyb spiegel der sitten 101b; gewAvppet N. v. Wyle transl. 147, 1 Keller; inf. wapen decameron 314, 38 Keller; wappen Füeterer Lanzelot 174 Peter; wopen voc. inc. teut. D 4b; wapen, waffen Melber B 8a; mit den gewapeden burgeren städtechr. 13, 587, 17 (Köln 1499); die wappet er Schöferlin Livius 64a; inf. wapen D. v. Pleningen Sallust Q 3a; gewopet D 4a; wappen Luther 18, 440, 22 Weim. ausg.; wapen Schade satiren 3, 5, 23. I@88) part. gewoppen (vgl.gewapen th. 4, I, 5324) A. v. Eyb eheb. 26, 24 Herrmann (kurz vorher gewappent). IIII. bedeutung und gebrauch. über das verhältnis von wappnen zu waffnen ist schon unter waffnen gehandelt. wappnen bedeutet wie waffnen zunächst allgemein 'mit allen zum schutz und zum angriff nötigen waffen versehen' und gibt so lat. armare wieder: wappnen voc. theut. nn 1a; wapnen Dasypodius 452a. beide arten der bewaffnung werden z. b. im folgenden erwähnt: so du wilt, leg ich von mir hin als das, damit ich gwopnet bin, mein schilt, mein schwert und harnasch glantz. Wickram 8, 136, 176 Bolte; auch noch in neuerer zeit belegt: Leo aber ging zur thür hinaus, wappnete den jüngling (mit schild und lanze zur flucht) Grimm deutsche sagen (1891) 2, 54; mit mannlichen schritten ging auch Buz ihm entgegen, von seinen gesellen gewappnet, wie ein vorgesetzter, mit helm, schild, schwert und lanze beladen G. Keller 6, 131. meist tritt aber der gedanke an die schutzbewaffnung in den vordergrund: ich wapne, lorico Alberus dict. H h 4b; armis tego Calepinus XI ling. (1598) 964b; nur die schutzrüstung ist gemeint bei den verbindungen (s. u.) wappnen, sich wappnen, gewappnet in; hier knüpfen auch die meisten übertragenen bedeutungen an. doch auch angriffswaffen allein können gemeint sein: sonder sasz auf ein resches pferd, gewappnet mit eim guten schwert. Teuerdank 84, 64; die einwohner ... dörffen sich nit alleyne auff die wege und strassen wagen, sie hetten sich dann vorhin mit guten armbrusten oder büchsen versehen und gewapnet Sebiz feldbau (1579) 613. dieser gebrauch ist in neuerer zeit selten, doch gehört hierher z. b.: (gott) wappne dich mit deinem blitze! — ihn der an der frevler spitze triff in seinem höllensitze. Schenkendorf ged. 3. auch übertragene verwendungen reihen sich hier an: und sprach, sie solten sich mit scharffen schrifften wappen und dem tropfen mit der scherff antworten Luther 18, 440, 22 Weim. ausg.; zwar hielten sie lange ihren nacken aufrecht: sie wapneten sich sowohl mit güte als mit verfolgung, und strebten nach der vereinigung beider kirchen Herder 14, 345 Suphan; so werde beklagtem ... verstattet sein, in einer blosen gerichtlichen (streitigkeit) sich reichlich mit witz zu wappnen und damit auszufallen J. Paul biogr. belustig. 1, 115. auch manche andere belege, besonders unter denen für die fügungen mit wider, gegen (s. u.), sind hierher zu ziehen. II@11) wappnen mit objectsaccusativ ist (wie waffnen) seltener als der reflexive gebrauch. II@1@aa) im eigentlichen sinne. II@1@a@aα) als nu Abram höret, das sein bruder gefangen war, wapnet er seine knechte ... und jaget inen nach bis gen Dan 1. Mos. 14, 14; (ein diener) welcher ihm (dem ritter) ... alle sein reisiges gezeug wohl geputzt und sonnenblank in's zimmer trug, auch sich erbot, ihn zu wappnen Fouqué zauberring (1812) 1, 79; ich kan ein fürsten wapnen und ziren, kan rennen, stechen und thurnieren. H. Sachs 13, 4, 24 Keller. auch ein pferd wappnen 'ihm die schutzrüstung anlegen': hier wapnen ritter sich, dort knappen ihre pferde. Wieland 22, 133 (Oberon 3, 2, 8). bildlich. auf das natürliche schutzkleid der thiere bezogen (vgl. unten 3, a, η): dasz jener Spanier in seinen sinnbilderen mahlet einen helm mit einem igel, an stat desz federbusches, weil die natur dieses sonst fromme thier gewapnet Harsdörffer gesprechspiele 4, 315. ein schiff wappnen, es mit besatzung und kriegsgerät versehen: do er bald czwuo galle zuorüstet und wapent mit redlichen mannen decameron 275, 2 Keller; bald eyn galle nach aller notturft zuobereyten und wapen thet 314, 38; ein galeen ... wapnen und zuorüsten Montanus 243 Bolte. II@1@a@bβ) mit präpositionalen zusätzen wappnen in, mit einer rüstung, einer waffe, gegen einen, vor einem angriff u. dgl.: daʒ harnasch hieʒ man dar tragen, daʒ was mit gold gar durchslagen; dar în wâpent in diu küniginne. Enikel weltchronik 15975 Strauch; die wappet er in glyssendem harnasch Schöferlin Livius (Mainz 1514) 64a; er wappnete mit erze des rosses stirn und seite. Scheffel Ekkeh. 398. bildlich: wapne uns mit dem schilt des glaubens vor allem feürigen geschoss Luther 10, II, 474 Weim. ausg. II@1@bb) übertragen einen oder jemandes herz, seele u. ä. wappnen, innerlich stärken, fähig machen, besonders zum ertragen, zum widerstand, doch auch zu einem unternehmen: (zum kampfe) wappnet eure brust und herzen, in erz vermauert euch, ihr selber erzen! Tieck (1828) 1, 359 (Octavian 2, 4). präpositionale fügungen. mit etwas, das als schutz dient: mit ruh'gem gleichmuth wappne die seele dir. Geibel 5, 199. gegen eine gefahr, einen einflusz: dem zusammenhange nach will Seneka seinen Lucilius gegen die furcht des todes wapnen Herder 15, 472 Suphan. im folgenden 'unzugänglich für etwas machen': so lernt er ... hülfsmittel verachten oder vernachläszigen, deren mangel ihm ... unersetzlich bleibt, und ihn vielleicht gar, weil keine blösze sich gern zeigen will, wie sie ist, gegen das bessere licht recht gebrauchter hülfsmittel zuletzt wapnet 10, 10; die menschen gegen jene bösen einflüsse durch lehre und kraft zu wappnen Claudius 7, 60. auf, für eine handlung, zu einer handlung wappnen: du, gott des schmerzes, rüste du mein lied, und wappne mich auf den verwegnen gang durch's ungeheuer nächtliche gebiet. Lenau gedichte (1857) 2, 369. es folgt zu mit inf.: hat er (Luther) sich ein gottvertrauen errungen, das ihn wappnete, den grimmigsten feinden und nöten zu widerstehen Helmolt bei H. Meyer das deutsche volkstum2 1, 169. II@1@cc) subject kann auch eine wirkliche oder geistige waffe sein: uns wapnet schwerdt und recht. Pietsch geb. schriften (1740) 23. II@22) der reflexive gebrauch. II@2@aa) im eigentlichen sinne 'sich mit allen nötigen waffen versehen', besonders 'die schutzrüstung anlegen'. II@2@a@aα) wapen dich, arma te sprachbuch von 1424, Bayerns mundarten 2, 420; sich wapnen, colligere se in arma Dasypodius 452a; sich wapnen oder waffnen, sich rüsten, to arm Ludwig 2383; Gunthêres harneschleite Gêrnôt an: alsô tugentlîchewâpen er sich began. rosengarten D1 13, 2 Holz; da der künig das hette vernummen, das die rytterschaft was kummen, da wapt er sich und leit sich an er und al sein dienstemann. H. v. Bühel königstochter v. Frankreich 1341 Merzdorf; der rysz verband die wunden und wapnet balde sich. lied v. hürnen Seyfrid 24 neudr.; nimm die wehr und wappne dich! kaiser Conrad rüstet sich! F. L. Stolberg 1, 45; der kämpe wappne sich, eh' er zum kampfe geht. Rückert werke 8, 188. poetisch auch von körpertheilen: o du für deren sohn sein arm sich wapnete. Pfeffel poet. versuche (1802 ff.) 6, 56. präpositionale fügungen (vgl. 1, a, β). in eine rüstung: da sputen sich die ritter, sie wappnen sich in stahl, sie heischen ihre rosse, sie reiten stracks zuthal. Uhland ged.2 370. im bilde: hie fehet er nu an unser harnisch und woffen zu nennen und zeiget, wie wir uns darein wapenen und schicken sollen Luther 34, II, 398, 40 Weim. ausg. scherzhaft: das volck sich alles wapnet schnell in peltz, rauch mutzen und filtzsocken ... dem winter zu thun gegenweer. H. Sachs 4, 264, 16 Keller. mit einer rüstung, einer waffe: derselbig knab hat uf ein zeit sein vater in einem ringkragen gesehen und darbei gemerket, wie er den angethon. hat nun auch ain lust überkommen, sich damit zu wepnen Zimmerische chronik2 4, 129, 1; es sol sich ainer wol wappmen mit ainer guoten dicken hawt, durch die der hund nit wol gepeiszen mag, und an den sol man den hund hetzen Mynsinger von den falken 92 Haszler. gegen, wider einen feind, eine gefahr: wir wissen, dasz sich die leo wider die wurmlen nit wappnen, der adler nach den spazen nit fleugt Knebel chronik von Kaisheim 195, 24. auf einen kampf, zu einem kampfe: unde der vurgenant rat unde ire frunde wapenten unde bereiten sich zum stride unde qwamen an di weber Limburger chronik 61, 10 (1393) Wysz; denn wo lange du säumst, und zum kampf an dem felsen dich wapnest. Odyssee5 12, 121. II@2@bb) 'sich mit geistigem rüstzeug versehen, auf der hut sein' u. ä.: II@2@b@aα) (der christ) ist schuldig sich zuo wapen und rüsten in erkantnus solicher wölf Schade satiren 3, 5, 23; wie er schnell und leicht herum schaut, wittert — und sich wapnet: — immer gegenwärtig Lavater physiogn. fragmente 1, 239; Hedwig. sie werden recht garstig gegen dich sein. Reinhold. nun weisz ich doch woran ich bin und kann mich wappnen Benedix dramat. werke2 22, 231 (rel. stud. 1, 4). II@2@b@bβ) in eine geistige waffe: in stärke und geduld hat sich, mehr wie jeder andere, der mann zu wappnen, welchem die wogen des meeres in die worte rauschen, die er ... von seiner kanzel spricht Raabe hungerpastor (1864) 125. mit: wir suln als ein gotes her von uns die uʒeren wer verwerfen, und damite isa uns wapen beide hie und da mit tugentlicher demut. passional 488, 82 Köpke; Antonius ... wopnet sich mit dem namen Cristi der heiligen leben in dem winterteil (1471) 163b; weil nu Christus im fleisch fur uns gelidden hat, so wapent euch auch mit demselbigen sinn 1. Petri 4, 1; wapnet euch fürhyn mit gebet und anderm christlichen harnisch Eberlin v. Günzburg 3, 203 neudr.; man erlaube mir also, mich auf eine besichtigung der schaamglieder so vieler schriftsteller ... zum voraus mit der frage zu wapnen: 'worin die schaamhaftigkeit überhaupt bestehe?' Herder 3, 279 Suphan; man soll sich wappnen mit geduld, mit fleisz Laube ges. schriften 16, 116. wider, gegen einen oder etwas: daʒ er sölich ungenAvd sins gemütes, die er im hAvt fürgenomen und sich hier mit wider uns gewAvppet, lichtenklich in gnAvde ... werd verkeren N. v. Wyle transl. 147, 1 Keller; die (haben) sich wider den wahren lebendigen gott damals gewapnet und auffgelehnet Dannhawer catechismus milch 1, 96; was könnte gelegener seyn, als ... sich gegen seinen feind, das entgegenstehende böse, zu wapnen? Herder 24, 563 Suphan; aus der stummen verachtung, womit sie sich gegen ihn gewappnet hatte O. Ludwig 1, 278. zu einem übel: so denck nur, wer recht leben will, das er im setz kein ander ziel, denn das er sich zu aller frist zum leiden wapne, schick und rüst. Waldis Esopus 1, 405 Kurz. für ein übel: ich hatte mich auf manches eingerichtet und mich für allerlei kleine verdrieszlichkeiten mit dem nöthigen stoizismus gewappnet Raabe Abu Telfan 2, 122. II@33) das participiale adjectiv gewappnet ist schon in th. 4, I, 3 behandelt; hier seien nur einige ergänzungen gegeben. II@3@aa) gewappnet auf waffe in körperlicher bedeutung bezogen. II@3@a@aα) es gibt wieder lat. procinctus, gewappent Diefenbach n. gl. 304a (1429); armatus, accinctus, gewapent voc. inc. teut. h 1a; loricatus, gewapent, gewoffent, gepanczirt Diefenbach gl. 336c. merkwürdig ist togatus, gewapnet n. gl. 366b (1429), es ist wohl nicht vorzusetzen. II@3@a@bβ) leicht, schwer gewappnet: lycht gewappet Schöferlin Livius (Mainz 1514) 64a. II@3@a@gγ) präpositionale fügungen. in: gewâpent in die ringe. rosengarten D1 III 9 Holz; ritter unde knechte di waren gewapent in platen, unde auch die burger, mit iren wapenrocken darober, zu stormen unde zu striden Limburger chronik 35, 19 Wysz; der so frölich ist gewAvpnet in sinen harnüsch N. v. Wyle translat. 244, 7 Keller; sollte dieser in stahl gewappnete feind durchaus nicht zu entwaffnen sein? v. Holtei erzähl. schriften 19, 10. mit: die warent gewapnet weidelich mit irem beingewande. schweiz. volkslieder 4, 6 (1368) Tobler; bildlich: wenn unserer altvordern herzen wohl mit dreifachem erz gewappnet waren, das vor dem rechten strahle erklang, wie das erz von Dodona v. Eichendorff werke (1864) 2, 341. wider, gegen: ir sült gên mir gewâpent sîn: sô wil ich durch die frouwen mîn blôʒ gegen iu rennen. Enikel weltchronik 28331 Strauch. II@3@a@dδ) gewappneter mann, gewappneter, in sprichwörtlichen wendungen (vgl.gewappnet sp. 5329): wo nichts ist, da nemen auch tausend gewapneter mann nichts sprichwörter schöne weise klugreden (1548) 39b; mangel thut durch sein thür eingahn gleich wie ein gewapneter mann. H. Sachs 19, 336, 23 Götze; es war das bild eines mannes in polnischer nationaltracht. das gefühl einer entsetzlichen ähnlichkeit überfiel den grafen wie ein gewappneter Grillparzer2 8, 26 (auf die bibel, sprüche 6, 11, zurückgehend). II@3@a@eε) gewappnetes volk, gewappnete macht: Menelaos der fürst, Agamemnon mit ihm, das gewaltige paar der Atriden von hier mit gewappneter macht fortzogen zum streit. Droysen Äschylus (1841) 43 (Agam. v. 45); wenn von drauszen der feind uns droht, wohl mit klingenden saiten im gewappneten aufgebot ziemt's dem dichter zu schreiten. Geibel 4, 218 (heroldsrufe). II@3@a@zζ) gewappnete hand (vgl.gewappnet sp. 5330); im plural mit gewappneten händen: ich beger nit euch des zu ermanen, das eure altern dick gethon, sollichem ongerechten gewalt mit gewopeten händen (armati) zu begegnen D. v. Pleningen Sallust R 3b; gewappnete hand haben: so sich zwo person mit einander geschlagen ader gerauft und nit gewapende hand hetten oberrhein. stadtrechte 1, 195 (Lauda um 1500); machen: wer gewapnet hand macht, er schlach oder nit, ist die pen 3 m weisth. 5, 215 (Überlingen). II@3@a@hη) von thieren. II@3@a@h@11)) mit schutzrüstung versehen: eyn gewopenter man uf eyme gewopenten pherde J. Rothe düring. chronik 438 v. Liliencron; mitten zwischen diesen hauffen giengen einige gewapnete elephanten Ziegler asiat. Banise (1689) 249; da lag zerspellten hauptes manch ein gewappnet pferd. Scheffel Ekkeh. 395. II@3@a@h@22)) mit ihren natürlichen waffen versehen: die ochsen wären gewapnet mit ieren hornen, die schwyn mit den zenen, der igel mit den borsten Steinhöwel Äsop 268 Österley.; er (der habicht) ist sonst mehr mit dem gemüt, dann mit den klauen gewapnet Sebiz feldbau (1579) 571; ein überausz starck wildschwein, das ein hewer und mit zenen, die im einer halben elen lang zum maul ausz reckten, gewappnet ... was Kirchhof wendunmuth 1, 306 Österley. II@3@a@thθ) von leblosem 'mit waffen behängt': drij gar groysse sallen die waeren gewaepenet ind gheordenet mit harneschs ind getzuych pilgerfahrt des ritters A. v. Harff 51. II@3@a@iι) gewappneter tanz, gewappnet ausgeführter tanz: die Cureten, saget Strabo, waren die erfinder des gewapneten tanzes das neueste a. d. anmuthigen gelehrsamkeit 8, 173. II@3@a@kκ) an die bedeutung von waffe 'gerät, werkzeug' anknüpfend, obscön: ain ainfältige junge frow mainet ain iederman solte basz gewapnet syn, wan andre tier Steinhöwel Äsop 341. II@3@bb) in übertragenem sinne von personen 'gesichert, geschützt, bereit, auf der hut' u. dgl. II@3@b@aα) uns droht gefahr, doch wir auch sind gewappnet. Freytag 3, 223 (Fabier 4). II@3@b@bβ) präpositionale fügungen. gewappnet in, mit etwas, gefestigt, gestärkt, geschützt durch etwas: solich orteilsprecher ... warend ouch nit gewapnet in erkantnisz rechter fursichtikeit Riederer spiegel der rhetoric (1493) S 3a; wie wol die frawen mit harnisch nit gewappent sein, so sein sie doch mit der zungen gewappen v. Eyb eheb. 26, 24 Herrmann; eʒ sprechent auch etleich, daʒ der peinn kaiser kainen angel hab, dâ mit er stech, sam die andern peinn habent, wan er ist genuog gewâpent mit seim gewalt, den er hât K. v. Megenberg 288, 31; bin ich gewappnet nicht mit aller vollmacht (ihn zu verhaften) von Rom, von Spanien, dem kathol'schen Deutschland? Grillparzer2 7, 136 (bruderzwist 5); er was also mit tugent gewapnet, das er alle eer und reichtumb verachtet S. Franck chronica (1531) 96a; du darffst auch den teuffel nicht fürchten, so du mit dem glauben gewapnet, und mit Christi creutz bezeichnet bist J. Arnd Thomas a Kempis übers. (1631) 62; seltsam! — auf frieden hofft' ich; dein bericht hört freilich eh'r wie mövenschrei sich an, der sturm verheiszt. so gilt es zwiefach denn mit ruh gewappnet sein. Geibel 6, 72 (Brünhild 4, 2). gewappnet wider, gegen, im folgenden mit aggressiver bedeutung: er (der cardinal) ist warlich wider dich gewappent mit vermaledeyung, würt dich in bann thuon Hutten 4, 32, 31 Böcking. defensiv: gewappnet gegen manchen schlag des lebens M. Beer (1835) 315 (Struensee 1, 10); wer von diesem spruche durchdrungen ist, ist gegen alle fremde bande und aberglauben gewappnet Hegel (1832 ff.) 9, 337. auf: der mensch kennt also den ganzen cirkel seines neuen lebens, und ist auf ihn als auf eine gemilderte strafe, durch eigne schuld, durchs liebe musz gewapnet Herder 10, 21 Suphan. dichterisch auch mit dem bloszen dativ: ja mit dir (Musenchor) wandelt, dem leide gewappnet, dahin durch die welt .. die menschenbrust. O. Banck gedichte (1858) 60. II@3@cc) auch geistiges kann gewappnet genannt werden. II@3@c@aα) seelenkräfte: daʒ das kek, fraidig wyb (Clytemnestra) getürstiglich mit gewapnetem gemt, fraiszlich in iren man wten ward Steinhöwel de claris mulier. 120, 23 Drescher; so es (das gemüt) durch die tugent und starckmütigkeit gestercket, befestiget und gewapnet geweszt Petrarche trostbücher 205a; geheime kräfte liegen in der menschenbrust! kommts dazu, dasz die geweckt werden, so stehen sie gleich gewappnet da Bettine dies buch gehört dem könig (1843) 1, 164. II@3@c@bβ) geisteserzeugnisse, eine schrift: er (der artikel) wird mehr anfechtung erfahren als der vorige, und ist deszwegen auch besser geharnischt und gewapnet als dieser Görres briefe 3, 233; im 4. cap. (der franciscanerregel) ist geschriben ain gewappnet gepott (also geben sy seltzam new namen iren merlin) kain bruoder sol groschen oder gelt nemen Eberlin v. Günzburg 3, 52 neudr. II@3@dd) zu wappen gehörig. von schilden 'mit einem wappen versehen': daʒ silbir adir golt di muʒin lin uf allin gewoppintin schilden. J. Rothe ritterspiegel 594 Bartsch. häufiger von personen 'ein wappen besitzend': der schilt der was quartiret rein mit den pesten varben tzweyn ... von golde reich ein prakenhaubt sach man dar ob (auf dem helm) erscheinen ... also der werd gewappent was. Suchenwirt 7, 232; dieselben trucksessen werent derselben marschalk nächst und recht frunde und glich mit in gewapnet, von schilte und helm monum. Boica 34, I, 97 (Augsburg 1444).
21048 Zeichen · 384 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wappnenv., trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Wappnen , v. trs . 1) So viel als waffnen, mit Waffen versehen; eigentlich und uneigentlich. »Abraham wappnete seine Kne…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wappnen

    Goethe-Wörterbuch

    wappnen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    wappnen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    wapp|nen I vb.tr. armé (armëia) II vb.refl . sich wappnen se armé, se arjigné. ▬ sich mit Geduld wappnen se arjigné pazi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wappnen

2 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von wappnen 2 Komponenten

wapp+nen

wappnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von wappnen (2 von 2)

Bewappnen

Campe

✱ Bewappnen , v. trs. s. Bewaffnen,

verwappnen

DWB

verwappnen , v. , mhd. verwâpenen mhd. wb. 3, 458; Lexer 3, 291 ; mndl. verwapenen Verwijs Verdam 9, 281 . nhd. nur in älterer zeit, s. Fisc…

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APA
Cotta, M. (2026). „wappnen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wappnen/dwb?formid=W06973
MLA
Cotta, Marcel. „wappnen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wappnen/dwb?formid=W06973. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wappnen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wappnen/dwb?formid=W06973.
BibTeX
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