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Walachei

Lex. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Walachei

Bd. 5, Sp. 658
Walachei, Wlachei, türk. Ak-Iflak, Hospodariat, zwischen Siebenbürgen, Moldau, Bulgarei, Serbien u. Ungarn, durch die Aluta in die große u. kleine W. getheilt, ist 1330 QM. groß, mit 2600000 E., die größtentheils Walachen oder Romänen sind. Hauptfluß ist die Donau, die bedeutendsten Nebenflüsse sind Aluta u. Sereth; an der Nordgränze zieht sich das metallreiche siebenbürg. Gebirge hin, das viele Zweige gegen die Donau sendet, an der sich eine weite, sehr fruchtbare Ebene ausbreitet. Der Ackerbau wird noch roh betrieben, ermöglicht aber doch wie die Viehzucht eine beträchtliche Ausfuhr. Von Industrie finden sich außer den gewöhnlichen Handwerken in den Städten kaum einige Spuren. Der größte Theil des Grundbesitzes gehört den gegen 3000 Familien starken Bojaren; die Landesbewohner, namentlich auch die zahlreichen Zigeuner. sind größtentheils leibeigen. Die W. ist ein türk. Vasallenstaat; an der Spitze der Regierung steht ein auf 7 Jahre gewählter Hospodar, in der Regel ein Fanariote; die endliche Regulirung der Verfassung wird gegenwärtig von den europäischen Großmächten erwartet (anfangs 1857). — Die W. war ein Theil Daciens, kam unter Trajan an das römische Reich u. wurde romanisirt; nach den Ueberfluthungen der Völkerwanderung war es längere Zeit unabhängig oder Schutzland von Ungarn, bis es sich 1526 freiwillig und bedingungsweise unter osman. Schutz begab. Seit 1716 setzte die Pforte Fanarioten als Hospodare ein u. verletzte die Landesrechte vielfach; Rußland gebrauchte bei jedem Kriege gegen die Türkei die Kräfte der W. und errang im Frieden zu Adrianopel 1829 eine förmliche Schutzherrlichkeit. 1848 hatte auch die W. ihre Revolution, welche russ. u. türk. Truppen in das Land führte, das sie erhalten mußte. 1853 besetzte es Kaiser Nikolaus I. als Pfand dafür, daß die Türkei seine Anforderungen erfülle; es war der Schauplatz der blutigen Kämpfe bei Oltenitza, Kalafat, Slatina, Giurgewo, bis die russ. Truppen im Hochsommer 1854 auf Verlangen Oesterreichs abzogen, welches im Einverständniß mit England u. Frankreich u. zufolge eines besondern Vertrages mit der Türkei die W. u. Moldau besetzte u. auch seit dem Pariser Frieden einige Truppen dort stehen läßt, bis die Angelegenheiten der Donaufürstenthümer definitiv geregelt sind.
2269 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Walachei

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Walachei , Wlachei , türk. Ak-Iflak , Hospodariat, zwischen Siebenbürgen, Moldau, Bulgarei, Serbien u. Ungarn, durch die…

  2. modern
    Dialekt
    Walacheif.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Walachei f. : ' Örtlichkeit mit Durcheinander, unordentliche Zustände ', Walachei (walaˈxai) [vereinzelt SOPf KB-Kriegsf…

  3. Sprichwörter
    Walachei

    Wander (Sprichwörter)

    Walachei Die Walachei ist der Kirchhof der Polen. Die Wahrheit dieses Worts haben die Polen zu verschiedenenmalen erfahr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit walachei

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von walachei

walachen + -ei

walachei leitet sich vom Lemma walachen ab mit Suffix -ei, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Keine Komposita gefunden — walachei kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „walachei". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/walachei/herder
MLA
Cotta, Marcel. „walachei". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/walachei/herder. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „walachei". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/walachei/herder.
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