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wälschen

nhd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wälschen verb.

Bd. 27, Sp. 1354
wälschen, verb. ein in allen südd. mundarten verbreitetes wort: schweiz. weltsche Stalder 2, 432. Tobler 439. Hunziker 286. Seiler 309, in Vorarlberg wälscha Frommann 3, 300, elsäss. welsche Martin - Lienhart 2, 824, schwäb. welsche Schmid 526, bair.-österr. walschn Schmeller 2, 905. Schöpf 797. Lexer 249. Unger-Khull 616b (steir. auch wallaschen), hessisch welsche Crecelius 903, in Waldeck (hd. sprache) welschen Bauer-Collitz 181. der von Adelung und Campe noch nicht verzeichnete ausdruck begegnet in neuerer zeit (zuerst bei Göthe und Voss) auch in der litteratursprache. 11) italienisch oder französisch reden: die krieger (Franzosen) welschten unter einander. Auerbach dorfgesch. (1846) 1, 52; man heiszt ihn so (Franzos), weil er ein jahr im Elsasz das sattlerhandwerk gelernt hat und davon ein wenig welscht. Herm. Kurz der sonnenwirth 1, 120; Bozen ist die grenze der deutschen sprache, hier wälscht schon der hausknecht und die kellnerin. Vischer briefe aus Italien4 12. 22) französische worte einmischen (so kaum in der volkssprache, doch vgl. elsäss. welschele): wälschen ist fälschen, entmannen der urkraft, vergiften des sprachquell. Jahn turnkunst xxii; statt des vaterländischen übereifers der sprachreiniger eine zur schau getragene sprachmengerei, die selbst das wälschen der süddeutschen kammerredner überbot. ... lediglich aus eitelkeit, weil sie alles französische für vornehmer hielten. Treitschke d. gesch. 4, 433. 33) sehr verbreitet ist in den mundarten die allgemeinere bedeutung 'eine unbekannte, fremde sprache sprechen': den kampfbereiten mann that er (der Sachse Ekkefried) erst spöttisch necken; 'bist du gefestet, unhold? trügst du durch luft und wind? bist ein waldteufel du? bist du ein menschenkind?' — hohnlachend rief Walthari: 'ich kenne solches welschen, ihr seid das rechte volk zum trügen und zum fälschen ...' Scheffel Ekkeh. 409; nun aber wollen dir (muttersprache) die weltgestalter entziehn ein ganz geschlecht nach ihren launen, und dänisch welschen soll's im neuen alter. Geibel 1, 241; wo er gangen und gestanden ist, hat er mit sich selber gewelscht in lauter fremden sprachen. Auerbach neues leben 2, 60. auch nur 'unbekannte ausdrücke gebrauchen, schwer zu verstehende reden führen': die herren doktoren und professoren hatten in beschaut und befragt, hatten geweltscht und einander angeblickt, und darauf hiesz es: er soll die kutte wieder anziehen und abtreten. Gotthelf 4, 260 (Käthi); es kam an jeden auch die reih, und wie sein bruder wälscht und sprach, durft' er auch wälschen eins hernach. Göthe 56, 21 (der ewige Jude). 44) undeutlich, unverständlich reden (die gewöhnlichste bedeutung), auch häufig in zusammensetzungen: s' eben (in Frankfurt) alles ganz anders als bei uns (Schwaben) ... wenn einer so im vorbeischieszen was an dich hinwelscht, — bis dir eine antwort eingefallen ist, ist der schon über alle berg'. Herm. Kurz der sonnenwirth 2, 18; ich seh das alte dumme weib noch vor mir, ... wie sie alles wie kraut und rüben durcheinander wälschte; gott weisz, wo sie es aufgesammelt hatte! Storm werke 4, 318 (im brauerhause). übertragen von thieren: nei loset, wiener (der storch) welsche cha! verstoht men au ne wörtli dra? Hebel der storch 9. 55) nicht auf die sprache bezieht sich wälschen an folgender stelle 'wälsche (italienische) art zeigen': sei stets, auch eifernd, ungefälscht, du sohn von Teut und Mana! nicht schlau gehöfelt, noch gewälscht mit tückischer tofana! Voss 5, 46.
3524 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wälschenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    wälschen , verb. ein in allen südd. mundarten verbreitetes wort: schweiz. weltsche Stalder 2, 432 . Tobler 439 . Hunzike…

  2. modern
    Dialekt
    wälschen

    Rheinisches Wb.

    wälschen -ę- Saar, Rip, Berg schw.: undeutl., unverständlich reden; s. kauderwälschen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waelschen

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von waelschen

wals + -chen

waelschen leitet sich vom Lemma wals ab mit Suffix -chen, mit Umlaut-Wechsel.

Ableitungen von waelschen (1 von 1)

verwälschen

DWB

verwälschen , verwelschen, v., transitiv: die reine teutsche sprach mit ihren satten worten ward dergestalt vermischt, verwelscht, vermumt H…