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wabern

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wabern verb.

Bd. 27, Sp. 12
wabern, verb. sich hin und her bewegen. ein altgerm. wort, das namentlich im fränkisch-thüringischen lebendig geblieben ist. es entspricht anord. vafra Fritzner 3, 839, sich schwankend bewegen, namentlich von der flamme, norw. vavra Aasen 904. Ross 892 schweben, schwanken, hin und her gehen, unverständlich reden, schwatzen, mengl. waveron Stratmann-Bradley 672, engl. waver sich beständig hin und her bewegen, wanken, schwanken, dazu das ags. adj. wæfre Bosworth-Toller 1151 beweglich, schwankend, auch in zusammensetzungen wie wæfersýn schauspiel (entsprechend ahd. wabarsiuni Tatian 210, 3), wo es auf die vor dem auge vorüberziehenden bilder geht. über die etymologie von wabern, dem von verwandten bildungen wafern am nächsten steht, ist unter wabben gehandelt. eine form wabbern (wappern) scheint sich auf das nd. zu beschränken. 11) hin und her gehen, geschäftig sein: so ist unser gutlich begern, ir wullet ... ime keyns unguthen gewarten, sunder zu ainer gelegenheydt hin und widder ungeirret wabern und handeln lassen. Diefenbach-Wülcker 891 (Kirchhain 1506); der in seinem lande guten frieden hielte, dasz die leute köndten sicher drinnen wandeln, wabern und handeln. Luther tischr. 335, 6; die füsse gehen und wabern. J. Ferrarius von dem gemeinen nutze (1533) 9b bei Vilmar 433. 22) im jetzigen hess. und nass. bezeichnet wabern (daneben das weiter verbreitete webern) namentlich eine lebhafte, aber schwankende, ziellose bewegung. Crecelius 886. Vilmar 433. Kehrein 440. Schmeller2 2, 829: ich sah in der dunkelheit so etwas wabern, aber ob es ein mensch oder ein thier war, konnte ich nicht unterscheiden. Vilmar a. a. o.; da nahm der gute knecht seine geige vom hals, legte sie zurecht, und wie er den ersten strich that, fieng alles an zu wabern und zu wanken. Grimm märch. (1843) 2, 148. oberhess. kann wabern auch ein gespenstisches umgehen bezeichnen, ebenso nd. wawern spuken Ravensbergisches id. 330. in einem mhd. beleg wird es von dem leben des kindes im mutterleib gebraucht: in dem sehsten mânôte dô Johannes wabernde was in sîner muoter lîbe. M. Eckhart mystiker 2, 104, 27 Pfeiffer; durch einander wabern, in einer sprichwörtlichen redensart: zerstrewet sind die sinne mein und gehn gleich durch einander wabern wie auff dem feld der gmete habern. Hans Sachs 5, 322, 5 Keller; die warheit leidt grossen gewalt. brüderlich lieb ist gar erkalt. desz geht es durch einander wabern eben wie der gemehte habern. 11, 418, 4. mit einer richtungsbestimmung s. v. w. laufen, von einem kind: sie kratzt nimmer! sie kratzt nimmer! mit diesem heiteren doppelschrei waberte der Lipperl zur thür herein. Rosegger idyllen 105. da sich wabern sonst im bair.-österreich. nicht nachweisen läszt, wird es hier für ein dialectisches webern stehen. 33) die bedeutung von wabbeln 4 hat westfäl. wabbern Woeste 313, auch in ndl. mundarten De Bo westvlaamsch id. 1366, während es in der ndl. schriftsprache mit umsetzung des bb in pp wappern heiszt (auch s. v. w. flattern). 44) flackern, von einer flamme, ist nachbildung des anord. vafra (s.waberlohe) und erst seit bekanntwerden der nord. mythologie bei uns üblich: dann ward sie (Brünhild) von einem wabernden feuer und auszerdem noch von rothen und weiszen schildern (einer schildburg) umgeben. W. Grimm heldensage2 391; herauf, wabernde lohe, umlod're mir feurig den fels. Rich. Wagner 6, 117 (walk. III); was flackert und lackert, was flimmert und schwirrt, was schwebt dort und webt und wabert umher? da glimmert's und glitzt's in der sonne gluth. 6, 153 (Siegfr. I); einen felsen such' ich, von feuer ist der umwabert. 6, 221 (Siegfr. III).
3639 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wabernsw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    wabern , sw. V. Vw.: s. waberen

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wabernverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    wabern , verb. sich hin und her bewegen. ein altgerm. wort, das namentlich im fränkisch-thüringischen lebendig geblieben…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wabern

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wabern ( wabeln, webern ), in lebhaft unruhiger Bewegung sein, besonders von Flammen: emporzüngeln; daher: Waberlohe (al…

  4. Spezial
    wabern

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    wabern мерцать, мигать (об огне) übertr. es waberte das Gerücht, dass ... - поговаривали, что ...; распространился слух,…

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Cotta, M. (2026). „wabern". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wabern/dwb?formid=W00049
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Cotta, Marcel. „wabern". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wabern/dwb?formid=W00049. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wabern". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wabern/dwb?formid=W00049.
BibTeX
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