Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Visitation
Visitation
visitieren Vb. ‘prüfend besichtigen, untersuchen, durchsuchen’, mhd. visitieren ‘besuchen, sich in etw. versenken’, (von Gott) ‘heimsuchen’, (von kirchlichen Aufsichtspersonen) ‘prüfend besichtigen’, entlehnt aus lat. vīsitāre ‘oft sehen, nach jmdm. sehen, besichtigen, besuchen’, kirchenlat. (von Gott) ‘heimsuchen’, Intensivum zu lat. vīsere ‘besichtigen, besuchen’, eigentlich ‘zu sehen wünschen’, seinerseits eine Intensivbildung zu lat. vidēre (vīsum) ‘sehen, wahrnehmen, erkennen’. Im Nhd. vornehmlich geläufig zur Bezeichnung der Kontrolltätigkeit geistlicher und weltlicher Behörden. – Visitation f. ‘Besuch, Besichtigung zum Zweck der Überprüfung, Untersuchung, Durchsuchung’, mhd. visitatiōn, aus lat. vīsitātio (Genitiv vīsitātiōnis) ‘das Sehen, Besichtigung, Besuch, Heimsuchung’; die Bedeutungsentwicklung entspricht der des Verbs. Visite f. ‘Arztbesuch (am Krankenbett)’ (um 1700; zuvor vereinzelt unter ital. Einfluß stehendes Visita, 2. Hälfte 16. Jh.), ‘(Höflichkeits)besuch’ (1. Hälfte 17. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. visite. Visitenkarte f. ‘Karte mit aufgedrucktem Namen (und Adresse) des Besuchers zur Überreichung bei offiziellen Besuchen’ (2. Hälfte 18. Jh.); vgl. gleichzeitig bezeugtes engl. visitingcard und jüngeres frz. carte de visite.