verzerrung,
f. , '
entstellung, deformierung; entartung'.
verbalabstraktum zu verzerren.
erst seit der zweiten hälfte des 18.
jhs. bezeugt. das wort wird sowohl als nomen actionis wie auch als nomen acti gebraucht, bisweilen bezeichnet es auch das ergebnis eines vorganges, nämlich das miszgestaltete objekt selbst. —
auffällig ist wie beim verbum der häufige gebrauch in der sturm- und drang-literatur, besonders bei M. Klinger. 11)
von der entstellung und miszgestaltung des gegenstandes selbst. 1@aa)
von der entstellung der gesichtszüge oder der verrenkung des körpers und der gliedmaszen: ich wünschte, er hätte ein haar von schlangen und die verzärrungen (!) der Gorgone Lenz
sizil. vesper 13
Weinhold; abgeschmackte gebehrden, manieren, verzerrungen des cörpers Knigge
umgang m. menschen (1796) 1, 86; die auszerordentlichen verzerrungen des mundes (
beim tanz) J. G. Forster
s. schr. (1843) 2, 108; wenig natur und grazie, wohl aber viel steifheit und verzerrung in den ... eingeübten tanzmanieren Böhme
gesch. d. tanzes (1886) 316.
häufig als ausdruck seelischer vorgänge: ihre (
der Sizilianer) andacht (
ist) eben so leidenschaftlich, die blos in körperlichen verzerrungen und grimacen besteht
allg. dt. bibl. (1765) 94, 1, 9; es giebt leidenschaften ..., die sich in dem gesichte durch die häszlichsten verzerrungen äuszern Lavater
physiogn. fragm. (1775) 1, 95; (
Fiesko) wirft von der seite einen forschenden blik darauf, den er starr und langsam unter verzerrungen zurückzieht Schiller 3, 149
G.; o geiz! du scheusal, das mit schiefen augen nur mehr und mehr zu häufen sucht und ekle verzerrung grinzt, soll es dem nachbar leihn Tieck
schr. (1828) 3, 339.
unmittelbar auf die seelische regung bezogen: sein possirlicher ernst verwandelte sich in verzerrung des zorns Klinger
w. 6 (1815) 104; welche verzerrung des erstaunens, des lachens, der verwirrung erzeugen nicht blosze gedankenspiele auf unserm gesicht Bode
Montaigne (1793) 5, 137.
besonders vom schmerzverzogenen gesichtsausdruck: aber gut, dasz er (
d. mensch) so ist, dasz er den verzerrungen des schmerzes, eine possierliche grimmasse, der furchtbarsten leidenschaft ihre lächerlichkeit abzugewinnen versteht Börne
ges. schr. (1829) 1, 149; unter schmerzlicher verzerrung seines schönen gesichtes Th. Mann
Lotte in Weimar (1946) 198;
auch: das verweinte gesicht, die verzerrung des schmerzes (
der pieta) Wölfflin
d. klass. kunst (1901) 42.
von schmerz und verzerrung im todeskampfe: man ... fand den verzweifelten blau und schwarz in der scheusslichsten verzerrung auf seinem schatze Klinger
w. 3 (1815) 199; ach, noch sehe ich dieses traurige schlachtfeld und all die verzerrungen seiner verstümmelten Kürnberger
nov. (1861) 1, 36; von der ruhigen haltung des leidenden heros bis herunter zu den verzerrungen und krämpfen eines erstickenden Justi
Winckelmann (1866) 1, 459. 1@bb)
von miszgestalteten gebilden der wirklichkeit und der phantasie: wahrscheinlich gab ... eine ähnliche ungestalt zu jenem widernatürlichen fuszzwange, zu jenen abscheulichen verzerrungen der ohren ... anlasz Herder 13, 217
S.; von zeit zu zeit kommen die fürsten der hölle in riesengrösze, aber mit der schrecklichsten verzerrung der menschlichen figur Jung-Stilling
s. schr. (1835) 2, 40; bis endlich alles (
nebelphantome) in den wahnsinnigsten verzerrungen zusammenkräuselt H. Heine
s. w. 3, 69
Elster. 22)
miszgestaltung, verunstaltung, auch entartung in darstellung und wiedergabe, bisweilen auch nur in der auffassung eines selbst unveränderten vorbildes. 2@aa)
von der entstellung im bereich der bildenden kunst und architektur: verschiedne masken ..., welche von der tragischen würde an bis zur komischen verzerrung nach alten mustern mannichfaltige charaktere zeigen Göthe I 40, 4
W.; noch viel weniger aber, als die schönheit, darf die grazie durch das charakteristische (
in einer darstellung) beeinträchtigt werden, ... sonst entsteht auch hier karikatur, als verzerrung, verrenkung Schopenhauer
w. 1, 301
Gr.; eben so schrecken die entsetzlichen verzerrungen der kirchenfaçaden von jedem besuch des innern zurück Gaudy
s. w. (1844) 5, 159; obgleich nicht die geringste verzerrung oder übertreibung in den figuren an sich liegt Welcker
alte denkm. (1849) 3, 186; mit einer kleinen verzerrung verwandelte er (
zeichnend) ein menschenantlitz in das eines thieres oder in das abbild eines todten dinges, dem gelächter aller welt es preisgebend C.
F. Meyer
d. heilige (1886) 143; jenem seltsamen (
etruskischen) styl einer geflissentlichen verzerrung stellt sich ein anderer zur seite Ed. Gerhard
akad. abhandl. (1866) 1, 104; schon die reine tatsache, dasz der Magdeburger (
künstler) sich im greifbaren raume ausdehnen kann, schützt ihn vor gewissen archaischen verzerrungen, wie sie namentlich die unterkörper der gemalten gestalten zeigen müssen Pinder
kunst d. ersten bürgerzeit (1937) 52.
von der übersteigerten, ans bizarre grenzenden eigenart des künstlerischen ausdrucks: (
Michelangelo) bleibt groszartig auch noch in den verzerrungen seines altersstiles Wölfflin
d. klass. kunst (1901) 180; (
der kupferstich Dürers von Melanchthon) gibt eine charakterschilderung bis an die grenze der verzerrung Dehio
gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 64. 2@bb)
von der entstellenden wiedergabe musikalischer oder sprachlicher gebilde: wenn der philologe mühsam, langsam, schwerfällig, taktlos ein (
musik-)stück hervorstümpert, herausgehämmert hat, ist es (
ihr) eigentum geworden, und aus der verzerrung des bruders stellt sie das werk des komponisten wieder her (1856) W. Raabe
s. w. I 2, 107; (
regieanweisung:) chor, mit gewaltiger mühe und verzerrung (
im gesang) R. Wagner
ges. schr. u. dicht. (1897) 9, 8; als mittel hierfür (
diffamierung d. juden) bot sich ihr (
d. nazistischen regierung) der jargon dar, der den Deutschen seinen wortformen nach als eine verzerrung der deutschen sprache erscheint Klemperer
l. t. i. (1949) 87.
vgl. hierzu auch: es dauerte geraume zeit, bis sich Grazia aus der absonderlichen lautverzerrung (
d. Engländers) zwei worte fangen konnte Werfel
geschw. v. Neapel (1931) 113. 2@cc)
im bereiche der dichtung und bühnendarstellung im sinne von '
übertreibung, übersteigerung des ausdrucks',
aber auch '
ausartung, entartung, auswuchs': alles ist wahr, simpel ohne verzerrung (
in jenem drama) Ramler
schön. wissensch. (1758) 2, 354; der teutsche gedruckte unsinn ... grenzt durch eine krampfhafte oder ... poetische verzerrung mehr noch an wahnsinn als dummheit Klinger
w. 11 (1809) 50; die deutsche bühne war der nachbarn hohn; verzerrung galt für witz, klopffechten und gebelle für leidenschaft Gotter
ged. (1787) 1, 342; die begierde nach jenen stücken (
wie den Ifflandschen) scheint mir auch mehr durch einen überdrusz an den ritterschauspielen erzeugt oder wenigstens verstärkt worden zu seyn, man wollte sich von verzerrungen erholen (1798) Schiller
br. 5, 424
Jonas; wo er (
der mann von genie) aber das nachahmungsfieber verursacht, und die verzerrungen schriftstellerischer histrionen (
antike schauspieler) bald mitleid bald lachen erregen J. G. Forster
s. schr. (1843) 6, 9; dieses alles (
schreckensszenen auf der bühne), bald vom falben scheine der blitze beleuchtet, bald von finsterer nacht umhüllt, dasz sich zum schrecken der wirklichkeit auch noch die angst des traumes geselle — hat das nicht in seiner gräszlichen verzerrung auch einen zug von lächerlichkeit? Börne
ges. schr. (1829) 13, 83; was von 'idealität' daneben (
in Zolas büchern) herläuft ..., ist verzerrung, poesie mit albernheiten verquickt Fontane
familienbriefe 2, 34
Fritsch; jener zarte sinn für die reine form ..., er ist dem dichter nicht minder unerläszlich, als der kecke muth, der seine lust hat an den mannigfachen verzerrungen, in denen das menschenleben die idee des schönen entstellt und gebrochen zur erscheinung bringt Treitschke
hist. u. polit. aufs. (1886) 1, 437.
die ursprüngliche bedeutung des wortes wird mit und hinter der übertragung sichtbar: seine (
Viktor Hugos in '
Notre Dame de Paris') vorgeführten sogenannten handelnden personen sind keine menschen mit lebendigem fleisch und blut, sondern elende hölzerne puppen, mit denen er umspringt wie er belieben hat, und die er allerlei verzerrungen und fratzen machen läszt Göthe
gespräche 8, 99
Biederm.; wer sagt denn, vater, dasz ich (
als komödiant) karrikiren will, dasz ich fratzen-gesichter und verzerrungen im sinne trage? Holtei
erz. schr. (1861) 35, 85; bei allen schwänken und possenspielen dieser zeit dürfen wir darum nie vergessen, die äuszerste entstellung und verzerrung in den dargestellten figuren hinzuzudenken, um die wirkung, die diese oft witz- und geistlosen dinge machten, errathen zu können Gervinus
gesch. d. dt. dichtung (1853) 2, 335. 2@dd)
entstellung von sachverhalten, begriffen, theoremen usw. in auffassung, wiedergabe und darstellung: gar eine viereinigkeit (
d. evangelisten) erzwingen zu wollen, ist in meinen augen die ärgste und widerlichste verzerrung vier vortrefflicher schriftsteller, die man nur ersinnen kann
allg. dt. bibl., anh. zu bd. 37-52, 2 (1783) 698; verzerrung und zerreiszung seiner (
des Tacitus) bilder (
durch schlechte übersetzung)
ebda 9, 2, 115; der alte offenbarer des orients (
Moses) durch so viele ... hypothesen, dichtungen, verzerrungen ... kaum gerettet ... Herder 6, 203
S.; die hypothetische verzerrung so vieler herrlichen und erfreulichen naturphänomene (
durch Newton) Göthe II 4, 394
W.; mir fällt nicht schwer, mit einem klaren unschuldigen blick alle zustände zu beachten und sie ebenso rein darzustellen. jede art fratzenhafter verzerrung, wodurch sich dünkelhafte menschen nach eigener sinnesweise an dem gegenstand versündigen, war mir von jeher zuwider Göthe I 33, 242
W.; (
d. eingeborenen) haben einige christliche vorstellungen, ich kann nur sagen, aufgeschnappt, und besitzen sie nun in seltsamster verzerrung Steinen
naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 346.
von bewuszter entstellung eines sachverhaltes: (
die deutsche presse) steht hier (
in d. kritik) in vortheilhaftem gegensatz zu der journalistik Nordamerikas und der Schweiz, wo sich die spieszbürgerlichste und gemeinste verzerrung der persönlichkeiten breit macht G. Freytag
ges. w. 15 (1887) 99; ein dr. Arendt ... hat eine zornige flugschrift geschrieben, worin er dem verfasser indiscretion und verzerrung aus kaltem herzen nachsagt (1889)
ders., br. an s. gattin (1912) 330; ich glaube nicht, dasz es (
d. buch) eine verzerrung der verhältnisse sein kann Renn
adel im untergang (1947) 372.
in jüngster sprache von dem überlegten miszbrauch ethischer und politischer wertbegriffe: alle verzerrungen und veräuszerlichungen haben dieser tönenden wortsippe (
heldentum) schon oft genug vor dem dritten reich angehaftet Klemperer
l. t. i. (1949) 14; in solcher verzerrung (
durch die nazistische ideologie) waren begriff und wort Europa doch nur für eine geringe schicht gebildeter da
ebda 171. 33)
die entstellung kann eine nur scheinbare sein, weil sie auf subjektiver auffassung oder täuschung beruht: der sich verziehende mund dünkt mich verzerrung, das sich meldende lachen wird grimasse Herder 3, 119
S.; die scheinbare conträre verzerrung (
durch ein prisma) Göthe II 5, 1, 72
W.; so dasz dadurch alles, was man als verzerrung, unnatur und steifigkeit der pflanzenformen ansehen könnte, wesentlich als eine angemessene umbildung zum eigentlichen architektonischen zu betrachten ist Hegel
w. (1832) 10, 2, 302; wie die formen der thiere als eine verzerrung des menschenbildes, so erscheint ihr ausdruck, ihr thun wie der geistige abgrund eines wahnsinnigen Vischer
ästhetik (1846) 2, 116; die gestalt vieler (
fische) ... geht in die sonderbarsten formen über, auch in solche, welche uns als häszliche verzerrungen erscheinen wollen Brehm
tierl. 8, 1
P.-L. 44)
ansatzpunkte zu einer stärkeren verselbständigung des bedeutungsinhaltes als entartung, auswuchs finden sich vor allem im abstrakten bereich. im hintergrunde steht hier wie im voraufgehenden die vorstellung der reinen, natürlichen form, die durch übersteigerung ihrer wesenszüge in den verschiedensten spielarten der verbiegung, entstellung, entartung erscheinen kann. 4@aa)
von den kräften des seelisch-geistigen: jede verzerrung seines geistes (
sei) lauter kunst, sein kalter stolz lauter fähigkeit
anmuth. gelehrsamk. 5, 410
Gottsched; weder ihre (
der Griechen) heroen, noch menschliche helden haben zu ihrem hauptzuge eine klosterheiligkeit, eine verzückte andacht, eine buszfertige verzerrung oder eine sich wegwerfende demuth Herder 3, 60
S.; mit welchen verzerrungen von seelenstärke treten wir wieder in seine gegenwart Göthe I 9, 326
W.; wir trauern über seinen (
Philipps) misverstand, weil wir auch selbst aus dieser verzerrung noch züge von menschheit herauslesen Schiller 6, 67
G.; so findet der leser in diesem werke ... die verzerrungen des herzens und des verstandes Klinger
s. philos. romane (o. j.) 1, vi; die seltsamsten verzerrungen der genialität
Europa (1803) 2, 95
Fr. Schlegel; nie wird mein schmerz mich so unedel machen können, dasz ich in wilder verzerrung liebe und freundschaft von mir stosze Tieck
schr. (1828) 6, 24; seine gefühle sind nur verzerrungen, nicht rührender als das zucken des froschschenkels an der galvanischen säule Börne
ges. schr. (1829) 7, 109; die selbstverleugnung (
finde) grenzen, über die hinaus sie in unnatur und verzerrung überginge Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 101; da will ein kleines verratenes herz ausruhen, da wollen zwei augen auf ihre weide — und es entsteht kein ungeduldiges zerren dabei und keine verzerrung (1906) Rilke
br. (1950) 1, 146. 4@bb)
von den miszbildungen, entartungen im geistigen und gesellschaftlichen leben der gemeinschaft: so arten unter euren händen ... religion, wissenschaften und regierung zu unsinn, verzerrung und tyranney aus Klinger
w. 3 (1815) 284; so steht nun das ganze menschengeschlecht ... mit allen hohen tugenden ... seinen scheuszlichen lastern, widrigen verzerrungen und dem ganzen gefolge aller miszbräuche seiner fähigkeiten auf diesem so wunderbaren ... schauplatz
ebda 3, x; menschheit in allen verzerrungen ist immer noch bewundernswürdige menschheit Herder 9, 448
S.; welche unter allen verzerrungen der menschlichkeit ist die ekelhafteste, die verächtlichste und doch die gewöhnlichste? ich meine, die heuchelei Fr. Bouterwek
graf Donamar (1791) 3, 152; dass man zuletzt den grad wissenschaftlicher meisterschaft nach dem grad der widernatürlichen verzerrungen und verrenkungen beurtheilt, in die eine philosophie verfällt ... Schelling
w. (1856) 19; nein, es ist offenbar, ... dasz er (
d. könig) die politik Carls überbietend, in verzerrung gerieth H. Laube
ges. schr. (1875) 3, 169; dabei ist ... nicht zu übersehen, dass seine fehler ... auswüchse des königthums waren, welches die nation ... bis zur ... verzerrung ausbilden half Döllinger
akad. vortr. (1888) 1, 317; ist doch schon die soziale organisation jeder art und stufe ein gegenwert, ein gebilde, dessen realisation selbst in der einseitigsten verzerrung noch wertvoll ist, weil seine vernichtung die entfesselung des privaten egoismus ist
N. Hartmann
ethik (1935) 293; nun war es so, dasz ein mädchen die hand dazu (
zur unterstützung des mörders) geboten hatte, und das machte die verzerrung der natur eindringlicher und schrecklicher E. Wiechert
missa sine nomine (1950) 207. 55)
fachsprachliche verwendung des wortes. 5@aa)
im naturwissenschaftlich-technischen bereich: 5@a@aα)
nachgeben bzw. ausweichen eines unter druck gesetzten (
tragenden)
körpers: das mass der verzerrung (
eines belasteten balkenträgers) ist ... (
formel) Lueger
lex. d. ges. techn. (1894) 1, 783.
vgl. hierzu auch: so hat das verzerrungsverhältnis auf die berechnung des (
belasteten) balkens keinen einflusz
ebda. 5@a@bβ)
in der optik so viel wie '
verzeichnung',
d. h. die durch sphärische aberration oder koma (
opt. bildfehler)
hervorgerufene distorsion des bildes, s. gr. Brockhaus 19 (1934) 561
a s. v. verzerrung
und verzeichnung. 5@a@gγ)
in der mathematik: änderung der maszstäbe oder winkel bei einer abbildung, s. gr. Brockhaus 19 (1934) 561
a s. v. verzerrung. 5@a@dδ)
in der rundfunktechnik die nicht formgetreue wiedergabe der dem eingang eines gerätes zugeführten schwingungen, s. gr. Brockhaus 19 (1934) 561
a s. v. verzerrung (
s. o. verzerren B 5 a).
vgl. auch: verzerrung ...
détorsion du champ magnétique vertical galvanoscop Blaschke
wb. d. elektrotechn. (1901) 1, 135
a. 5@bb)
in der medizin: verzerrung
misstaltende, gänzlich entstellende verziehung des mundes, wie sie elbischen dämonen, z. b. den fangen, eigen sein soll nach dem volksglauben Höfler
dt. krankheitsnamenb. 851
b.
zu der bedeutung verzerren
umstülpen der augenlider éraillement des paupières; ectropion Schaffer 2, 3 (1838) 550 (
vgl. auch Sachs- Villatte 1, 594
b s. v. éraillement),
s. näheres unter verzerren C 1. 5@cc)
in der textilfachkunde: verzerrung der fäden eines zeuges
éraillure Mozin
dt.-frz. (1856) 4, 1091
c (
vgl. auch Sachs- Villatte 1, 594
b s. v. éraillure)
s. näheres unter verzerren C 2.