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Verwitterung

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Verwitterung

Bd. 20, Sp. 122
Verwitterung, die durch die Atmosphärilien (Wasser und Luft) verursachte Veränderung der Mineralien und Gesteine, bei der mit allmählichem Verlust von Bestandteilen kein andrer Ersatz als die Aufnahme von Sauerstoff, Kohlensäure und Wasser, zugleich aber ein Verlust der Konsistenz und selbst der Form verbunden ist (einfache V.). Die V. beginnt in der Regel an der Oberfläche und greift, auf den Spalten und Klüften vordringend, immer weiter um sich, bis das Mineral oder Gestein zu Grus, Sand oder Lehm zerfällt, der vom Regenwasser fortgespült wird. In den ersten Stadien erscheint die V. als eine bloße Verfärbung oder Bleichung. Dunkle, durch organische Substanzen gefärbte Gesteine werden weiß oder hellgrau; grüne, eisenoxydulhaltige werden rot und braun, indem sich Eisenoxyd oder Eisenhydroxyd bildet. Glasige Gesteine werden durch neu entstehende kristallinische Ausscheidungen matt und undurchsichtig. In manchen Fällen bilden sich auflösliche Salze, die als Effloreszenzen auftreten, oder es entstehen Metalloxyde, besonders von Eisen und Mangan, die sich auf Klüften und Fugen als Anflug, als Überzug oder in der Form von Dendriten ablagern. Andre Gesteine, wie Granit, Syenit und Gneis, lockern sich auf und zerfallen. Weit wichtiger sind aber die tiefer eingreifenden Zerstörungen, die viele Gesteine dadurch erleiden, daß gewisse ihrer Bestandteile im Laufe der Zeit einer chemischen Zersetzung unterliegen. Während manche Gesteinsgemengteile, wie die Karbonate, sich nach und nach ganz auflösen, werden andre, wie Feldspat, Augit, Olivin, zuweilen so angegriffen, daß nur gewisse ihrer Bestandteile sich lösen oder gegen Bestandteile der die V. hervorrufenden Lösung ausgetauscht werden (sogen. komplizierte V.). So entstehen aus Orthoklas Kaolin und Muskovit, aus Leuzit und Nephelin Zeolithe. Kein Gestein vermag der V. vollkommen zu widerstehen; dieselbe ist je nach der mineralogischen oder chemischen Zusammensetzung und nach dem Vorkommen der Gesteine sehr verschieden und in den Tropen im allgemeinen intensiver als in den gemäßigten und kältern Zonen (vgl. Laterit und Insolation). Eine sehr vollständige Übersicht der Vorgänge bei der V. der einzelnen Mineralien gibt J. Roth in seiner »Allgemeinen und chemischen Geologie« (Bd. 1, Berl. 1879).
2272 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    verwitterungf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    verwitterung , f. , seit der 2. hälfte des 18. jhs. belegt, ausschlieszlich zu verwittern A 3. 1 1) der vorgang des verw…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Verwitterung

    Goethe-Wörterbuch

    Verwitterung [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Verwitterung

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Verwitterung , Zerfallen mineralischer Substanzen durch die Einwirkung der Atmosphäre.

  4. Spezial
    Verwitterung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ver|wit|te|rung f. (-,-en) desgregaziun (-s) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verwitterung

13 Bildungen · 13 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verwitterung 3 Analysen

ver- + witterung

verwitterung leitet sich vom Lemma witterung ab mit Präfix ver-.

Alternativen: ver-+witter+-ung verwittern+-er+-ung

Zerlegung von verwitterung 3 Komponenten

ver+(witte+rung)

verwitterung setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verwitterung‑ als Erstglied (13 von 13)

verwitterungsboden

DWB

verwitterung·s·boden

verwitterungsboden , m. : man nennt diesen boden ( der aus verwittertem gestein besteht ) verwitterungsboden Stoeckhardt chem. feldpred. (18…

verwitterungsbühne

DWB

verwitterung·s·buehne

-bühne , f. : verwitterungsbühnen, das sind getäfelte oder mit thon bestampfte plätze, wo die vitriolerze verwittern Lampadius hdwb. d. hütt…

verwitterungsform

DWB

verwitterung·s·form

-form , f. : ( die alten eruptivmassen ) haben für die oberflächengestaltung eine bedeutung nur soweit als ihnen besondere verwitterungsform…

verwitterungsgeruch

DWB

verwitterung·s·geruch

-geruch , m. : im emporsteigen verwandelte sich der verwitterungsgeruch des vergilbten papiers in lebendige gestalten, in licht, in farbe, i…

verwitterungskrume

DWB

verwitterung·s·krume

-krume , f. : oberflächlich sind der lösz und auch die verwitterungskrume anderen gesteins ... sehr stark mit humus angereichert Hettner d. …

verwitterungskruste

DWB

verwitterung·s·kruste

-kruste , f. : astrakanit ..., von dem kainit dadurch verschieden, dasz er sich leichter mit einer verwitterungskruste überzieht Muspratt ch…

verwitterungsprozesz

DWB

-prozesz , m. : Lueger lex. d. ges. techn. 2, 502 ; Muspratt chemie (1888) 8, 311 ; —