verwidmen,
v. ,
seit spätmhd. zeit belegt: mhd. wb. 3, 620; Lexer;
in neuerer zeit nicht mehr üblich. auch in den mundartwbb. nur ältere belege: Fischer
schwäb. wb. 2, 1414 (
bis 16.
jh.);
schweiz. id. 1, 911; Schmeller-Fr. 2, 860. 11)
mit sächlichem object, jemandem ein gut, ein besitztum übereignen oder zur nutznieszung überlassen: verwidmet guot
Straszb. stadtrechte 2, 100.
ursprünglich vom wittum: welche ... ire gemahel wider iren willen von sich stossen oder verlassen on rechtmessige ursach, denselbigen hat der keiser die straff gesetzet, das das verlassen teil im behalten soll, was es diesem verwidmet hat, sive dotem sive dotationem propter nuptias, und dazu sein lebenlang das auch niessen, das im dieses verwidmet hat Sarcerius
buch vom heil. ehestand (1553) 177
a; nachdem und das (
gut) miner gemachel zem teil verwidmet ... ist
dokumente z. gesch. d. bürgermeisters H. Waldman 1, 120.
aber auch in anderm sinne: zu dem vermogen und vorrathe yn den gemeinen kasten sollen diesse namhaftige stucke, zinsse, guter, gerechtigkeiten, gelt und habe, allenthalben zu hauffe geschlagen, eingesamlet, gebracht, als ewig verwidembt und einverleibt, sein und bleyben Luther 12, 17
W.; der könig verwidmet den bäpstischen, beineben etlich clöstern, etwas järlicher renten Wurstisen
Paulus Ämilius (1572) 2, 287. verwidmen auf
und an jemanden: dise keyserliche wirde war anfengklich ... auf kein geschlächt verwidmet Stumpf
Schweizerchron. (1606) 311
b; damit ist dann Khärndten an die Schwaben kommen und also an dieses fürsten Ottonis stammen ordentlich zu lehen verwidmet worden Megiser
annales Carinthiae (1612) 676. 22)
mit persönlichem object, eine frau verwidmen,
mit wittum ausstatten: das sie, die königin, nach seinem todt ihre nahrung und auffenthalt hette, hat er sie verwidmet und ihr underhanden gethan das stätlein Spandaw Nigrinus
von zäuberern (1592) 5.
meist auf etwas verwidmen: die hab und guetter, darauff er seinen gemahel verwidembt, predia dotalia gnannt (1553)
urkb. d. stadt Heilbronn 3, 343; und ist frau Lisa auff solchen halben theil verwidmet worden Hertzog
chron. Alsatiae (1592) 5, 38. 33)
zu etwas bestimmen, besonders von der bestimmung zum geistlichen stand: so du dich gott geben hast in seinen dienst oder durch ander menschen darzu verwidmet bist Geiler v. Keisersberg
irrig schaf 16; zum andern solte er die zugesagte und versprochene braut ... nicht heimholen, sondern dieselbige gotte, Marien und sanct Blasio zu ehren unter die regul Augustini zu einer ebbtinnen verwidmen lassen Letzner
dasselische chronica (1596) 1, 10
a.
seltener in anderem sinn: was wunders, wann ... die kinder hernach in ihrem alter oft schelmen, dieb, huren und hexen werden, da sie doch die eltern ... gleichsam durch lose namen dazu verwidmet und beygeführt haben Moscherosch
insomnis cura parentum 84
ndr.; (
unsere gedanken) dem guten alleine zu verwidmen Butschky
Pathmos (1677) 416.