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verspilden

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verspilden verb.

Bd. 25, Sp. 1425
verspilden, verspilten, verb. form und verwandtschaft. von spild(i) 'prodigus' abgeleitet, mit spalten verwandt, altes germanisches compositum. ahd. farspildan, expendere, effundere, prodere Graff sprachschatz 6, 338; mhd. verspilten, verspilden mhd. wb. 2, 2, 508b; Lexer hdwb. 3, 245; nhd. verspilten Haltaus gloss. 1894; verspilden Schottel 647a; Adelung; Campe. ebenso niederdeutsch: altsächs. farspildian Gallee gramm. 2 120; mnd. vorspilden Schiller-Lübben wb. 5, 454b; mndl. verspilden Verdam hdwb. 637a; verspilden, dilapidare, dissipare, attenuare Kilian (1599) 604b; altengl. forspildan, perdere Bosworth-Toller 318a; n.-norweg. forspilde Helms wb. 122c. daneben erscheint häufiger eine form verspillen, die auf eine germ. nebenwurzel *spell zu *spelþ schlieszen läszt (Falk-Torp norw.-dän. etym. wb. 1122). sie ist ndd. herkunft, fehlt im ahd. und mhd. und taucht erst in den hochdeutschen wörterbüchern des 17.—18. jahrh. auf. altengl. forspillan häufiger als forspildan perdere, disperdere, dissipare Bosworth-Toller 318a b; mengl. forspillen Stratmann-Bradley 242b; mnd. vorspillen und mndl. verspillen seltener als vorspilden, verspilden Schiller-Lübben wb. 5, 454 f.; Lübben-Walther hdwb. 524a; Verdam mndl. hdwb. 637a; neundl. tritt verspilden zurück bei Kilian (1599) 604b; später nur verspillen Kramer kgl. nider-hoch-teutsch dict. 455a. spillen, verspillen brem. wb. 4, 951; ostfries. Stürenburg 316a, Ten Doornkaat Koolman 1, 466a; hamburg. Richey 282; holstein. Schütze 4, 170; pomm. Dähnert 527a; in Esthland Sallmann 29a, 72b. schwed. förspilla ist wohl dem niederd. entlehnt. im hochdeutschen weisen erst die wörterbücher des 17. bis 18. jahrh. die form verspillen auf. Schottel 647a bucht verspillen neben verspilden; durchspillen und verspillen Stieler 2089; verspillen, dissipare, dilapidare ... verspillet, verspillt, dissipato Kramer ital. 2, 869c; prodigere, dilapidare ..., dissipare Wachter gloss. germ. (1737) 1775. verspillen hat sich im hochdeutschen nicht einbürgern können und ist nach Adelung 'in der edleren schreibart der hochdeutschen' unbekannt; auch ist es wohl durch das später auftauchende, sich zu ähnlicher bedeutung (s. d.) entwickelnde verspielen zurückgedrängt worden. in der lautform sind beide nicht reinlich zu scheiden (s. unter verspielen). Campe verzeichnet verspilden und verspillen als landschaftlich gebräuchlich und lehnt sie an verspellen (s. d.) an. Heyse wb. 2, 1622 bezeichnet alle drei als alt und landschaftlich für versplittern, mit dem verspilten enge verwandt ist (vgl. die mhd. formen splitter: spelter: spilter nebeneinander in derselben bedeutung Lexer hdwb. 2, 1078; Kluge etym. wb. 7 434b unter spleiszen). F. L. Jahn versucht eine künstliche scheidung zwischen verspellen und verspillen durchzuführen: verspillen, unterscheidet sich von verspellen, dasz letzteres in kleine teile spaltet und spellet, und dann auch wohl unnützerweise verthut; verspillen das schon gespellte durchbringt werke 1, 541 Euler. bedeutung. das präfix verstärkt den schon im stammworte liegenden sinn des vernichtens und vergeudens. AA. transitiver gebrauch ist vorherrschend. A@11) die grundbedeutung ist 'in stücke spalten, zertrümmern': diffindere Haltaus 1894; mhd. sie begunden ein ander gern vil vientliche mit den spern. der wart iewedereʒ verspilt ûf die ringe durch den schilt daʒ man diu stücke hôhe sach ûf springen Stricker Karl 11 939 Bartsch. in übertragener verwendung schon altsächs.: al ward farspildit Sodomariki genesis 321; nhd. so alles aus mangel volcks beschehen: dessen der administrator, mit einnehm-, vnd besetzung anderer stAedtlein, vnd geringer oerter im ertz stifft, viel verspildet Chemnitz kgl. schwed. krieg (1648) 151, 2. A@22) verschütten: ahd. firspildit ist, effusum est Steinmeyer-Sievers gloss. 1, 645, 26; spillen und verspillen, verschütten, neben abfallen lassen, umkommen lassen brem. wb. 4, 951. in Esthland verspillen, verschütten Sallmann 29a; mnd. thom achten sollen de bussenschutten nen kruidt vnnutte vorspillen eder vorscheten oldenburg. urk. von 1547 bei Schiller-Lübben 5, 455a; vielleicht ist es nicht undienlich zu erinnern, .. die blase ja von vitrioloel entfernt zu halten, das zuweilen bey diesen operationen verspillt wird Lichtenberg briefe 2, 100; so wie es also bey dem becher sehr viel rathsamer gewesen wAere, ihn erst so hoch als mOeglich anzufllen, und dann allenfalls das, was verdampft, oder sonst verspillt wird, mit vorsicht wieder nachzutragen, ebenso auch hier schriften 5, 313. A@33) an mitteln aufwenden und ausgeben, schon ahd.: expendimus Pa. farspildemes gl. K. firspilthumes Steinmeyer-Sievers gloss. 1, 94, 11; expendit, farspildit 487, 37; expendi, farspildta, farspildita 278, 64; mnd. vtgesproken, offt de van Bremen wes vorspylden van bussen, van crude, van stenen, van pylen vnde van allem reschuppe, dat se dar myt syk hebben brem. urk. von 1432 bei Schiller-Lübben 5, 455a; he vorspildede dar manighe grote cost lüb. chron. 1, 216 ebd.; vor dusse tit hadde men lange tit nicht geschattet (schosz bezahlt) in der stad, aver nu moste men schotten, umme des willen dat men dissen dotslach aflegen mochte, und ok umme des willen dat men to voren mit dem bischope vorspildet hadden d. städtechronik. 7, 200, 23 (Magdeburg a. 1330); mndl. verspilden, -spillen, uitgeven, te koste leggen of besteden aan, verteren Verdam hdwb. 637a. A@44) dann gewinnt es den sinn 'unnütz verwenden, verthun, besonders so fern solches in mehreren kleinen theilen geschiehet' Adelung; brem. wb. 4, 951. weinich vordels beschaffet, men dat se an beyden syden grot volk und gelt vorspildet hebben hamburg. chronik 314; eines erb. rahts vnd gemeiner stadt gelde nicht vnnützlich verspillen braunschweig. quelle von 1598 bei Haltaus 1894; es ist zu nichts ntze, herr, zeit vnd geld zu verspilden, vmb eine solche gestalt zuweg zu bringen Bastel v. d. Sohle harnisch aus Fleckenland (1648) 223; kumpstu hen ynn eyn ander landt, vnd heddestu Solomonis schadt, vorwar, du wordst vorspilden dat B. Waldis der verlorene sohn 18, 372 neudr.; ndl. zyn geld verspillen Kramer kgl. nider-hoch-teutsch dict. 455a; das seinige verspillen, lacerare rem suam et confringere Stieler 2089; das geld verspillen Kramer ital. 2, 869c; verspillen, prodigere, dilapidare bona Wachter gloss. 1775; verspilten ... dissipare, effundere, profundere ... nummos Haltaus 1894; viel geld verspilden, unnütz in kleinen posten ausgeben, oft auch für verschwenden überhaupt Adelung. derselbe gebrauch ist für das niederländ. und das schwed. bezeugt. ndl. auch zyne krachten aan iets verspillen, seine kräfte verschwenden, i. e. schwächen an etwas Kramer kgl. niderhoch-teutsch dict. 455a. eine weitere übertragung liegt in der wendung worte verspillen (vgl. verspellen): verspilten, per metaph. dissipare, effundere, profundere verba Haltaus 1894; wie viel worte ich auch darnach verspildet quelle v. 1598 ebd.; ndl. veel woorden verspillen, viel worte verschwenden, mit dem wind fechten, in den wind, ins leere hinein reden Sicherer-Akveld 1189c. A@55) auf die zeit angewandt, 'vergeuden': die zeit verspillen Stieler 2089; Kramer ital. 2, 869c; seine zeit verspilden Adelung; mnd. he vorspildet men unnutte tît Reinke de Vos 3879; de mesters do in den gilden mochten neyne tiit vorspilden, vor arbeyt eghede he lon d. städtechronik. 16, 156; 'nun setz dich', sagte der deichgraf, 'damit wir nicht unnöthig zeit verspillen' Storm werke 7, 195; mit instrumentaler oder causaler angabe: als er, der nur die zeit mit predigen verspillt Gottsched beyträge z. crit. historie 4, 553; weil es mir gar nicht gelegen ist, meine zeit die ich wohl besser anwenden kan, durch unnOethigen streit zu verspillen 1, 561; auch ndl. zijn tijd verspillen und schwed. förspilla tiden. zeit und vortheil ungenutzt lassen: Pakorus wolte hieselbst weder zeit noch vortel verspillen, lies 350 reuter in zween hauffen ... auf die grOeste feindliche schar ansetzen Buchholtz Herkuliskus und Herkuladisla (1665) 500. A@66) mit dativ der person, einem andern etwas verschleudern, ihn um etwas bringen (vgl. einem den prozesz verspielen II A 6): (dieser unwille rührte her) van itlicker guldenen unde sulveren pande de desulven von Alvensleve in vortiden to Brunswigk Sale deme joden gesettet laten hebben unde one von dem rade to Brunswigk in des jodden schattinge vorspildet unde entfromdet schullen worden syn, so se gesecht hebben, des de rad van Brunswigk nicht bestaan heft d. städtechronik. 16, 173 anm. 1 (Braunschweig a. 1489); n. forspilde en hans lykke, einem sein glück vereiteln Helms wb. 122c. A@77) ganz vereinzelt steht die ahd. glosse: prodimur, farspildit werden bei Steinmeyer-Sievers 2, 646, 25. BB. selten ist intransitiver gebrauch: verkommen, unnütz umkommen (vgl. spilden, spillen intr. th. 10, 1, sp. 2481). mnd. sammelt de brosmen, dat sy nicht vorspilden Ravensteiner quelle bei Schiller-Lübben 5, 455a. in der mundart von Fallersleben sagt man verspillen von kühen, die zu früh kalben Frommanns zeitschr. 5, 295; vgl. die folgenden wörter.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verspilden

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    * Verspilden , verb. regul. act. unnütz verwenden, verthun, besonders so fern solches in mehrern kleinen Theilen geschie…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verspilden

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Ableitung von verspilden

ver- + spilden

verspilden leitet sich vom Lemma spilden ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verspilden 2 Komponenten

ver+spilden

verspilden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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