Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
verrotten
verrotten
verrotten Vb. ‘(ver)faulen, verwesen, verderben’, übertragen ‘verkommen’ wird wie (obgleich seltener) das gleichbed. Simplex 2rotten Vb. im 17. Jh. aus dem Nd. in die Literatursprache aufgenommen. Mnd. vorrotten und mnd. rotten ‘(ver)faulen’ sowie mnl. nl. verrotten und mnl. nl. rotten vergleichen sich im germ. Sprachbereich mit ahd. roʒʒēn ‘verwesen, faulen’ (um 1000), mhd. roʒʒen ‘welk, bleich, faul werden’, asächs. roton, aengl. rotian, engl. to rot ‘(ver)faulen, verrotten, verwesen’, anord. rotinn, schwed. rutten ‘verfault’. Daneben stehen (ablautend mit langem Vokal) mhd. rōʒen ‘faulen’, mnd. rōten, mnl. rōten, rootten, nl. roten ‘Flachs im Wasser faulen lassen und dadurch mürbe machen’ sowie mhd. rōʒ ‘mürbe’. Die Wortgruppe läßt sich mit lat. rūdus ‘zerbröckeltes Gestein, Geröll, Schutt’ (eigentlich ‘Zerfallenes, Aufgelöstes’), mir. rūad ‘Ruine’ verbinden und auf ie. *reud- ‘zerreißen’ zurückführen, eine Erweiterung der Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’ (s. roden).