Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
vermîde stv.
1. trans.
a. mit acc. der person (selten der sache): bleibe einem fern. wil er mich vermîden mêre Walth. 114,5. sol ich lîden si vermîden MS. 1,204. a. vgl. das. 1,196. a. und 1,1. a. habt ir die nôt durch in erliten, iuwer wîp und iuwer kint vermiten, alse ir dâ jehet, sô lange vrist Trist. 4148. vermîde er iuch, sô ist mîn rât, daʒ ir in gerne rîten lât Wigal. 3929. dâ von der tôt mich vermeit das. 4965. wand er snel was geriten; hiemite sô hete er ouch vermiten beide hunde unde knechte, war ihnen weit vorausgekommen, Pass. K. 151,34. daʒ was Cain leit, daʒ got sîn opfer vermeit ihm fern blieb, Hahn ged. 20,18. wolt ir anders gotis zorn vermîden Ludw. 68, 23. eʒ ist baʒ ein wort geliten, dan alle sælekeit vermiten Teichn. 140. daʒ in mîn tjost niht dâ vermeit, ihm nicht fern blieb, daʒ was zewâr uns beiden leit frauend. 261,15. dô nam er war daʒ er den buneiʒ gegen im rit sô daʒ sîn tjost in niht vermit das. 275,8. gesteine si niht vermiten, diu auʒ den krônen gâben glast Suchenw. 24,149. dem gezelt was koste niht vermiten Parz. 668,15. er vermîdet iuwer hulde entbehrt sie, Otte 646.
b. mit acc. der sache: unterlasse, eig. auch: bleibe einer handlung fern. daʒ solt dû vermîden das. 50,23. dû solt eine rede vermîden das. 70,13. si muosen rede vermîden still schweigen, Nib. 124,4. und wære eht niht wan daʒ alleine drinn vermiten Walth. 31,8. si enmoht eʒ niemer hân vermiten 17,19. daʒ eʒ ir vîenden wære beʒʒer vermiten es wäre besser für ihre feinde gewesen, wenn es unterblieben wäre, Nib. 232,4. swaʒ si site hêten, der wart vil wênio vermiten das. 1279,4. vgl. das. 1364,3. 1436, 2. 1813,4. 2247,4. daʒ ist alsô guot vermiten Iw. 177. 190. daʒ si die dörperheit vermiten das. 261. wolt ir vermîden dise reise durch mîne bet Wigal. 1805. sîn rîten er dar în vermeit das. 6765. vil kûme ich daʒ vermîde, ich muoʒ eʒ iu ze tiute sagen Barl. 5,8. wær ein lit an in vermiten an ihnen vergessen, Barl. 219,20. würde diu hôchgezit vermiten, unterblieb sie, das. 284,40. das si dur nicht vermiten, wan das si snelle riten Bon. 100,19. vermitten beʒʒer wær gesîn das. 49,81. her tôt, daʒ ir vermiten hett des edeln sterben lenger Suchenw. 16,174. swaʒ ich het leids erliten, daʒ wart dâ wol vermiten Hätzl. 1,13,70. ouch wolde er niht vermîden, er wolde pîne lîden Pass. K. 81,8. sîn kraft wart ouch gar vermiten, dô er leit angest unde nôt das. 81,58. er muʒ vermîden sîn leben und ligen tôt das. 86,59. dô sprach helt Heime 'ich het eʒ billich vermiten, daʒ ich durch solich strâfe wær gein Bern geriten' Alph. 11,1. daʒ ist alleʒ nû vermiten. daʒ man wîlent hieʒ ein schant, daʒ ist nû ein êre genant Teichn. 309. Protesilaus nie vermeit êre und werltlîchen prîs troj. bl. 157. si lîdet grôʒen ungemach, daʒ ir daʒ vermitet und niht für den dorn ritet Ulr. Trist. 1437. — daʒ si die süeʒen stricke ir inneclîchen blicke vermiten und verbæren Trist. 17723. du vermîdest und verbirst troj. bl. 87. d. — ein wâfen sô scherphe, daʒ eʒ nie vermeit, swâ manʒ sluoc ûf helme Nib. 896,2, dass es nie fehlte, nie unwirksam blieb; die erklärung “auswich, abglitt” ist falsch. daʒ swert nehain stal vermait pf. Kuonr. 169,16. — hetʒ anders iemen mir gesagt, der volge wurde im niht verjehn, deiʒ eines tages wære geschehen: wan swelch mîn bote ie baldest reit, die reise er zwêne tage vermeit Parz. 189,26; das heisst offenbar: er brauchte zu dieser reise zwei tage. aber wie kommt dieser sinn heraus? — ê ir des wæret vermiten ich wurde an iu gerochen Erec 1036. —
2. reflexiv. der mettene du dich vermît, kümmere dich nicht um sie, bleibe ihr fern, kchr. 74. b.