Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Verlierer
Verlierer
verlieren Vb. ‘etw. oder jmdn. plötzlich nicht mehr haben, unterliegen, besiegt werden’, (reflexiv) ‘sich verirren, sich völlig hingeben’, ahd. firliosan (8. Jh.), mhd. verliesen, vliesen, asächs. farliosan, mnd. vorlēsen, vorliesen, mnl. verliesen, nl. verliezen, afries. forliāsa, aengl. forlēosan (daraus engl. forlorn ‘verloren, verlassen, hilflos’), got. fraliusan ‘verlieren’ (germ. *fraleusan). Das Verb gehört mit ablautendem got. fralusnan ‘verlorengehen’ und den unter Verlust und Verlies (s. d.) behandelten Substantiven zu der unter los (s. d.) angeführten s-Erweiterung der Wurzel ie. *leu-, auch *lēu-, *leu̯ə- ‘abschneiden, trennen, lösen’. Das durch grammatischen Wechsel aus stimmhaftem s entstandene r wird vom Prät. Plur. (mhd. verlurn) und vom Part. Prät. (mhd. verlorn) in frühnhd. Zeit auf alle Formen übertragen; vgl. kiesen neben auserkoren (s. Kür). Erhalten hat sich das s in Verlies und Verlust (s. d.). – Verlierer m. ‘wer etw. verloren hat, wer im Krieg, Spiel, Wettkampf unterlegen ist’ (17. Jh.).