verleger,
m. 11)
im anschlusse an nr. 5
des zeitworts, der den betrieb oder vertrieb einer sache übernimmt. mhd. verleger (
unternehmer): (
ich) besant den Eberhart Rügger messingslaher, der dann verleger solcher arbeit auch einer was. Tucher
haush.-buch 286, 10 (
von einem gesagt, der nach schätzen graben läszt). vertreiber
auch noch besonders im ältern nhd., doch vereinzelt bis in späte zeiten reichend, '
der auf seine kosten eine grosze manufactur angeleget und im gange erhält'. Jacobsson 4, 520; nimmt der verleger gold louisd'or, ... so bringet er solche bei denen fabrikanten, die ihn die waare davor nicht liefern können, nicht
an. Weim. staatsarchiv (
Apolda)
v. j. 1749; der kaufmann, verleger, fruchthändler, welcher etwas ins chursächsische .. verhandelt, musz daselbst alles vor voll annehmen.
ebenda v. j. 1760; dieser meister Jacob war ehemals in Florenz ein verleger beim tuchmacherhandwerk gewesen. Göthe 34, 121; diesz mal habe ich nur tand und spielzeug mit — so lange die kinder nicht aussterben, hat mancher verleger bequem zu leben. 42, 299; mein nachtpawrn mich hassen und neiden, mein kauffleut und kunden absetzen, meyd und auch knecht sie mir verhetzen, verleger und kaufflewt mich pucken, lossung und hauszins thut mich drucken. H. Sachs 2, 4, 2 (9, 7, 6
Keller); mein arbeit wird mir gar veracht, mein verleger mich gar hart pucket, der kauffman mit der war mich drucket (
sagt der handwerksmann). 4, 3, 63
b (17, 260, 7
Keller-Götze). 22) verleger,
der auf seine kosten die herstellung einer sache übernimmt: verleger desz kampffspils dem volck zu eeren und zu lieb,
munerarius Maaler 423
d;
sumtuarius Stieler 1116.
heute nicht mehr in diesem allgemeinen gebrauche vorkömmlich, doch in einigen kunstausdrücken: 2@aa)
seit der mitte des 17.
jahrh. verleger
besonders für den gebräuchlich, der die kosten und den vertrieb von druckwerken übernimmt: ich habe auch um geniesz und vortheils willen andere bücher zu schaden und nachtheil ihrer verleger nachgetruckt.
Philander 306 (1642); wie ich bei dem neulichen (
schicken von büchern) gleichfalls nichts als mühe .. gehabt, dasz ich mich mit dem undankbaren verleger verunwillt und nicht mehr mit ihm zu schaffen haben will. Harsdörffer
an herz. Wilhelm zu S. Weim. staatsarchiv vom j. 1651; wozu mich ein kühner und recht verwegener nachdrucker veranlasset, indem er meinem herrn verleger seine höchstruhmwürdige mühe und unkosten, fleis und arbeit .. verwegner weisz sich unterstanden, aus den händen zu reiszen.
Simpl. 1, 3, 10
Kurz; nun so würde ich mir die freiheit nehmen in aller demuth zu zweifeln und meinem schreibpult — vielleicht meinem verleger mitzutheilen, was ich gedacht habe.
Sophiens reise 1, 122; hätte der verleger bedenklichkeiten einen roman zu
verlegen, wo der ungesittete student in Jena, der tapfere offizier in Berlin .. aufgeführt würde, so könnte man wegstreichen .. 1, 125; verfasser und verleger waren darüber einig geworden, und besonders glaubte jener diesen entschlusz sowol sich als dem publicum schuldig zu sein. Lessing 8, 424; ich warne den gelehrten mann und, der sich durch diese arbeit unsterblich machen will, dasz er sich vom Skriver nicht noch einen fünften buchhändler oder verleger des Martials weisz machen läszt. 8, 490; herr
M. war mit Vossen speciell bekannt, denn er ist sein verleger. 12, 14; kann ich unterdessen auch mit einem verleger wegen des englischen werks .. zu rande kommen, so werde ich es auch gerne sehen. 12, 16; pasquille bringen jetzt allein geld ein, sagte ein junger deutscher autor; die bezahlt der verleger, die liest man begierig. Herder
lit. u. k. 12, 487 (1821); hier sollten gelehrte und verleger in geschlossenem bunde des zu hoffenden vortheils beide verhältniszmäszig genieszen. Göthe 26, 116; autoren und verleger standen in dem wunderlichsten wechselverhältnisz. 26, 113; dadurch ward ich in den stand gesetzt, die vier ersten bände unter der treuesten mitwirkung Herders an den verleger abzusenden. 27, 25; mit groszer frechheit wuszte sich dieser unberufene verleger eines solchen dem publicum erzeigten dienstes gegen mich zu rühmen. 48, 15; ein verleger, der diesem unternehmen in jeder rücksicht gewachsen ist, hat sich bereits in dem buchhändler Cotta von Tübingen gefunden. Schiller
in Schiller-Göthes briefw. 1, 6; der, welcher durch eine schrift im namen eines andern öffentlich redet, ist der verleger. Kant 5, 97; dieser, wenn er es mit jenes seiner erlaubnisz thut, ist der rechtmäszige, thut er es aber ohne dieselbe der unrechtmäszige verleger,
d. i. der nachdrucker.
ebenda; der verleger spricht nicht in seinem eignen namen, sondern im namen des schriftstellers.
ebenda; folglich begeht er (
der nachdrucker) an dem von dem autor bestellten verleger ein verbrechen der entwendung des vortheils, den der letztere aus dem gebrauche seines rechts ziehen konnte. 5, 98; ich bitte mich wissen zu lassen, was mein verleger ihnen für diese bemühung schuldig sei. 10, 499. 2@bb)
kunstausdruck in andern gewerben: (
bergwesen) verleger,
die von einem gewerken mit der zahlung der von ihm zu leistenden zubusze beauftragte person. überhaupt aber eine person, welche von einem gewerken bevollmächtigt ist, ihn bei seinen bergwerksangelegenheiten zu vertreten. Wenckenbach
bergm. wb. 115; zubusz, zubusz, herzuschieszen, laszt euch herren nicht verdrieszen, bergwerk will verleger haben, will man der göttlichen gaben, laszt euch nicht flugs schrecken, wenns ein wenig kommt ins stecken. ausbeut, ausbeut werd ihr heben, reichen segen wird gott geben.
alter bergreihen Döring 2, 119
bei Veith 526. 33) verleger,
ebenfalls hüttenmännischer kunstausdruck, ist auch derjenige, der einen arrest (
beschlag)
auf etwas legt. Veith 526. 44) Luther,
welcher verlegen
so sehr gern in der bedeutung widerlegen
gebraucht (
s. verlegen
nr. 3),
bringt auch verleger
als gegner: sihe nu wie diese verleger den heiligen vater bapst ehren mit ihrem unchristlichen schmeicheln. 1, 48; auch geschicht den .. wirdigen lerern gros gewalt und unrecht von den lesterern und verlegern. 1, 604; das solten die verleger haben bas angesehen, so würden sie nicht zu spot mit jrem unchristlichen und ketzerischen verlegen. 1, 62
b.