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ureigen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ureigen adj. adv.

Bd. 24, Sp. 2399
ureigen, adj. adv. , eigen mit ur- C 4 c. 11) eigen 3 entsprechend, seit urdenklicher zeit leibeigen: patrimonial, u. Kinderling 309. 22) für originell (original) als neubildung bei Campe 5, 245b, der es dem mit verdeutschungen versehenen franz. wb. Catels entnahm: 'ursprünglich oder vom ersten anfang an eigen, aus und durch sich selbst, nicht erst von andern bekommen oder andern nachgeahmt' Campe. in einigen fällen mit bed. 4 sich mischend: niemand konnte sich der gewalt dieser ureigenen natur ... entziehen Immermann 19, 34 B.; mag die naturwissenschaft noch so gründlich ... auf die allmähliche auflösung des bauernthums indirect losarbeiten, so soll wenigstens der staat die ureigene sitte ... des bauern vorerst nicht antasten W. H. Riehl naturgesch. d. volkes 2, 117; der persönliche, ureigene scharfsinn in der spitzbubenarbeit bringt einen poetischen reiz d. d. arbeit 156; ureigene selbständigkeit Ranke 142, 9; sie selbst nennen in dem ureignen, fesselnden gedicht den dampfzug 'unseres geistes weltbezwingendes kind' Ruge briefw. 2, 383 N.; ureigne gründzüge, worte, gestalten, wesen G. Freytag 14, 14; Hamerling 5, 19; jb. d. Grillparzerges. 4, 349; Allmers marschenb. 1, 2, 171; frisch und ureigen muszt du dich zeigen, wie im gefühle, so in der dichtung Bodenstedt Mirza Schaffy (1866) 62. adv.: G. handhabt den dialog u. Alex. Jung br. über Gutzkows ritter vom geiste 108; je weniger sie (d. mutter) auf [] dem wissen ausruhte, ... desto ureigener muszte ihr geist wirken Gutzkow (1872 ff.) 1, 59. 33) als gs. des allgemeinen (eigen 9): (sie) schwatzten ... natürlich sehr viel von daheim, vom allgemeinen und, wer so beschaffen war, vom ureigenen Hans Grimm volk ohne raum 1, 192. 44) eigen 10 entsprechend, als ganz eigen oder eigenthümlich zugehörig. oft von 2 nicht recht zu scheiden. gern im superlativ: zwei sterne nennt er seine, die nimmer untergehn und mit ureigner reine an seinem himmel stehn K. Förster ged. 1, 179; (Göthes Tasso) in seiner ureigenen schönheit L. Förster an Tieck 1, 203; das ureigene innerste Fr. L. Jahn 2, 471 E.; unser ureigenes sein Gutzkow (1872 ff.) 2, 453; das ureigenste recht des subjekts auf freie entfaltung seiner individualität Jhering geist d.m. rechts 2, 88; die ureigensten, heftigsten triebe der zeit Chrysander Händel 2, 13; sein ureigenstes werk, den pfarrer von Kirchfeld Anzengruber 1, 63; die zeitungspresse ..., das ureigenste kind des modernen bürgerthums Kürnberger herzenssachen 10; die protestantische kirche ... zu zerstören, das war der ureigenste gedanke Ludwigs Döllinger ak. vorträge 1, 389; freiheit ist, wie sternen ihre bahn, ureigenes gesetz der menschen brust A. Pichler marksteine 207. nur sich selbst eigen (sui similis): ureigenes land Tirol, dich erobern sie nimmer! Rosegger (1895) 2, 271. prädicativ: der hauch des genius, der über dem Parthenon liegt, ist u. und unerreichbar H. Hettner griech. reiseskizzen 108; als ich sie dann ... damit zu beruhigen suchte, wie ja allem, was dereinst uns innerlich und ureigen werden solle, doch wol erst etwas äuszerliches ... vorangehen müsse ... Gutzkow ritter vom geiste 1, 364; selbst die klage, so innig u. allem tönen, beschwichtigte sich zum lächeln R. Wagner 9, 92. substantiviert: das unmittelbare und ureigne seines lebens Auerbach 13, 175. 55) nach eigen 11 sehr schwer zu befriedigen, grosze ansprüche machend, très exigeant Sachs-Villatte. hausdeutsch. dazu ureigenheit, f.; nach ureigen 4: den mann der längst entschwundnen zeit, der nie des volks ureigenheit mit fremdem gaukeltand gepaart Gaudy 4, 16. für originalität Campe. etwas ureigenes mit plur. derselbe.
3657 Zeichen · 93 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ureigenstn.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +2 Parallelbelege

    ureigen stn. LvReg.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ureigenadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ○ Ureigen , — er, — ste , adj . u. adv . ursprünglich, oder vom ersten Anfang an eigen, aus und durch sich selbst, nicht…

  3. Spezial
    ureigen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ur|ei|gen adj. 1 (ganz eigen) particolar (-s, -a) 2 original (-ai, -a) 3 (persönlich) personal (-ai, -a). ▬ in seinem ur…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ureigen

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ureigen

ur- + eigen

ureigen leitet sich vom Lemma eigen ab mit Präfix ur-.

Zerlegung von ureigen 2 Komponenten

ure+igen

ureigen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ureigen‑ als Erstglied (6 von 6)

Ureigenheit

Campe

ureigen·heit

○ Die Ureigenheit , Mz. — en . 1) Der Zustand eines Dinges, da es ureigen ist, wie auch die Eigenschaft einer Person, da sie nur aus ihrem e…

ureigenschaft

DWB

ureigen·schaft

ureigenschaft , f. , ursprüngliche eigenschaft: das penser ist die u. ihrer ... seele Schopenhauer br. 333 Gr.; aus diesem grunde kam er ( V…

ureigenthümlich

DWB

ureigenthum·lich

ureigenthümlich , adj. adv. , ganz eigenthümlich. für originell Campe verd. wb. (1813) 451 b . als neubildung in Campe s wb. 5, 245 b : die …

Ureigenthümlichkeit

Campe

ureigenthuemlich·keit

○ Die Ureigenthümlichkeit , Mz. — en . 1) Die Eigenschaft eines Dinges, da es ureigenthümlich ist; ohne Mehrzahl. 2) Eine vom Ursprunge an e…

ureigenthum

DWB

ureigen·thum

ureigenthum , n. , ursprüngliches eigenthum: endlich gelang es den Deutschen, wieder in den besitz ihres ureigentums zu kommen Fr. L. Jahn 2…

ureigentlich

DWB

ureigentlich , adv. , ganz eigentlich (ur- C 4 a): im allgemeinen ist der Steirer ja stolz auf sein Steirerthum. aber dessen sich u. bewuszt…