upleggen [-lecghen], -lēgen, (selten:) op-, °oplechen (Brem. Rqu. ed. Eckhardt 114),
swv. (Prä
s.: Ind. 2. Sg. -leggest, -lechst, 3. Sg. -lecht [-legt], lecht / leyt up; Prät.: Ind. 3. Sg. -lēgede, -lēde, -leyde [-leide], lēde up, Pl. -lēgeden, -lēden, -leyden [-leiden], lēden up;
Part. Prät. -gelēget, -[ge]lecht, -gelacht, -geleyt [-geleit], uppelegget, -lecht): meist trans. auflegen. — 1. etw. auf etw. legen, auftragen, „do leghen dar kole, dar was en visch vppe-lecht vnde bret” (Mante Geb. 152), „Wor du desse sweden / vpleggest, so make se ersten warm” (Goth. Arzneib. 97), „Myt deme vloke voren se wedder in den soth, vnde de sten wart
[]wedder vp ge leget” (Seelentrost 22), (bildl.:) „dat uns gott ... dat crütze nicht uplegt, dat he uns vorderven wil” (Sehling 5, 471); — Hand oder Finger zum Schwur auf Sakrales legen, (absol.:) „dat he mote nedder knien ... unde dat he mote uplecgen unde sweren vort” (Ssp. 2, 1, 447), „in gherichte swoyren liffliken ghestavedes edes mit upghelechten vingheren over de hilghen stede” (Ub. Hildesh. 3, 280), (substantiv.:) „Alle word mit vpleggene, mit afleggene scal men holden alse vor deme voghede” (Ub. Brschwg. 1, 28); — (Speisen, Getränke) zum Verzehr auftragen, „vnde quam wedder in vnde leit brod vpleggen vnde satte syne brodere na ereme oldere” (Seelentrost 206), „we moetwillich befunden, de ene tunne beers to drincken uplecht” (Beninga ed. Hahn 2, 697), absol. „so leÿt me denne up unde eten wath unde sin frolich” (Gosl. Verf. Verw. 56), (Vbdg.:) den disch u. den Tisch decken, „anders moste he seluen vp-lecgen den disch vnde koken” (Aegid. Rom. 104); — zum Verkauf auslegen, „Des wetet ... do desulve persoͤne dat solt hiir upplegede, do woͤrt uns dar waͤt van tho wetene” (Livl. Ub. I 7, 181); — (Farben) auftragen, „wen du dat golt / efte sulver dar wult upleggen / so ademe uppe dat fundament so dat id wedder vucht werde” (GS Wesche 295); — aufeinanderlegen, aufstapeln, „myt sodaner stede achter den huse, dat zey moghe uplegghen laten sesse eder seven voder holtes” (QuF Ahlen 1, 40); — (den Gerichtsbaum) auflegen, vorlegen, „wen de Woltbade affkumpt so lecht he de böme up undt darna hegt de Vagt dat recht” (Stader Arch. 4, 76). 2. als Nachweis vorlegen, „na dissem daghe [schall] nemanth vor eynen meister angenamen noch togelatenn werden, he hebbe vorerst dem erbarn rade loffwerdigenn schin upgelechtt, darmith he siner person geloven make” (Fehring Tischler 58), „sick tobewysende ... hefft he voreghetoget vnde vpgelecht eyne tzerteren” (Hamb. Lib. mem. 292). 3. hinzufügen, „Kedinge gegeven 5 mr. unde 1
f. vor de berse to terende, to pekende unde dat touwe upptoleggende” (Reval KR 1, 2, 538), (verbal:) „wat mach Dauid nuͦ vp'leggen dat he spreke tho dy” (Halberst. Bibel II Kö
n. 7, 20; Köln. [Ku]: „mer to bydden”); — zum Bestand zurücklegen, „[nach Verkaufsschluss] scholen de meystere in den boden vmme gaen vnde wat se vinden vppe den leden, dat scholen se vplegghen” (Lüb. ZR 265); — erwerben, „eyn mensche mach wal alsolke verdenstlike werke doen ... dar he groet loen mede up lecht” (Veghe 40). 4. intrans. Geld erlegen, bezahlen, „de ehrliken reckenslüde ... vorwachten den tahlpenninck, de nicht upgelecht hefft, de legge up” (Stieda-Mettig 575), „Offte jenig Schwa-
[]ren Gâste brachte ... schal he darvor stracks uplegen und betahlen” (Brem. Rqu. ed. Oelrichs 581), „upleggen unde gelden” (Livl. Ub. II 2, 175); — c. Akk. (einen Schaden) ersetzen, „demsulven kopmanne, dem dat laken verdorven werdt, schal de bereder, so eth verdervet, allen schaden upleggen und bethalen” (Hamb. ZR 291), „den schaden ... benemen vnd vpleggen” (Niesert Beitr. 2, 347). 5. (Tiere im Stall) halten, „pachtswyne ... by dem trogge holden ... up-leggen up den stall unde mesten” (Cod. trad. Westfal. 1, 198). 6. (Schiffe) auflegen, im Winterhafen stilllegen, „De hir vppe de Elue ghekamen syn ... hebben ere scepe hir den winter vpghelecht” (Hamb. Chr. 306), „vorspadede sich sin reyse bette na sonte Mertens daghe, so mach de sciphere wol oplechen sin scip sunder broke” (Brem. Rqu. ed. Eckhardt 114); — intrans. anlegen, im Hafen festmachen, „dat de ratmanne unde de borghere van Hambuͦrch nicht plichtich en sin up to legghende to unser stat to Stade myt eren scepen” (Ub. Hambg. 4, 80), „de schepe musten uppleggen under de stadt” (Livl. Ub. II 2, 234). 7. errichten, „Diu stenene sule belef alse se it opgeleget hadden” (Sächs. Wchr. 69), „In den eirsten sole wij ... upleggen unde bekostighen eynen ghevel in de oestsyde to den chore van den Olden Dome” (Alter Dom 103); — gründen, „Umb disse tit wurden ock ... togelike upgelecht de beiden stede Gripswolt und Ancklam” (Kantzow ed. Gaebel 214); — stiften, „Anno 1240 edder korts darna ungeferlik is dat closter tor Verchen upgelecht und ... mit velen gudern begavet worden” (Kantzow ed. Gaebel 215). 8. sich vornehmen, planen, „Ein konnink leide up enen hof, de scholde werden also grof van kost unde van mildechede” (G. v.
M. ed. Seelmann 147), „du herevard volging iedoch, alse siu upgeleget was” (Sächs. Wchr. 231). 9. nahelegen, fordern, „ydt sy dan, das ... de gehorsam eyn anders uplegge” (Fraterhaus Herford 2, 111). 10. c. D. p. + A. r. oder mit Inf. + tô jemdm. etw. auferlegen, zu etw. verpflichten, „Mulctam irrogare alicui, einem eine straffe vpleggen” (Chytr. 171), „Deferre iusiurandum, einem einen eid vpleggen” (
ebd. 152), „so mach dat Recht ehme upleggen tho schwerende” (Anderson Privatrecht 3, 22), „ob em [dem, der seine Zäune verfallen lässt] nicht bi einer peen uptholeggen, solken schaden vorthokommen” (LandR. Münsterld. 19), „Warde jemandes nha clage vnnde anthwurdt ... bowißinge vpgelecht, de schall he inn sos weckenn vnnde dren dagenn verforenn” (Otternd. StR 321), „uth uppgelachten unses amptes bevelingen” (Livl. Ub. II 2, 608); — (eine Last)
[]aufbürden, „Indictio, schattinge / so men den Vnderdanen vplecht” (Chytr. 524), „Jn al-len anderen dingen wen vns ock tho vele wert vp-gelecht / schoͤle wy gehorsam syn” (Lüb. KO ed. Hauschild 102), „se ... scholde ... en nicht mer hauedenstes vpleggen” (Hamb. Chr. 190), „remission des nyen upgelachten tollen” (Hagedorn Ostfries. Schiff. [1] 135); — anlasten, (Schuld) zuweisen, „wu ome van itlicken mouwtwillichlick upgelecht werde, dat he ... unse gnedigen heren unde de ore schulle bosliken vorraden [hebben]” (Brschw. Beisp. ed. Mack 82), „wem sall man inßonderheith schuldt upleggen” (Münst. Täufer 2, 211); — antun, zufügen, „Weret ok, dat Mannen vnd steden eningerley vnrecht vpgeleget werde” (Riedel III 1, 25); — in Auftrag geben, „up sunte Tomas hebbe wi amptbroder ynt amptt 2 rüstinge, de uns vam erbaren rade sint upgelecht worden, tugen möthen” (Grabow Lohgerber 2, 95), „wi boden ... konden nicht mer doen dan uns wer upgelecht” (Livl. Ub. II 2, 347). 11. c. A. p. + Präp. mit jemdn. beschweren, belasten, „Dat wi averst ... nene Straffe moͤgen erwartten noch befruchten, ock dat me unß mit der Warheit nicht konne upleggen” (Neoc. 2, 139). 12. refl. sich auflehnen, „dat sick neen knecht understaen schöele kegen unnd wedder de vorordenten schaffere sick uptholeggende unnd ehnen wedderstrevende” (Zs. Hamb. Gesch. 6, 527). 13. unterbrechen, vorübergehend aussetzen, „Iustitium, Cic: dage darin de Gerichte vpgelecht” (Chytr. 33), „Peter Tamme hefft sik entleddiget der ticht ... dar ome syn werk umme uplecht unde vorboden was” (Gbl. Magdebg. 51/52, 158); — aufschieben, „dat lenrecht edder dat borchrecht wart up gelecht ses weken umme en besculden ordels wille” (Ssp. 2, 1, 515), „de sake vptolecghende bet to Lichtmissen” (Lüb. Ub. 6, 805).