unvrēde m.: Unfriede, „Vnvrede inpax Re. krich, strid, Twedracht” (Voc. Strals. ed. Damme 448). — 1. Unzufriedenheit, Kummer, „konde ik one truwelken holden, so scholde de unfrede so lichtliken yn my nicht up staen” (Imitatio 27), „na art des wordes so blift de eine bedeler ein bedeler; wente he heft neinen frede ... he sit in unfrede” (Oldecop 111), (im Gericht Gottes:) „Mer dine Bedrechlicheit mede Mochte di bringen in groten Vnurede” (Lüb. Tot. 1463 ed. Freytag 222); — (Vbdgg.:) to u. sîn/werden unzufrieden sein/werden, nicht einverstanden sein, „se screven deme konynge, dat se des to unvrede weren, dat he den dach nicht holden wolde” (Lüb. Chr. 2, 336), „Des wart her erik ... ser vorveert unde to unvrede” (
ebd. 58). — 2. (rechtl.:) Schutzlosigkeit, „Wen averst einer in des neddesten gerichtes veste werd im gerichte gedelet, so nimpt de richter vam kleger einen schilling witlik geld und holt den up und secht edder nimpt dem ungehorsamen den frede und delet em to dem unfrede” (Rüg. LandR. 23). — 3. Streit, Zwietracht, „Ok so worde vnurede dar-van in deme hus vnder man vnde vrowen” (Aegid. Rom. 84), „He hadde de borgers to Bremen sehr lef, und wor he wuste twidracht und unfrede, dat makede he to sone” (Renner ed. Klink 1, 239), „Lleghen, dreghen, sweren, vnnutte rede Maket vordret vnde telet vnvrede” (Josep ed. Schütz 137), „di undersaten ... sin ern heren nicht allene plichtigh unvrede tu verlaten, mer si sin plichtich en in allen noden tu helpen” (Ssp. 1, III 8), den u. tospalten den Streit schlichten (Chr.
d. d. St. 21, 221); — Aufruhr, „Im sulven jare was groth unfrede umme Bremen, so dat nene borgers dorften buten Bremen wancken” (Renner ed. Klink 1, 387), „so steit id hir noch zo in rore unde unfrede myt den Pleskouwers, dat hir entusschen nymande wancken en daer” (Livl. Ub. I 7, 501); — friedloser, weil gottloser Zustand, „De not wart do also grot in der cristenheit in deme vrede, alse êr was under den heidenen an deme unvrede” (Sächs. Wchr. 117). — 4. Krieg, „alßo dat ... Hamborch inn dussem unfrede van den Denen und Nortmannen vorstoret wort” (Renner ed. Klink 1, 45), „wii sint ok forder meer mit groten swaren krigen, veyden unde unfreden ... beyde to water unde to lande behafft” (Zs. Schl.-H. Gesch. 1, 230), „Wy liden ock hiir int lant deghelix grote ungunst und ghewalt unschuldeliken umme dat de van Lubeke myt deme heren konynge van Englant in unvrede staen” (Hanserec. II 4, 162).