Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.
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1unvlêdich (-bledich), -vlâdich, adj. (flekt. -g-): 1. unrein, schmutzig, „unvledich, re unreyne” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), „Volutabrum, Virg. vnfledich ort darin sick de swyne woͤlteren” (Chytr. 401), „We des anderen herberghe stenede, dhoͤre, wand, eder venstere vnvledich makede, wert he ghemeldet vnde des bedraghen, men wel eme volghen mit der vestinge” (Ub. Brschwg. 1, 66), „Der herren koistliche gesmucke und kleder wort sehr unfledich von molm und stove” (J. Brandis 285); — (bildl.:) „gha, unreyne geyst, scheme dy arme gheist! Du bist to male unvledich unde brynghest my []sodane unvledicheyt vor myne oren” (Imitatio 62). 2. übel, scheußlich, „Men schrifft vam Keyser Severo, dat he syne stolten Haueyunckeren stedes hefft myt sick in de yaget genamen / wenn dat Regenweder am vnfledigesten gewesen ys” (Nic. Gryse Laienbibel 2, G 4r), „dar men sonst in groter duͤren tydt Hunde vnde Katten / ock andere vnfledige dinge / eten / kouwen / vnde vordouwen moth” (ebd. 1, Aa 1r), „Sunderliken hebben se ok de gnade van gode, dat nenerhande vnuledich dink, deerte, vleghen, wespen vnde spennen an deme monster vnde in eren woninghen nicht wezen moghen” (Lud. v. Sudh. 135). 3. an schwerer Krankheit leidend, körperlich entstellt, aussätzig, „Were ok, dat der seken unfledigen lude wanner mer weren den seventeyn personen, so schal men de cledere geven seventeyn personen, de van den seken crancken de eldesten sint” (Ub. Bremen 5, 333), „Do se sach, dat he also ghar vnvledich was vnde vthsettisch, do nam se den seken tho sick vnde beddede ome leffliken” (Elisabeth 20), „In dem August dusses jares starf Wilhelm lantgraf to Hessen, de so unfledich und wuste geworden was dorch dat hillige fur ... dat he vor sik sulvest einen gruwel hadde” (Oldecop 30); — entstellend, „he verluchtede de blinden oghen mit deme schonen lichte vnde vloghede de vnuledighen suke mit siner gotliken beroringhe” (Mante Geb. 87), „Wente dar was nicht en man in alle Jsrael so schone also Absolon. Van den voten wente in de schetelen was nicht vnbledighes in em” (B. d. Könige 93); — (Schlachtvieh:) krank, „Ock schal nen amtesman slachten unfladych gud, by broke ener tunnen bers” (Oldenb. Jb. 18, 285); — (Krankheit anzeigend:) schleimig, „Phlegmaticus, vnflaͤdig / qualstrich” (Chytr. 120). 4. ungezügelt, ungebührlich, „Sordes, vnflediger gytz / schendtlike karcheit” (Chytr. 578), „De borgerschop up dem chore heilden sik over dussen wal gans unfledich mit wort und warken” (Oldecop), „Dewile overst de hoep, waer se heer tögen, sick so unfledich anstellden, toech Otte van Deepholte mit itliche Fresche hoevetluide dar weder van” (Beninga ed. Hahn 1, 552), „Denn dewyle na dissem vnfledigem Laster / galsterigen Suͤnde vnd stinckenden boͤßheit / en de Athem styncket” (Nic. Gryse Laienbibel 2, R 3v); — unanständig, „Carmen obscoenum, Ein vnfledich ledt” (Chytr. 189), „An dem danze wolle sick een jeder züchtig und ehrbarlich ertögen, des unfledigen und untüchtigen küseln und umbdreiens sick entholden” (Hamb. Hochz.- u. Kleiderordng. 7), „Do ist de lange raie edder de grote dans affgeseth worden, nachdeme []men da vel unflediger gesenge und unthuch dar ahn begingk” (Geism. Chr. 13), „wat domals was fort, fort, is nu allohn, allohn. Im mars begriffen syn, was ein unfledich Wort” (Lauremberg 42). 5. unwürdig, ungeeignet, „Tom veerden, ydt synt nicht unfledige corschöler, de wy beropen tom predigeampte” (Sehling VII 2/1, 845).
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1200–1600
Mittelniederdeutsch¹unvlêdichadj.
Mittelniederdeutsches Wb.
1 unvlêdich ( -bledich ), -vlâdich, adj. (flekt. -g- ): 1. unrein, schmutzig, „ unvledich, re unreyne ” (SL: Hamb. dt.-l…
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Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit unvledich
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unvledich‑ als Erstglied (1 von 1)
unvlêdichêⁱt
MNWB
unvlêdichêⁱt , -vlö̂dichê(i)t , f. : 1. Schmutz, Dreck, „ Wol ballast, garneringe efte andere unfledicheit werpet in de Elve, in dat deep, i…
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Cotta, M. (2026). „unvledich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unvledich/mnwb
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Cotta, Marcel. „unvledich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unvledich/mnwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „unvledich". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unvledich/mnwb.
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