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unverdaulich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unverdaulich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 2016
unverdaulich, adj. adv., nicht oder nicht leicht verdaulich (s. d.), das ältere undaulich (sp. 433) ersetzend. mnl. onverduwelijc, nl. onverduwelijk, -douwelijk; n. ufordøielig. für indigestibel Campe verd. wb. (1813) 372b: zu den formen s. verdaulich, verdauen. a) wie verdaulich 1 activ, schlecht verdauend: diese grobe pille muste der sonst gar unverdauliche holsteinische magen vor disz mahl verschlucken H. A. v. Ziegler histor. labyrinth (1701) 74a; aus schlechter verdauung herrührend, übertragen: dasz sie gern alles Deutschland ... verschlungen hätten, was ihnen ... unverdauliche aufstösze gegeben haben würde E. M. Arndt 1, 216 R.-M. b) wie verdaulich 2 passiv. α) eigentlich: pflaumen ..., sonderlich die frischen, sind unverdäwlich Lonicerus 69a; sehr, äuszerst, absolut u. Amaranthes frauenzimmerlex. 1086; Nicolai Nothanker 1, 83; Sömmerring bau d. menschl. körpers 8, 1, 344; dorten asz ich auch garbanzos, ... unverdaulich selbst dem Deutschen, der mit klöszen aufgewachsen H. Heine 2, 377 E.; unvertOeuwlicher kalter feuchtigkeit Forer Geszners thierbuch (1563) 19; Hohberg georgica (1682) 1, 153; kost, confect, eisen, diner, substanz J. Prätorius winterquartier 103; Abr. a s. Clara merks Wien (1680) 77; Eichendorf 2, 329; L. v. Gerlach an Bismarck 67; Muspratt chemie (1889) 2, 1713; die unverdaulichsten speisen Cramer nord. aufseher 1, 324; was unverdauliches Gockelius der eierlegende hahn (1697) 41; das unverdauliche Schopenhauer 3, 226 Gr. β) uneigentlich: die pfaffen erwischen in ihrer hetze gegen die reformation biszweilen den Melanchton, welcher inen ausz mäl, ancken und thon ein unverdäwlichen prey gekocht hat Fischart bienenkorb (1588) 212b; ein unverdauliches unrecht Lohenstein Arm. 1, 19a, worte Salmann der siebenbürg. avanturier (1750) 65, stil Herder 2, 94 S., dinge Göthe II 5, 2, 387 W., zärtlichkeit Ayrenhoff 6, 168, denkstoff Immermann 1, 75 B., sprüche D. Fr. Strausz 6, 199; den unverdaulichsten widerspruch Lessing 5, 86 M.; Fr. Schlegel im Athenäum 3, 350; Jac. Grimm kl. schr. 8, 315; alles unverdauliche Görres briefe 1, 474; viel rohes und unverdauliches Jac. Grimm an Dahlmann briefw. (1885 f.) 1, 458. prädicativ: also war auch Herodens hoffart ... den Parthen u. Lohenstein Arm. 2, 1122a; ungereimtheiten ..., die den meisten lesern so anstöszig und u. sind Gerstenberg schlesw. literaturbr. 17, 139 lit. denkm.; Görres briefe 3, 168; von personen: etwas ists, was ihn (Savigny) mir u. macht Bettine frühlingskranz 56; nur Marx ... ist u., wie immer Ruge briefwechsel 2, 221 N.; nur wenn er auf seine arbeit kommt, da wird er u. G. Hauptmann einsame menschen 28; wir müssen den unverdaulichen mann aus unserer mitte rempeln Fulda neue ged. (1900) 187. adverbial: u. im magen liegen H. Heine 3, 187 E.; hart und u. hört es sich an Gervinus gesch. d. d. dicht. 2, 191. dazu unverdaulichkeit, f., mangel an verdaulichkeit (s. d.) und ihr gs., älteres undaulichkeit ersetzend. mnl. onverduwelijcheit, nl. onverduwelijkheid, -douwelijkheid, n. ufordøielighed. a) activ. cruditas unvertOeuwligkeit oder untOeuwung desz magens Frisius 346b; für indigestion Spanutius (1720) 290; Campe verd. wb. (1813) 372b; Blancard arzneiwiss. wb. (1788) 1, 671b; für dyspepsie Kinderling (1795) 168; apepsia Nemnich lex. nosolog. (1801) 17c: die gesottene brühe dieses krauts (d. benediktenwurzel) verbessert die u. des magens Hohberg georgica (1682) 1, 548; Amaranthes frauenzimmerlex. 52; unverdäulichkeiten im magen spüren Kramer (1700) 1, 204a; J. R. Füeszlin von der gesundheit (1768) 30; wann hat man denn je so viel von ... unverdaulichkeiten ghört als jetzt? Bäuerle kom. theater 5, 14; wenn du dir an meinen leckerbissen eine leichte u. zugezogen hast G. Keller 4, 271. uneigentlich: so lange der gemeine haufe der leser ... an der u. kranket beobachtungen in der liter. u. moral. welt (1773) 118; u. der seele Thümmel reise 4, 165; Fr. L. Jahn 2, 535 E.; dadurch (durch hang zum wunderbaren, an dem er sich übergessen) sind ihm diese unverdaulichkeiten entstanden Tieck (1828) 5, 64; Schopenhauer 2, 92 Gr.; so will ich meine redensarten auf die gefahr einer u. hier herunterschlucken Bismarck briefe an s. braut 175. b) passiv. eigentlich: die u. desselben (des spinats) Bremser 222, des stickstoffs Stöckhardt chem. feldpredigten 1, 30; kopf und magen waren nie von unverdaulichkeiten überfüllt Kotzebue 7, 161. uneigentlich: die ... närrin stirbt ... an der u. einer recension allg. d. bibl. 91, 432; die u. der sachen macht die schreibart ungesund Hamann 2, 150 R.-W.; die unverdaulichkeiten seiner lectüre Lenz vertheidigung des herrn W. 26; eine unbegreiflichkeit und u. an die stelle der früheren setzen Jean Paul 59/60, 225 H.
4766 Zeichen · 159 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unverdaulich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unverdaulich , -er, -ste, adj. & adv. nicht verdaulich, was gar nicht oder doch schwer verdauet werden kann. Eine unverd…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unverdaulich

    Goethe-Wörterbuch

    unverdaulich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unverdaulich

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    unverdaulich Band 3, Spalte 3,1388

  4. Spezial
    unverdaulich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|ver|dau|lich adj. 1 indigestibl (-i, -a), ri da lauré sö 2 crü (crüs, cröia) 3 ‹fig› (schwer verständlich) ri da capí…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unverdaulich

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unverdaulich 3 Analysen

un- + verdauern + -lich

unverdaulich leitet sich vom Lemma verdauern ab mit Präfix un-, mit Suffix -lich, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: un-+verdaulich unverdauen+-lich

Zerlegung von unverdaulich 2 Komponenten

unver+daulich

unverdaulich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

unverdaulich‑ als Erstglied (1 von 1)

Unverdaulichkeit

Adelung

unverdaulich·keit

Die Unverdaulichkeit , plur. car. 1. Die Eigenschaft, da eine Sache unverdaulich ist. 2. Zuweilen auch, die Eigenschaft des Magens, da er di…

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Cotta, M. (2026). „unverdaulich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unverdaulich/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „unverdaulich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unverdaulich/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unverdaulich". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unverdaulich/dwb.
BibTeX
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