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unveränderlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unveränderlich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 2000
unveränderlich, adj. adv., gs. zu veränderlich. mnl. onveranderlijc; nl. onveranderlijk; n. uforanderlig; schwed. oföränderlig. immutabilis Frisius 653b. vgl. die entsprechungen von invariabilis, immutabilis in den westl. cultursprachen. für immutable, invariable Spanutius (1720) 284; 299; Campe. syn. unabänderlich (s. d.). a) die bei uns älteste bed. ist theologisch, bezeichnung einer göttlichen eigenschaft; so auch mnl. und nl.: ob gottis versehung verenderlich odder unverenderlich sey Jonas übers. von Luthers de servo arbitrio Luther 18, 610 W.; Grimmelshausen 4, 707 Keller; gott ist u. Jac. Böhme (1620) 4, 5; Zachariä 6, 268; Giseke 88 Gärtner; dem unveränderlichen gott Schiller 12, 393 G.; Jung-Stilling 3, 554; diesem ewigen, unveränderlichen geist G. Arnold ketzerhist. 6a; das ewige licht des unveränderlichen Solger Erwin 1, 255. b) philosophisch: die natur sei u. und unverwesentlich Guarinonius greuel (1610) 36; ideen Dusch (1758) 248; das wort u. ... ist die verneinung einer unvollkommenheit und im grunde ein positiver begriff M. Mendelssohn 2, 114; gesetze Göthe 43, 5 W.; die unveränderliche verbindung der theile unter einander II 8, 273 W.; in der unveränderlichen struktur der menschlichen seele Schiller 4, 63 G.; das unveränderliche ... nennt man in der philosophie auch die substanz F. Schlegel d. museum 4, 230; diese veränderlichkeit selbst ist ... in ihrer wurzel ein unveränderliches F. H. Jacobi 3, 392; Fichte 2, 147; Hegel 5, 39; Fr. A. Lange gesch. d. materialismus 391. c) terminologisch und in wissenschaftlicher spr. überhaupt: derhalben bleibt dieselb vielfeltigende zal unverenderlich Pegius geburtsstundenb. (1570) A a 5a; Wolff math. lex. (1747) 1375; Mothes baulex. (1882) 4, 396; unveränderliche kraft in der mechanik Jacobsson 8, 58a; unveränderlicher widerstand Blaschke wb. d. elektrotechnik 140; unveränderliche erde, kieselerde Gottsched d. neueste 1, 314; Oken allg. naturg. (1839) 1, 136; gewichtsverhältnis Liebig chem. briefe 43, kupferlösung, münze Muspratt chemie (1896) 5, 1590; hwb. d. staatswiss. 5b, 901; die 8va ... bleibt allzeit u. Heinichen generalbasz 101; die selblauter sind ... veränderlich oder u. (nicht umlautfähig) Bellin rechtschreibung (1657) 14 (veraltet); ganz unveränderliche altn. adjectivbildungen Jac. Grimm kl. schr. 3, 405; inventarien Körte sprichw. 453; die kirche ist u. Gutzkow (1872 ff.) 6, 282; die unveränderliche idee (pensée immuable) Frankreichs (Louis Philipp) 9, 18; 7, 104; 7, 7; dasz die technik des dramas nichts ... unveränderliches sei G. Freytag 14, 3; in S. stand das barometer auf u. Göthe III 3, 214 W.; Rückert 1, 491. d) allgemein: eines jeden zihl vöst u. Weckherlin 2, 317 F.; ein unveränderliches geheimnusz Chr. Weise polit. redner (1677) 115, glück Lohenstein Arm. 1, 139a, erfahrung Scheibe crit. musicus (1745) 975, gebrauch Breitinger crit. dichtk. 1, 106, grundsatz Sturz 2, 128, kreislauf G. Keller 4, 9; alles, was sich auf ein beschränktes local gründet, ist und bleibt u. Göthe IV 13, 188 W.; I 21, 104 W. e) von charaktereigenschaften, gemütszuständen, willensbethätigungen u. dgl.: kennet ihr Palladii unveränderlichen vorsatz nicht? Gryphius Horribiliscribrifax 43 ndr.; gemüth, würdigung, schlusz, liebe, verdienst, gleichgültigkeit, treue, maxime, betragen, freundlichkeit, gesinnung, ernst u. s. w. Lehmann florileg. (1662) 3, 113; Harsdörfer secret. 1, 376; seltzame liebeshändel (1691) 793; Ziegler Banise 744; Petrasch lustsp. 1, 262; Triller poet. betrachtungen 2, 239; theater d. Deutschen (1768 ff.) 9, 4; M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 3, 291; Archenholz England u. Italien 1, 1, 226; Holtei erz. schr. 7, 48; Pückler briefw. u. tageb. 3, 366; Hebbel tageb. 2, 399 W.; was hilfts? die zeit verändert sich; mein leid ist unveränderlich Triller poet. betrachtungen (1750) 6, 598; meine antwort bleibt u.: nimm mich, wie ich bin! Holtei erz. schr. 3, 120. f) von personen (s. veränderlich th. 12, 71 und vgl. hier g): ist es aber möglich, ... dasz man geliebt werde und in sich gantz u. bleibe? Lohenstein Arm. 2, 45b; er ist u. in seiner zusage, stat promissis Stieler 303; dadurch macht es (d. gefühl der andacht) so u., so heiter Herder 16, 396 S.; u. und allezeit unverändert erscheinen Ranke s. w. 9, 171; mein unveränderlicher freund Schubart leben 2, 66; dem unveränderlichen lebenszuschauer sind stern und unstern gleich kurzweilig G. Keller 2, 93; selbst die unveränderlichsten litten hier erschütterungen Gervinus gesch. d. d. dicht. 5, 353; der unveränderliche gesellschaftsname des fürsten Christian zu Anhalt. g) im briefstil (vgl. f): disz schikket dir ausz dem lager in P. dein unverenderlicher Chirander Stieler geharnschte Venus 8 ndr.; dein bis in den tod unveränderlicher L. Bäuerle kom. theater 1, 38; bleiben sie mir immer die liebe, unveränderliche von ewigkeit zu ewigkeit Göthe IV 3, 78 W.; ich verharre übrigens mit unveränderlicher hochachtung ... Bürger an Klopstock 252 L.; ich schliesze mit den empfindungen der hochachtungsvollsten, unveränderlichsten treue Knigge roman m. lebens 2, 56; adverbial: ich bin u., wie sie wissen, ganz der ihrige Lessing 18, 40 M.; wie u. ich ihnen ergeben bin Göthe schr. d. Götheges. 17, 52; u. theuer, getreu Schiller br. 1, 212 J.; jahrb. d. Grillparzerges. 6, 14. h) von sinnlichen gegenständen: Loths hauszfrau, die in ein unverenderlichen stein ist verwandelt worden Nigrinus von zäuberern (1592) 175; denkmahl, grenze, stadt, wolke u. dgl. Stifter 5, 1, 165; Ratzel völkerkunde 2, 77; Justi Winckelmann 2, 1, 21; Laistner nebelsagen 347; gelten nicht diese länder (Elsasz und Lothringen) für urdeutsch und u.? Laube 5, 307. i) unabänderlich: fatalmente, durch gottes vorsehung nöhtig, u. Hulsius (1618) 2, 148a; nach dem unveränderlichen schlusz des allmächtigen Butschky Pathmos 8; keine unveränderliche nothwendigkeit Lohenstein Arm. 1, 63b; was nothwendig ist, das ist u. Chr. Wolff gedanken v. gott (1720) 17; bey unveränderlichen sachen insel Felsenburg (1768) 2, 354; die gesetze sind u. Göthe 8, 38 W.; unveränderliche strafen Niebuhr m. gesch. 2, 70; ultimatum, der endliche, unveränderliche beschlusz Voigt geschäftsführung (1807) 2, 524. veraltet. k) unverändert: ehe ich meine arbeit ... u. in das publicum sende Bürger 1, 183 B.; so dasz ich von der unveränderlichen (eigentlich: die sich nicht änderte) farbe schon früh den namen grüner Heinrich erhielt G. Keller 1, 91. l) adv., soweit nicht schon oben berücksichtigt (vgl. g): gleichwol ist darneben dieses war, das zu gleicher weise ... durch gantz Franckreich ... gewisz und u. gelte, das eyn meszrut zwölf daumen begreiffe Sebiz feldbau (1579) 470; die morgenröthe nahe sich und lob ihn unveränderlich A. Silesius seelenlust 215 ndr.; weil sie (d. magnetnadel) sich u. nach einem einfachen gesetze richtet Göthe II 5, 1, 76 W.; u. feststehen W. v. Humboldt ges. schr. 4, 6; die treuen blauen augen lachten unverändert und u. aus dem ehrlichen ... gesichte Holtei erz. schr. 21, 114; u. getreu, närrisch, starr u. dgl. Bräker 1, 86; Gutzkow zauberer 4, 302; H. v. Barth Kalkalpen 95. —
7172 Zeichen · 229 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unveränderlich

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Unveränderlich , -er, -ste, adj. et adv. was sich nicht verändern läßt, sowohl absolute, als auch den Umständen nach; un…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unveränderlich

    Goethe-Wörterbuch

    unveränderlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    unveränderlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|ver|än|der|lich adj. 1 invariabl (-i, -a) 2 (beständig) stabil (-ii, -a), costant (-nc, -a).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unveraenderlich

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Ableitung von unveraenderlich 3 Analysen

un- + veraenderlich

unveraenderlich leitet sich vom Lemma veraenderlich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+veraenderen+-lich un-+veraendern+-er+-lich

unveraenderlich‑ als Erstglied (1 von 1)

unveränderlichkeit

DWB

unveraenderlich·keit

unveränderlichkeit , f. , gs. zu veränderlichkeit; nl. onveranderlijkheid; dän. uforanderlighed; schwed. oföränderlighet. für immutabilität …