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untiefe

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

untiefe f.

Bd. 24, Sp. 1943
untiefe, f. , gs. zu tiefe (s. d.) und dessen steigerung. ahd. untiufî; mnd. undêpe, -deipte, -dupe; mnl. ondiepe; nl. ondiepte; n. udyb. vgl. mhd. intiefî. untieffte Braun beschreibung u. contrafactur 4, register 2a; E. v. Meteren niderl. krieg 260a. II. mit un IV A; vgl. untief I. I@11) eigentlich. I@1@aa) als abstractum, mangel der gehörigen, erforderlichen tiefe: die eingäng ... seind erschrecklich, auf der einen seiten wegen der seuchte und untieffe, auf der andern aber wegen des felsen Th. Morus Utopia (1612) 1, 13; Kramer seehelden (1681) 163; die u. des flusses war schuld daran, dasz das schiff nicht weiter konnte Adelung; selten. vgl. tiefe 1 a α. I@1@bb) tiefe a β entsprechend. steinklippe, sandige, gefährliche u. im meer Hulsius (1618) 2, 293b; erhabene stellen des grundes in der see, worüber das wasser noch spület, und sich auf der fläche unkenntbar macht Jacobsson 4, 494b; Kluge seemannsspr. 803; seichter grund des wassers Benzler deichbau 2, 243; seichte stelle in einem teich oder flusz Mothes baulex. (1882) 4, 396; Hoyer-Kreuter 1, 796. syn. furt, wat Weigand 3, 902: begibt sichs doch oft, das die geringern schiff ... vor den insuln und untiefften ... ihren lauf durch diese belt vornehmen Braun beschreibung u. contrafactur 4, register 2a; um welche zeit wir gäntzlich von der sandbanck erlöset wurden, nachdem wir fast 17 mahl 24 stunden auf der untieffe zugebracht ... hatten W. Schultz ostindische reise (1676) 156a; doch waren diese untiefen mit friesischen reutern oder sturmhaspeln dermaszen secundiret, dasz der feind keinen ... vortheil deszwegen hätte haben können Rheinstrom (1685) 1, 740; dasz die fische, so sonsten auf denen untiefen und nechst dem lande gewesen, wegen des stinckenden krauts damals die untiefen verlassen und sich in die tiefen retiriret Noel Chomel 8, 607; für syrte Wieland Lucian 3, 454; es befänden sich dort einige untiefen, an denen wir sogleich scheitern und alle ersaufen würden Göthe 43, 284 W.; Rückert 10, 414; in einer abgetrennten u. (des baches) hatte sich eine schimmernde forelle gefangen G. Keller 1, 209; der an untiefen leidende see Storm (1899) 1, 205; die baken dienen ... zur angabe von untiefen Lueger 1, 745; auf untiefen gerathen Niebuhr m. gesch. 3, 319, auflaufen Mommsen m. gesch. 1, 500, u. vermeiden Gaudy 10, 37, durchwaten Mommsen m. gesch. 2, 36, austiefen allg. haushaltungslex. (1749 ff.) 3, 612 u. s. w. zusammensetzungen z. b. untiefenverhältnis v. Alten hb. f. heer u. flotte 4, 473, untiefenvoll Kotzebue reise um die welt 1, 9. I@22) uneigentlich und im bilde. 1 a entsprechend: dasz er mehr die tiefe und u. des geistes seines gastes prüfe Rückert 11, 457; vgl. flachheit, seichtigkeit; nicht häufig. sehr ausgebildet ist die 1 b entsprechende uneigentliche verwendung, wobei die vorstellungen der flachheit, unzulänglichkeit, des scheiterns, strandens, der unsicherheit, bedenklichkeit, gefahr u. dgl. hervortreten: auf dieser sandbank und u. der zeitlichkeit (upon this bank and shoal of time) Bürger 1, 292 B. (Macbeth 2, 3); ich glaube es gerne, da er die lagen, die tiefen und untiefen der sümpfe des menschlichen lebens so genau kennen lernt Klinger 9, 77; die untiefen des verstandes Hegner 2, 15; beliebt bei Jean Paul, z. b. gestern scheiterte mein prozess an der zweiten instanz oder u. 11/14, 299 H.; die Briteninsel, die u. und klippe des strandenden Europa Katzenbergers badereise 2, 3; 11/14, 110 H.; u. so mancher strandenden unsterblichkeit heiszt im leben Fibels 138 der nothstuhl wegen seines unersättlichen hungers nach maculatur; F. Schlegel 14, 162; die u. des pietismus Gervinus an Dahlmann 2, 282; so gerathen wir wahrhaftig in eine wahre u. des erzählens hinein, worin unser verstand nothwendig schiff bruch leiden musz Immermann 1, 22 B.; ein ewger ankergrund, vertraun des volks, verlasz ihn nicht! untiefen suche nicht! 16, 71 B.; E. Th. A. Hoffmann 10, 352 Gr.; 14, 219 Gr.; Tieck (1828) 5, 413; Rückert 8, 39; R. Schumann 2, 6; durch die untiefen der vorzeit Jac. Grimm th. 1, V; Gutzkow zauberer 1, 259; herr von L. ... hat gesagt, der pater (Joseph) habe gar keine seele, sondern an ihrer stelle untiefen und lachen, in die ein jeder gerathen müsse, der mit ihm unterhandle Ranke s. w. 38, 366; wer die letztere (die fluth) benutzt, erreicht den hafen des glücks, und wer sie vorüberläszt, dessen ganze lebensreise geht durch untiefen (vgl. II) und elend fürst Pückler briefwechsel 2, 95; als er sich selber in die untiefen (etwa gefährlichen strudel) der märkte wagt, stellt er oft genug den dummen dar, den die händler suchen W. Schäfer lebenstag (1917) 168. zusammensetzungen:
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Untiefe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Untiefe , plur. die -n, der Gegensatz der Tiefe, doch nur in eingeschränkter Bedeutung. 1. Als ein Abstractum und oh…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Untiefe

    Goethe-Wörterbuch

    Untiefe [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Untiefe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Untiefe , eine seichte Stelle im Meer oder Binnengewässer, wo Sandbänke oder Felsriffe der Wasseroberfläche so nahe komm…

  4. Sprichwörter
    Untiefe

    Wander (Sprichwörter)

    Untiefe Untiefen sind so schlimm wie Klippen. Die Russen: Man muss nicht blos die Klippen vermeiden, sondern auch die Un…

  5. Spezial
    Untiefe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|tie|fe f. (-,-n) (seichte Stelle) post püch sot m. , post fleze m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit untiefe

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Ableitung von untiefe

un- + tiefe

untiefe leitet sich vom Lemma tiefe ab mit Präfix un-.

untiefe‑ als Erstglied (1 von 1)

untiefenhaft

DWB

untiefe·n·haft

untiefenhaft : doch bekanntlich bedanken sich ehrsame bürgermädchen für allzutiefes eindringen in ihre, meistens untiefenhafte persönlichkei…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „untiefe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/untiefe/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „untiefe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/untiefe/dwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „untiefe". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/untiefe/dwb.
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