unterstreichen,
v.; mhd. understrîchen;
mnl. onderstriken;
nl. onderstrijken;
dän. understrege;
schwed. understryka;
engl. understroke. AA.
mit 1unter III A 1 (
sub). II.
trennbar. I@11)
darunter streichen: kalk u. Campe;
hinunterschieben, in die erde senken: also wurden ... die eicheln untergeackert, ... mit dem pfluge auf 3 bis 4 zoll untergestrichen Döbel
jägerpractica (1754) 4, 42. I@22)
darunterstützen: der rath war gut: ich will ein holtz hier unterstreichen. nun will ich drüben auch so thun Abschatz
d. treue schäffer 1, 97.
veraltet. I@33)
die augen u.,
zu boden streichen lassen: züchtiger frauen ist erlaubt, das sie ir augen understreych und gee ainer müeden ku gleych
frauenspiegel bei Weller dicht. des 16. jahrhs. 89
lit. ver. veraltet. I@IIII.
untrennbar. I@II@11)
eigentlich: eröffne die venulas und lasz wol bluten, darnach unterstreiche cum aqua brassatellae Paracelsus
chir. (1618) 593
B.; sublinere, illinere Frisius 1256
a; 647
b; '
beim anstreicher, lackirer, unterstreicht man eine farbe,
wenn man die stelle, welche angestrichen werden soll, gründet, sie mit einer schlechten farbe erst überzieht' Krünitz 200, 69; das unterstreichen, grundstreichen
ebda; auch ist es (
das mittelstück des begonnenen altarbildes) mit 2 gar guten farben unterstrichen, dasz ich doran anfange zu untermalen Dürer
nachlasz 48, 9; das mittelblatt ist ... mit zwei vorzüglichen farben unterstrichen A. v. Eye
leben u. wirken A. Dürers (1860) 250. I@II@22)
unauffällig (
1unter III A 1
b δ)
schmeicheln, liebkosen (striken Doornkaat-Koolman 3, 337
b;
vgl. nd. striken
streicheln): später haben sie auch meine spaszhaftigkeit und scherzhaftigkeit, wie die alte tante S. ..., wann sie mich gelind u. wollte, gelind zu sagen pflegte, zuweilen gelobt Fr. Arndt
bei E. M. Arndt (1845) 1, 152.
nicht schriftsprachlich. I@II@33)
eine kappnat (
th. 5, 201;
zu 1kappen 3
kippen)
machen Schambach 243
a.
nicht schriftsprachlich. I@II@44)
subsignare, underzeichnen, underschreyben, understreychen Frisius 1259
a; Maaler 458
d.
veraltet. I@II@55)
in der nhd. hauptbed. rubrica oder linea subducta notare Frisius 1167
b; Frisch (1741) 2, 346
a;
miniatula cera notare u. oder zeichnen, das es zu emendieren sey B. Faber (1587) 506
a;
tenuem lituram inducere literis etwas u.
nomenclator Hamburg. (1634) 296; einen strich under etwas thun Hulsius-Ravellus (1616) 372
b. I@II@5@aa)
eigentlich: ideo sol mans u. Luther 32, 140
W.; die wort, so understrichen H. v.
d. Planitz
berichte 205; und sonderlich die letzte teyl, die ich ... offt durchlesen und unterstrichen und beschrieben habe Mathesius 3, 355
d. schr. a. Böhmen; so ist zum andern auch dieses mit kohlen zu u. Ensz
fama austriaca (1627) 46
b; etliche merckliche worte mit roter dinte u. Kramer (1702) 2, 1006
c; die wenigen stücke, die ich zu behalten wünschte, habe ich mit rothstift doppelt unterstrichen Lessing 18, 232
M.; Göthe II 7, 105
W.; IV 8, 60
W.; 21, 176
W.; substantiviert: mit dem u. der zeilen Gottsched
sprachkunst (1748) 63; A. W. Schlegel im
Athenäum 3, 302. I@II@5@bb)
übertragen. in ä. spr. mit der bed. des bestätigens, bekräftigens: den glauben ... damit u. und bestetigen Beier
löwenschule (1611) 163; dieser unser herr hat uns den sichersten ablassbrief erworben, welchen der höchste notarius, der heilige geist, mit der rubricen desz bluts Christi unterstrichen Dannhawer
catechismusmilch 7, 197.
seit dem ende des 18.
jahrhs. wird es für betonen, hervorheben gewöhnlich und in der gegenwart zum modewort: in der wahren prosa musz- alles unterstrichen seyn
F. Schlegel im
Athenäum 1, 122; es wäre wohl in dieser lauten und doch tauben und nichtssagenden zeit, wo sogar ein erbärmlicher krieg seinen erbärmlichen frieden ausspricht und roth genug unterstreicht (
durch viele blutopfer bemerkenswerth macht), der mühe werth, dasz leute sich sprächen, die sich lieben Jean Paul 1805
an Tieck 3, 139
Holtei; stark unterstrichene stellen
beim vortrag eines schauspielers Tieck (1828
ff.) 17, 329; man musz jetzt stets die worte u., wenn man sie verstanden haben will Lagarde
d. schr. 518; für fehlerhaft halte ich es, diese ablehnung besonders zu u. Bismarck
an L. v. Gerlach 159; der erste schritt war, diese lineare mimik dadurch zu u., dasz man die gratbögen mit rippen umzog Worringer
formprobl. d. gotik (1918) 91; mit ... seinen malenden, unterstreichenden, überschwenglichen gebärden war er versöhnt Ompteda
Eysen 1 (1900), 185;
substantiviert: der goldene kern seelischer schönheit, den diese züge widerstrahlten, bedurfte nicht des unterstreichens W. v. Polenz
ges. w. 8, 308;
dazu unterstrichenheit, f.: nur mangelte jede u., kein bann durch das auge, kein bann durch das ohr! Bernoulli
Overbeck u. Nietzsche 2, 134; doch in jedem raum wird sie ... für den freund einer schauspielkunst, die nicht in unterstrichenheiten verkaffern will, ... ein entdämmerndes wunder bleiben Kerr
ges. schr. 5, 340. BB.
mit 1unter III A 2
b (
inter, dis)
α,
δ. Lexer 2, 1805: ein frow ertichte farw understrycht Riederer
rhetoric (1493) C 5
a. '
mit abwechselnden farben malen'
mhd. wb. 2, 2, 687
b: ein edelgestein ..., welches gantz durchsichtig mit roten feurigen tüpflen unterstrichen ist Heyden
Plinius (1565) 192.
veraltet. —