untermischen,
v. (
1unter III A 2
a γ,
b δ);
ahd. untarmisct
interjectus, insertus Graff 2, 879;
mhd. undermischen;
vgl. engl. intermix.
nach schweiz. mischlen
geben Frisius 721
b und Maaler 457
a undermischlen.
syn. untermengen (
s. d.). II.
trennbar. I@11) das (
neugeprägte) gelt u. und ausgeben (1455)
archiv d. hist. ver. in Würzburg 22, 126 (
von Lexer 2, 1792
als untrennbar angesetzt); nim zu 2 lot diser salben von den 2 dingen underzumischen 1 lot Gäbelkover
arzneibuch (1595) 2, 416; wann dann nu obgedachte schwärmer nicht zugleich mit undergemischt würden ... Ph. Heilbrunner
von der augsp. confession widerwertige censur (1598) 87; er (
d. diener) musz dasselbe (
wasser) allezeit in einem versiegelten kruge verwahren, damit nicht etwa gifft untergemischt werde A. Olearius
persian. reisebeschr. (1696) 352; eine falsche karte u. I@22)
von abstractis: yedoch mag ich wol glauben, das die juden darin undergemüsst und gemengt haben viel und mancherlei wort wider unsern herrn Jesum
Reuchlin augensp. 3
b; dise hat aber allwegen ain forcht mit undergemischet
M. Eisengrein
bescheidene erklärung (1568) 137
a; ich habe ... lateinische argutias und sales ... untergemischet J. Prätorius
philos. colus (1662)
vorr.; Chr. v. Ryssel
seelenfrieden (1685) 428; Gottsched
crit. dichtkunst 36; auf diese art geht der hr. verf. immer auf neuere zeiten, mischet aber allenthalben auch eine schöne belesenheit von den ältern jahrhunderten ... mit unter
das neueste 5, 659; poesie mischen sie (
d. philister) nur zur notdurft unter Novalis 2, 130
M. I@33)
im part. praet.: der mit undergemischte eyffer
theatrum amoris (1626) 1, 182; gänge mit untergemischten hütten
allg. haushaltungslex. (1749) 2, 187
a; ohne untergemischte erdichtungen K. W. Ramler
einl. in d. schönen wissenschaften (1758) 3, 91. I@44) sich. u.: ja sie (
die falschen lehrer) werden noch wol neben mit eyn lauffen und sich mit unter mischen Luther 17, 1, 355
W. IIII.
untrennbar. II@11) etwas u.,
einmischen: ausz angetzeigten sprüchen der schrifft sehet ir, wie vilfaltig unsz der herr ... von menschenleer abschrecket, dasz dieselbig niemant annem, mit undermisch, noch einfr Th. Stör
v. d. christl. weingarten (1524) C 4
a; wenn ... auch ... lustige begebenheiten untermischet werden, so bringet es dem lesenden ... vergnügen Stieler
zeitungslust (1697) 65; künsteleyen ... zu u. suchen Quantz
anw. die flöte zu spielen (1789) 16; es war in einer fremden sprache, die aber einige deutsche laute untermischt hatte Gutzkow
zauberer 1, 75.
im part. praet.: das wetter war im ganzen gut mit untermischten regenschauern Göthe IV 20, 65
W.; ein chorsatz mit untermischtem solo O. Jahn
Mozart 2, 371.
nach miscere '
durcheinander mischen, verwirren' Lexer 2, 1792. II@22) etwas mit etwas anderm u.: der teufel ... schlecht etlich darnider mit falscher leer, die er mit rayner leer undermischt Luther 17, 1, 140
W.; bekommen die soldaten brodt, so ist achtung zu geben, dasz es ... mit keiner andern, noch weniger schädlichen materie untermischt sey v. Fleming
soldat (1726) 165; Lessing 17, 80
M.; Schedel
waarenlex. (1834) 2, 692.
im part. prät. baumwoll ... dick untermischt mit bisam Grimmelshausen 4, 609
Keller; seine mit threnen untermischte seufzer A. U. v. Braunschweig
Octavia 1, 174; Liscow 185; ein netz von bunten schnüren, flocken und quasten, mit klingenden metallstiften untermischt Göthe 24, 26
W.; IV 12, 382
W.; in einem ... mit haaren untermischten gespinnst Oken
allg. naturgesch. 5, 1370; regen mit schnee untermischt ging in dichten schauern nieder C. Viebig
d. schlaf. heer 2, 406.
seltener und veraltet untermischt von
oder durch: ein von teufeln und höllischen furien untermischtes ballet H. Lindenborn
Diogenes (1742) 1, 325; gesang untermischet von den flöten S. Geszner
schr. (1762) 2, 80; ein land, das ... weniger durch fremde untermischt ... ist Ritter
erdkunde 6, 186. II@33)
unter lat. einflusz mit dem dativ; veraltet: dasz sy bOesem guotz undermischent
N. v. Wyle
transl. 178, 3
K.; daselb sind auch etlich fuoszknecht dem reisigen zeug undermischt gewesen Pinicianus
Scanderbeg (1561) 75
b; auszländische wörter unserer zunge zu u. Harsdörfer
gesprechsp. 3, 303; gyps, dem man auch farben u. .... kann Zapp
miner. handlex. (1817) 1, 427. II@44) sich u.;
von sachen: meuszdreck, der sich mit undermisch Kirchhof
wendunmuth 1, 39
Ö.; dann da ist im element feur kein gröbigkeit, die sich untermische Paracelsus 2, 35
B. Huser; dasz das unschlit schmeltz und sich desto besser undermisch Gäbelkover
arzneib. (1595) 1, 273; demnach nun ... das gestirn dem sattblawen himmel sich hatte undermischet Wickram 2, 296
B.; wenn sie (
die jungfrau) redet, musz dazwischen halb latein sich untermischen Logau 96
E.; Hohberg
georg. (1682) 1, 77; finsternisz, die sich mit untermischt Triller
poet. betrachtungen 1, 359; hier untermischet sich, dem auge zum ergetzen, des waldes dunkelheit mit grünen lichten plätzen J. E. Schlegel 5, 132.
von personen: und gieng vor meniglich, sich untermischend jungen, frechen, liederlichen leuten, nackend auff dem schauplatz mit zu ringen S. Franck
chron. Germ. (1538) 27
a; er undermischt sich gleich dem losen schiffsgesind Rompler v. Löwenhalt
erstes gebüsch 71; der sich ... mit seinem verwegenen rath unter vornehmer herren ... ihre consilia mit untermischte J. G. Schmidt
rockenphil. (1706) 1, 345.
individuell braucht Logau 418
E. u.
für sich u.: die gelehrten sind nicht gern von den alten und den rothen, dann sie sind bey allen zeiten untermischet mit den todten. II@55)
im part. praet. adjectiviert und als adv. a) der wolff ist eyn graufarb, mit schwartzen mackelen gefleckt und untermischet thier Sebiz
feldbau (1579) 613 (
ungewöhnlich; vgl. II 2). es ist untermischt (untermengt)
nicht alles von einerlei güte Adelung (
veraltet; vgl. untermengtes obst).
für intermixtus als t. t. der botanik Bischoff
wb. d. beschr. bot. 106. b) '
verschieden': die ... schwalmen ... welche aus koth und anderen untermischten sachen ihre nester machen Abr. a S. Clara
etwas f. alle 1, 536; genug, wenn ich nur weisz, im winter ist es kalt, im sommer ist es heisz, im frühling untermischt Gottsched
schaubühne 6, 481; ach, man kann gar nicht glauben, was es bey der zeit für untermischte männer gibt! A. Bäuerle
kom. theater 5, 5. c)
adverbial: es ist erlaubt, fein untermischt zu schreiben Hoffmannswaldau-Neukirch 7, 71; zeugmacher ... welche zeuge von wolle und seiden untermischt zu wircken pflegen Hübner
curieuses und reales lex. (1714) 1731. '
durcheinander': die bootsleute sind untermischt männer und kinder Göthe 48, 90
W.; eichen, tannen, birken und buchen, wie sie untermischt stehen
gespräche 5, 54
B.; grobe wie feine, edlere und unedlere gesichtsbildungen kommen untermischt vor Peschel
völkerkunde 483; am vorgebirg ... lebt er (
d. leopard) untermischt (
in kreuzung) mit dem panther Oken
allg. naturgesch. 7, 1599;
ähnlich: dasz ihre männer sehr untermischt und ausschweifend auszer der ehe lebten Ritter
erdkunde 2, 1114. —