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untadelich

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

untadelich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1442
untadelich, tadelig, adj. adv. , gth. v. tadelich, tadelig. schwed. otadlig. zur schreibung der endsilbe s. unadelich, unbillich; ch ist in n. spr. durchweg stimmhaft geworden (Wilmanns gramm. 18, 78; 21, 488). Luthers formen s. u. (Schade 1223a; Franke schriftspr. Luthers 22, 63b); untaddelich und untAedelich Eberlin v. Günzburg 3, 201; 2, 59 ndr.; untAedtlichen Wickram 3, 117, 14 B.; untaden(t)lich Rabus hist. der martyrer (1571) 1, 233b; Eberlin v. Günzburg 2, 53 ndr.; undadelich H. Sachs 1, 115, 30 K. u. o.; undtadelich V. Weigel tractätlein (1637) 28; undatelich J. Ayrer dramen 1286 K.; ohntadelich theatrum amoris 189; unthadelisch ratschlag (1525) 41a. zur syn. s. untadelhaft, unsträflich; dasz u. noch immer hinter positiven eigenschaften zurückbleiben kann, lehrt: mich dünkt, es (das gedicht) ist weder schön noch häszlich, aber was man so untadelich (bed. 3) nennt Droste-Hülshoff briefe 96 Cardauns. 11) wie untadelhaft 1 als äuszere eigenschaft: Virginia überschön und gar undadelich H. Sachs 2, 4, 8 K.; die dunkeln augen und das dunkle haar waren untadelig M. Meyr a. d. Ries 1, 177; stute, blume, schild Chamisso 3, 188; Bettine briefw. 1, 240; Pyrker Tunisias 7, 721; vatermörder von untadeliger weisze Fontane I 5, 270; u. weisz G. Keller 5, 255; untadeliche symmetrie Wieland I 3, 31 ak. ausg., gestalt Göthe 49, 323 W. u. dgl. 22) als innere eigenschaft (untadelhaft 2): es soll eyn bisschoff untaddelich seyn Luther 8, 500 W. (Tit. 1, 7; vgl. unsträflich 2 c); ehrlichen, untadlichen personen Frankfurter zunfturk. 1, 141 (1589); Immermann 15, 343; leben C. Spangenberg chron. schaumb. (1614) 64, wesen Moscherosch gesichte (1650) 1, 539, absicht Liscow (1739) 6, ruf schr. d. Götheges. 9, 13, wandel Göthe 31, 243 W., gesinnung Fontane I 5, 270; adv.: H. Sachs 1, 154, 25 K.; Jhering geist d. r. r. 2, 2, 625. 33) untadelhaft 4 entsprechend: deiner werck ist kaines guot und seind alle zuo thadlen, allain das werck hie mit dem wort, das ist untadlich Luther 10, 3, 271 W.; wörter Puschmann v. d. meistergesang 22 ndr., zweck Schottel haubtspr. 178, geschmack Gottsched das neueste 2, 76, motive H. Brunn kl. schr. 2, 402; was heilig und u. seye vor gott und den menschen Moscherosch insomnis cura 20 ndr.; vor dem höchsten ästhetischen richterstuhle u. bestehn Göthe 45, 175 W.; so lebte er ... nach jeder seite untadelig G. Freytag 15, 232. 44) fehlerlos, einwandfrei, exemplarisch, ausgezeichnet u. ä.: altes adeligen, untadeligen geschlechts Schweinichen denkw. 247 Ö., familie Kotzebue 7, 158, beschreibung Gottsched d. neueste 8, 296, plan Schiller 6, 298, rennen G. Freytag 10, 35. allgemein steigernd: eine untadeliche vollkommenheit vern. tadler. 1, 417, schönheit H. Meyer gesch. d. bild. künste 2, 153, fleisz Holtei erz. schr. 10, 99, appetit Chamisso 6, 5. 55) seit mitte des 18. jhs. wirken homerische beiwörter ein, bes. ἀμύμων (vgl. unsträflich 4): die beywörter göttlich, untadlich, glorreich etc. bezeichnen beym Homer und Sophokles mehr die geburt und den stand als die sitten und den charakter Steinbryckel Philoctet (1760) 26; Solger Erwin 2, 85; untadlige lämmer Bürger 245 B., kühe (ἤνις ἠκέστας) J. H. Voss Ilias 6, 94, bogen 15, 463, gleichnisz Odyssee 14, 508, tanz Wieland Lucian 4, 392; den untadlichen Bürger 204 B.; der untadlige seher J. H. Voss Ilias 1, 92; Od. 4, 4; 13, 42; Danae Wieland 1, 215 Gr., held K. O. Müller Etrusker 1, 189, schaffner Baggesen 2, 366, sohn Scheffel 3, 20, weib, untadlig an leib und seele G. Freytag 2, 62; herz F. H. Jacobi 5, 333, gemüt Scheffel 1, 173. dazu untadelicheit, f. Gervinus gesch. d. d. dicht. 5, 590. —
3677 Zeichen · 123 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Untadelichadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Untadelich , — er, — ste , adj . u. adv . untadelhaft. So ist dir die Gewalt untadelich — Voß. »Ein Bischof soll untadel…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit untadelich

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Ableitung von untadelich 2 Analysen

un- + tadelich

untadelich leitet sich vom Lemma tadelich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+tadeln+-e+-lich

Zerlegung von untadelich 2 Komponenten

untadel+ich

untadelich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „untadelich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/untadelich/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „untadelich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/untadelich/dwb. Abgerufen 17. May 2026.
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Cotta, Marcel. „untadelich". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/untadelich/dwb.
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