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unsal

nhd. bis GWB · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unsal f., n.

Bd. 24, Sp. 1301
unsal, f., n. , ein schriftsprachlich eigentlich nie wirklich lebendiges wort verschiedener bedeutung. 11) unglück, unheil. a) während Luther v. d. guten werken (1520) 58 ndr. in der originalhs. geschrieben hatte: wo wollen aber die bleyben, die nit alleyn solch unfall (s. d. II 1 a) der christenheyt nit achten, nit furbitten, szondern da czu lachen (vgl. der christenheyt unfall 59 ndr.), wurde bereits in einem theile des ersten druckes (A) für unfall: unsal und in einem Baseler drucke (G) unselikeit eingesetzt (6, 241, 17 W. variante; unfäll var. zu unseld pfarrer v. Kalenberg 660; 990); so hette sichs basz geschickt zu frolocken, dasz ich aus unsall diszer werld vertzuckt werd M. Risch paraphrasis Erasmi über d. ev. Joannis (1524) l i 1a; vil unsal, trübsal Schaidenreiszer Odyssea 55b; unsald, unsalt 19b (35b; 25b). es liegt hier in der tat das wort unseld(e), -sald(e) vor (s. d.). vgl.hartsal, -sel, -seld. zum abfall des auslautenden d: Weinhold bair. gr. s. 154; al. gr. s. 146 f.; unsal < unsalde entspricht unbil < unbilde; frühnhd. unsel vocab. 1482 bei Schmid schwäb. wb. 32. umgekehrt ist unechtes d in unfäld Steinhöwel Äsop 160 und unfeld Keisersberg bilgersch. 173b (vgl. sp. 522) angeschoben; Weinhold al. gr. s. 145; vgl. bildern > bilern. b) als n. und f. bei E. M. Arndt, K. Lehrs und seinen nachahmern ist u. teils nach irrsal, schicksal, trübsal, teils im hinblick auf unselig, ostnd. unsalich gebildet (vgl.unband für unbändigkeit). J. H. Voss zeitmessung 85 bildet unsel 'unglück' vom g. unselei: deswegen mag er bei allem irrsal und unsal der zeit getrost seiner zukunft warten E. M. Arndt schriften (1845 ff.) 3, 411. bald n., bald f. ist es bei Lehrs, dem es sich mit unseligkeit (populäre aufsätze2 415) und begrifflich bes. mit der gr. ἄτη, der ethischen ἀφροσύνη (ebda 419) verbindet: ich habe ... für ate kein anderes deutsches wort gehabt als unsal Lehrs an C. F. W. Müller bei Ludwich [] ausgewählte briefe von u. an Lobeck u. Lehrs 722; äuszeres, inneres unsal aufs. 417; die innere unsal 417; 418; unglück, unseligkeit, unsal (ἄτη) nannte der Grieche jeden zustand des geistes, da der geist, was seines wesens ist, in freier bewegung, umsicht, entschlusz gehemmt ist, jeden unfreien geisteszustand 415 u. o.; der unsal verfallen, unsal nach sich ziehen, erzeugen 416; 421 u. s. w. bei Lehrs schülern wie Ed. Kammer (ästhet. kommentar zur Orestie 1909) ist dieser worthomunculus zum lieblingsausdruck geworden. unsalprophet übersetzt μάντι κακῶν Ilias 1, 106 W. Jordan 4. 22) schwäb. unsel, aunsal, m., 'eigentlich unsal' Schmid schwäb. wb. 32, aufregung, verwirrung (Fischer 6, 217; Schmeller 1, 158; 2, 253; Diefenbach got. wb. 2, 201) liegt in folgenden fällen zu grunde: ich fürcht' halt, das laute klopf- und hämmerwesen, das gehaspel und gesause der vielen spindeln und webstühle in den groszen arbeiterpferchhäusern, all der lärm und das unsal möcht' immer mehr aufkommen, das mir so arg zuwider ist Vischer auch einer 1, 396; einmal aber in diese öde, diesen schlamm, diese lächerliche unsal leuchtet ein schimmer R. Schaukal kapellmeister Kreisler 10. auch hier zeugt das schwanken des geschlechts für die seltenheit des gebrauchs. 33) in der bed. taugenichts und scheusal ist unsal rückbildung aus unsalich (unselig s. d.) wie unsel aus unselig, unband aus unbändig: unsal, n. een deugeniet, dat niets deugt Kramer-Moerbeek (1768) 369a; scheusal Sallmann 49; neue beiträge zur estl. ma. 73; du unsal ostpreuszisch allgemein; Woeste Mark 109; so mag das unsal laufen bis ans ende der welt Th. Mügge leben u. lieben in Norwegen (1858) 1, 86. unsalrotte W. Jordan talar u. harnisch 14. vgl. unselig, der unsel Woeste westfäl. 282a, g. unsels πονηρός, ags. unsle improbus, an. úsæll, aschwed. usal, usel, osäl, n. usel, ussel. auch unselde ist schimpfwort Schmeller 2, 253. —
3892 Zeichen · 113 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    unsalf., n.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    unsal , f., n. , ein schriftsprachlich eigentlich nie wirklich lebendiges wort verschiedener bedeutung. 1 1) unglück, un…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Unsal

    Goethe-Wörterbuch

    Unsal [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unsal

11 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unsal 2 Analysen

un- + sal

unsal leitet sich vom Lemma sal ab mit Präfix un-.

Alternativen: un+-sal

unsal‑ als Erstglied (11 von 11)

unsâlde

MNWB

uns·alde

unsâlde ( unsaelde ), ° unsêlde, f. ( Dat. Sg. unsâlde, -n ): 1. Unglück, Unheil, „ unsalde, calamitas” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), „ So ... m…

unsalich

LW

unsal·ich

un-salich, unselig, verflucht; heillos, frevelhaft; unglücklich, elend, armselig; adv. unsaligen, unsalichliken.

unsalichēt

KöblerMnd

unsalichēt , F. Vw.: s. unsālichhēt*

unsaltans

KöblerGot

unsaltans , (Part. Prät.=)Adj. (a) nhd. ungesalzen, kraftlos ne. unsalted ÜG.: gr. ἄναλος; ÜE.: lat. insulsus Q.: Bi (340-380) I.: Lüs. gr. …

unsålterig

WWB

un-sålterig Adj. (z.B. von Butter) ungesalzen ( Kr. Halle Hal Bh).