1unnütte °on- (westl.), °unnotte (Sächs. Wchr. 187),
adj. (Kompar. -nütter, Superl. -nüttest): 1. nicht nützlich, untauglich, „Vnnutte inutilis” (Voc. Strals. ed. Damme 446), „des ward id [dat perd] sere mager unde unnutte” (Derendorf 334), „We nichten kan ... Vnnutte he to der werlt ys” (Leyen Doctr. ed. Ljunggren 134), (im adverb. Gebrauch:) „so kan me fin anrichten den kerckensanck / vñ Christlike Cerimoniē / nicht vnnuͤte / edder wedder den Christliken louen” (Lüb. KO ed. Hauschild 6); — nicht nutzbar, „Hebben ... mer lude eyn hus tosamende, vnde erer welck deme anderen dat hus vnnutte maken wolde ... myt schedende: dat enmach nicht
[]syn” (Hamb. StR ed. Reincke 106); — nicht als Baustoff verwendbar, „dath sodan holth vnfruchtbar, vnnuͤtte ... sy” (Ub. Brschwg. 1, 355); — nicht genießbar, „Wene vnnutte vpghebultet vlesch” (Voc. Strals. ed. Damme 492); — nicht informativ, „Van unnutten boeken” (Narrenschyp 10); — nicht hilfreich, „Din rad is ghewesen quad unde unnutte” (Derendorf 320); — belanglos, „Ok synt dar unnutte breve, alse oͮs dunket, de mach de rad lesen laten, wan on des gholustet” (Ub. Goslar 3, 124); — unsinnig, „Eyn dore sprickt ghern unnutte dynck” (Narrenschyp 57), (im adverb. Gebrauch:) „In deme kore mannich narre ok stath, De unnutte snacket in manniger math” (
ebd. 175); — vergeblich, „De junge koning ... lach darvor [vor Köln] vier weken; dat was unnoͮtte, wante he ere nicht gewinnen ne mochte” (Sächs. Wchr. 187). 2. fruchtlos, taub, „vnnutte sunder vrucht inanis” (Voc. Strals. ed. Damme 416), „Vanus vn nuͤtte” (Dief. nov. 37). 3. nicht erforderlich, unnötig, „vnnuͤtte verschwending” (Chytr. 579), „vnnuͤtte vnd lichtferdige schwetzerie” (
ebd. 580), „Ydel und unnutte is syk moghen umme to komende dingk” (Imitatio 32), (im adverb. Gebrauch:) „Mit dessen hefstu de eddelen tît unnutte togebrocht” (Lüb. Tot. 51); — übermäßig, verschwenderisch, „Jd enwere also dat erer welck wat vordede myt vnnutter kost” (Hamb. StR ed. Reincke 96), (im adverb. Gebrauch:) „Vorbringhen vnnutte vorteren dispendere prodigaliter pendere” (Voc. Strals. ed. Damme 451), „ein vorbringer de sine guder unnudte thobringedt” (Ekenberger Elucubr. 66). 4. schädlich, „offt dat gantz unnutte sy deme ryke Norwegen, dat de Dudesche copman des wynters licht in dem ryke” (Hans. Gbl. 1900, 149), „dewyle se der vnnuͤtten pluderye vnd loͤgen sick beflytigen” (Nic. Gryse Spegel P 4
r); — gefährlich, „De mestere d'arstedye spreken meynliken, dat dat loek vnnutte hitte an sik hebbe ... de sik drade entfengen” (Garde der Suntheit ii 3
r). 5. falsch, unwahr, „Vorloset dy de warheyt, so bystu vorwar vryg unde dorffst nicht achten de unnutten wort der luden” (Imitatio 25). 6. unanständig, „Vnnutte van reden Re. vnhouesch” (Voc. Strals. ed. Damme 446), „Banaucia vnnutte teren” (Dief. nov. 37), „im glichenn ock keine schandbare unnd unnutte leider singenn” (Hamb. ZR 311); — schändlich, „vnd alle vnnuͤtte rencke vnd schwencke ... vnd ergerlike Sede nalaten” (Nic. Gryse Laienbibel 1, R 3
r), (substantiv.:) „wo wold ick en de haer verlesen, Wo se wes unnüttes heven an” (Keller Fastnachtsp. 2, 981); — lästerlich, „de sulve schreif unnutte wark ut nite und hate gegen den pawest” (Oldecop 19).
[]7. (Personen:) nichtswürdig, „Alse se nu echt tosamende kemen, do weren dusse vordorven stumper ... like unnutte unde repen” (Chr.
d. d. St. 16, 393); — unfähig, „vnse borgere hebbet vnnutte vormunden” (Lüb. StR ed. Korlén 143); — widersetzlich, „boven dat hadde he eine unnutte und stolte husfruwen, de anders nicht konde, wen dat se ome bi dem dische und up dem bedde de oren wref” (Oldecop 4), (substantiv.:) „De uprorischen, unnutten, wor he de wuste, toich he to sich” (J. Brandis 24); — (Vbdg.:) sik u. māken sich lästig machen, „so he denne vor der döhren syck mit kloppende unnutte makede, schall he sosz schillinge an de meisters vorboret hebben” (Lüneb. ZR 114); — (vom sozialen Status:) gering, „sol den frowen und megden und anderm unnutzen gesinde hirmit manderet und gebaden sin” (Hamb. Burspr. ed. Bolland 2, 469).