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unmöglich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unmöglich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1187
unmöglich, adj. adv. , gth. v. möglich. mhd. unmügelich, -lîche(n). mnd. unmogelik, -liken. mnl. onmogelijc, -like. nl. onmogelijk. an. úmögnligr. aschwed. omögheliker, -lika. n. umuelig. schwed. omöjlig. mundartlich weit verbreitet; neben unmuglich Staub-Tobler 4, 115 steht unmögig ebda 113, Fischer schwäb. wb. 6, 203 (vgl. ummig Schmeller 1, 1578). frühnhd. unmögenlich ergibt sich aus unmugenlichait Knebel chron. v. Kaisheim 138. unmöglichen, adj. Gersdorff wundarznei 19b, Parac. 2, 543, Eyering prov. 2, 479, act. publ. 1, 4 Palm. ungemöglich s. d. u. vgl. ungemüszig. zu den formen s. ferner möglich (unmüglich noch öfter im 18. jh.: Frisch nouv. dict. 628, Weichmann Niedersachsen 3, 189, vern. tadler. 1, 257, n. schausp. [1771 ff.] 10, 4, 10, 71. ummüglich Luther vorr. z. Römerbr. 7, 436. 437 u. ö. B.; Matth. 19, 26). vgl.ohn-, nichtmöglich. 11) activ. unvermögend, kraftlos: du bedarfst mir nit fürheben etlich alt man in die aberwitz gende, schwer, treg, unmuglich N. v. Wyle transl. 163, 3 K.; Fischer 6, 203, 2; Staub-Tobler 4, 115, 4 (1674). vgl. unmöglichkeit; dazu unmögig Staub-Tobler 4, 113, mnd. unmogisch, abmögig Höfler 418b, möglos, un-, übelmögend. veraltet. 22) passiv. 2@aa) gegentheil von möglich 1. α) allgemein. prädicativ: on den glauben ist unmüglich gott zuo gefallen manuale curat. (1516) 93b; mit dativ der person: Luther 26, 332 W., der sache: es ist unmüglich menschlicher krafft ält. katechismen 28 ndr.; elliptisch: mithin sind dergleichen ... bücher ihnen (anfängern zu verstehen) u. Heppe lehrprinz 20; mit präpos.: bei Lucas 18, 27, Immermann 1, 33; vor Lichtenberg nachl. 12; für König (1745) 21 u. allgemein; verbale verbindungen: u. fallen act. publ. 1, 35 Palm, Göthe 46, 73 W., scheinen Iphigenie 745 (das u. scheinende Scheibe crit. musicus 1020; Göthe 19, 67 W.); u. machen Kramer (1702) 2, 70a (u.-machung Mothes baul. 2, 409), werden u. s. w. verkürzung: denn unmüglich, dasz Sandrub kurzweil 15 ndr.; u., sich das denken ... zu untersagen jb. d. Grillparzerges. 8, 4. verschlingung der satztheile (heute unüblich): vil ding, die man gemeint hat u. sein Carbach Liv. 137b (quae impedita natura sunt); dasz es (mein verhältnisz) u. ist je gestört zu werden Göthe IV 8, 337 W. zusätze: schlecht(hin), schlechter dinge, schlechterdings, platterdings, durchaus, ganz, rein, unbedingt, absolut, pur u. dgl.; schlechterdings (simpliciter) und respective u., bedingt und unbedingt u. Zedler 49, 1887 f.; es ist mir wie u. Gellert 10, 167; unmensch- und u. s. unmenschlich 14; menschenu. Sanders erg. wb. 388b. litotes: Prätorius anthrop. plut. 2, 147; nicht ganz u. Göthe IV 8, 243 W. attributiv: ummogeliche ding blume v. Magdeburg 2, 3, 45, gelübde, versprechungen; arbeyt Luther 18, 385 W., aufgabe H. v. Barth kalkalpen 32; mit immer stärkerer ellipse: gebirge Staub-Tobler 4, 115, 3, wege Dannhawer catechism. 1, 13, Moltke 7, 13 u. s. f. die zu übersehen unmögliche flüsse (unüblich) Lohenstein Armin. 2, 147a. philosophisch: Wolff von gott 6, Walch 2753. β) abgeschwächt difficillimus (Stieler 202): Amadis I 30 K.; mit comparativ: Henricpetri generalhist. 426, theater d. Deutschen (1768) 7, 15, Göthe IV 27, 17 W.; die unmöglichsten pläne und ansprüche jb. der Grillparzerges. 3, 61; kan er (d. feldscher) mit dem specill die kugel u. (nicht gut) fühlen v. Fleming soldat 324; daran können sie wohl u. schuld sein Göthe 24, 74 W. γ) unthunlich, unausführbar (impracticable, out of question Murray 52, 103b, 3): ehen, die jeder für u. hält Deinhardstein 1, 200; Grabbe 1, 56; Romeo in die verbannung zu senden, war dem drama u. (ging im dr. nicht an) G. Freytag 14, 32. wie im franz. enthält das ist mir u. oft kaum mehr als ablehnung: Gryphius lustspiele 1, 268 Palm; Stelzhamer 1, 113; ich kan sie (d. einladung) u. annehmen Lichtenberg briefe 2, 5; vgl. 3. 2@bb) gth. v. möglich 2. α) eigentlich. prädicativ: so u. es sey, dasz am firmament könten zwo sonnen seyn, so unmüglich sey es, dasz in der welt könten zwey Alexandri seyn Schupp freund in d. not 28 ndr., Göthe 46, 48 W.; A. W. Schlegel Athen. 1, 20. es ist u.! Gottsched gedichte 37; u.! bei allen liebesgöttern u.! Fr. L. Schröder 1, 36. zusätze: wie bei 1 a; von natur u. Arndt nachf. Christi 91, an sich Ranke 2, 12, physisch, logisch, philosophisch, moralisch u. s. w. schmerzu. Sanders erg. wb. 358b. attributiv: einer anderen unmöglichen geburt nach lauf der natur Zwingli d. schr. 1, 96; eine wunderbare, nicht aber unmögliche errettung Herder 12, 69; alle mögliche und unmögliche vorkommenheiten 3, 326 (vgl. sp. 26, 3); fall Lenz 1, 19 Tieck, sache D. Fr. Strausz 6, 16 u. s. w. β) unwirklich, was es nicht geben kann, phantastisch, imaginär, unglaublich, wunderbar, sonderbar, fremdartig u. ä.: unmüglich fablen J. Strausz christenlich unterricht b 3a, dinge Chr. Weise überfl. gedanken 187 ndr., grösze (mathem.) Krünitz 199, 21, Müllner 8, 22, stellung Göthe 22, 208 W., Stratz dienst 7; eine frau, die in einer ganz unmöglichen sprache redet Storm 1, 283; ein unmöglicher berg (auf einer vermessungskarte) Moltke 1, 22; name, titel, an e (ende) rührend. ein kunstwerk, das immer unmöglicher scheint, je länger man es ansieht Göthe IV 40, 219 W.; das unmöglichste bauwerk IV 40, 283 W.; fährlichkeiten Raabe hungerpastor 2, 45; gebilde des falschen, unmöglichen, willkürlich vorausgesetzten Gutzkow ritter v. geiste 1, 6. εἰκῆ (sine causa Matth. 15, 9) u., umbsust, vergeben Zwingli freiheit d. sp. 39 ndr. γ) steigernd. adv. wie mhd. mnd.: gar fast und unmüglich lachen Hartlieb Alexander 120a; unmüglich grosz Binhardus thür. chron. 80; Staub-Tobler 4, 115, 5; Fischer 6, 203; Schmeller 1, 1578; onmeugelk nijt! = volstrekt niet! Molema 304a. unmöglichkurz Sanders erg. wb. 358b. von menge, wesenheit u. eigenschaften: mnd. wb. 5, 65a; Staub-Tobler 4, 116; Fischer 6, 203; Crecelius 847; Autenrieth 144 (vgl. 3); unmogliche beswerunge städtechron. 17, 344, 28; vgl.d; eyn unmöglich geld, gut Nigrinus pap. inquisition 596; Daniel 368. vgl. franz. gagner l'impossible. veraltet u. mundartlich, in n. schriftspr. verdunkelt: unmögliches (höchstes) begehren Göthe Faust 7488; 2, 84 W.; die rohheit der wilden, die uns u. däuchte E. M. Arndt 2, 65 (vgl.β); unmöglich glück! Platen 1, 509; deutlicher: und hatte er die wirbelnden gedanken bis ins unmögliche und ungeheure matt gehetzt Mörike 3, 64; Scherer litgesch. 159. auch ausdrücke wie eine unmögliche schandtat, ein unmöglicher fehler, kerl, dünkel (s.c) haben etwas steigerndes. 2@cc) nach mögen 8 'ekelhaft, widerlich'; nauseosus mnl. wb. 5, 833, 5; unmögig unangenehm Staub-Tobler 4, 113, 3, unliebenswürdig Fischer 6, 203. vgl. mhd. unmugende abneigung Tauler pred. 74, 20 V.: die verfluchte zunge, die manche gabe gottes ... unmüglich hinein geschlukket hat Butschky Pathmos 460; vgl. Kilian th. 6, 2464. veraltet. 2@dd) nach mögen 5, 6, 7 'gegen recht und billigkeit, ungerecht, ungebührlich' u. ä. Haltaus 1946, 1361 ff.; Söderwall 2, 162b; mnl. wb. 5, 832, 2; 833, 4; gijn onmeugelk woordje Molema 304a; 'anzüglich' Woeste westf. 281a : dasz aber baiden obgenant thail unmüglich und unbillich gethan haben (1454) Lori bergr. 44; grafe Ernst tete das gar unmogelich Stolle thür. chron. 12; 155; das düncket mich ein grosze unmasz an euch und ist darzu unmüglich b. d. liebe 87d; unmögliche conditiones acta publ. 1, 255 Palm; es ist keines weges meine meinung, als ob ich das disputiren an sich selbst vor schädlich oder zum wenigsten vor unmüglich (unzulässig) hielte Chr. Gerber unerk. sünden 52; unmögliche auflage, befehl, satz u. s. w. Zedler 49, 1890 f. veraltet. 2@ee) möglich 3 entsprechend. wie im nl., liegt französische beeinflussung (se rendre impossible, 'terme de politique' Littré) vor, doch fehlt es daneben nicht an eigener entwicklung: 'unverträglich' Staub-Tobler 4, 115, 2; unerträglich: dein Schelling und dein Fichte .. sind mir ganz unmögliche kerle Bettine Günderode (1840) 1, 15, vgl.c. übrigens ist der gebrauch auch im franz. und engl. neu. bezug auf gesellschaftliche anschauungen waltet vor. gebildetes sprachgefühl empfindet den ausdruck als elliptisch (Murray 52, 103b): die redensart 'sich u. machen' war damals (zu Rückerts Berliner zeit 1841—48) noch nicht in den täglichen kurs gesetzt grenzboten 1866, 14, 17 (H. Rückert kl. schr. 2, 295); durch nichts macht sich Thiers unmöglicher, als durch ... (26. 4. 1842) Gutzkow 7, 319; E. meinte, dasz man ihn ... u. machen wolle Ranke 17, 131; da richten sie soviel unheil an, dasz sie sich känzlich u. machen G. Hauptmann biberpelz 60. Beckerath und Mevissen werden als u. angesehen für unser ministerium (1848) Varnhagen tageb. 5, 143; nicht blosz die fürsten, die minister, die geheimräthe haben eine geringere furcht vor gott als vor dem entsetzlichen schicksal, wie sies nennen 'unmöglich zu werden', sondern selbst der arbeiter in der zuckerfabrik; wie ein groszes castrirmesser schwebt der mordstahl dieser furcht über allem, was männlich ist auf erden H. Leo 1856 bei Gombert zs. f. d. wortf. 8, 137; er hielt den prinzen (kartätschenprinzen) ... für u. Bismarck gedanken u. er. 1, 55; dasz ein schlecht angezogener mensch in der welt u. ist Ebner-Eschenbach 4, 386; dieser mensch ist u. Stratz dienst. 27. attributiv; von personen: der unmögliche diplomat Treitschke d. gesch. 4, 705. ein unmöglicher mensch, diener, beamter. von äuszerst unpassenden, unausstehlichen, höchst unerträglichen, lächerlichen u. ä. gegenständen u. abstracten begriffen: ein unmögliches kleidungsstück, werkzeug u. dgl., ein unmöglicher kratzfusz, witz, hochmut, ein unmögliches programm, unmögliche verhältnisse, stellungen u. s. w. noch nicht recht schriftsprachlich: die einleitung ist ganz und gar u.; dann werden auch (bei der akadem. jugend) die veralteten spaltungen mit ihrem unmöglichen dünkel fortfallen O. Braun der student u. die neue zeit (1920) 47. vgl.b γ. 33) das adv. vertritt und unterstreicht oft wie im franz. conventionell oder kraftwortmäszig die verneinung: er könnte unmüglich abkommen polit. maulaffe 100; Chr. Reuter Schelmuffsky 33 ndr. u. o.; Göthe Faust 2044; vgl. 2 a γ; unsre vorfahren waren u. leute, die ... portraits (1779) 263; u. dürfe man Ranke 4, 75; ich hab' jetzt u. zeit Nestroy 1, 14. unmöglicherweise Holtei 40 jahre 1, 292; vgl. par l'impossible. im gemeinen leben antiphrastisch für 'vermuthlich' Rüdiger zuwachs der sprachkunde 2, 125. unmüglich ausdruck des wohlgefallens oder der verwunderung über etwas vorzüglich schönes und gutes v. Klein 2, 207 (Pfalz, Elsasz); vgl. 2 b γ. unmüglich nimmer Fischer 6, 203. 44) subst. (soweit nicht schon oben berücksichtigt): unmüglich müglich machen Weckherlin th. 6, 2468; Lessing 2, 64; nichts unmögliches A. Olearius pers. reisebeschr. 3, 1; das unmögliche hält einen widerspruch in sich Schwabe belustigungen 2, 214; alles mögliche und unmögliche G. Keller 4, 43; das wort u. Auffenberg 1, 112; Droysen Alex. 140. wie impossibilia tentare Stieler 1202, venari impossibilia (Wander 4, 1465), franz. tenter, entreprendre, faire u. s. w. l'impossible: nach dem unmöglichen streben disc. d. mahlern 1, 2; der ehemann musz das unmögliche thun, sie ihrem stande gleich zu halten Haller Fabius und Cato 138; Göthe 24, 201, 10 W.; s. möglich 1 b; das unmögliche zu versuchen (wie man bei einer gewissen nation, die in allen ihren komplimenten sehr hyperbolisch ist, zu sagen pflegt) Wieland 3, 155; Lessing 2, 411; das unmögliche wird von ihm gefordert, nicht das unmögliche an sich (vgl. 2 b), sondern das, was ihm u. ist (2 a) Göthe 22, 76 W.; wagen Tieck 1, 110 u. dgl. anderes redensartliche und sprichwörtliche: Stieler 1202; Wander 4, 1654; G. Hauptmann biberpelz 102. dazu
11855 Zeichen · 390 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unmöglich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unmöglich , -er, -ste, adj. & adv. der Gegensatz von möglich, sowohl im schärfsten Verstande, was einen Widerspruch in s…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unmöglich

    Goethe-Wörterbuch

    unmöglich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unmöglich

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    unmöglich [ùnmèjlik Dü. Rapp. Mütt. ; ùnmêjli Str. ; ùnmejli Z. ] Adj. unmöglich. — Schweiz. 4, 115.

  4. Sprichwörter
    Unmöglich

    Wander (Sprichwörter)

    Unmöglich 1. Es ist nichts unmöglich. – Schlechta 128. 2. Es ist unmöglich, die Sonne mit Säcken und den Wind mit Netzen…

  5. Spezial
    unmöglich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|mög|lich adj. imposcibl (-i, -a), nia poscibl, nia meso.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unmoeglich

5 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von unmoeglich 3 Analysen

un- + moeglich

unmoeglich leitet sich vom Lemma moeglich ab mit Präfix un-.

Alternativen: unmoegen+-lich un-+mogeln+-lich

unmoeglich‑ als Erstglied (4 von 4)

Unmögliches

Wander

Unmögliches 1. Zum Unmöglichen ist niemand verbunden. Frz. : A l'impossible nul n'est tenu. ( Venedey, 49. ) Holl. : Geen man is gehouden te…

unmöglichkeit

DWB

unmoeglich·keit

unmöglichkeit , f. , fehlen d. möglichkeit u. ihr gth.; im plur. gern concret ( so auch z. b. im sing. Storm 4 , 183). mhd. unmügelîcheit. m…

Ableitungen von unmoeglich (1 von 1)

verunmöglichen

DWB

verunmöglichen , v. , junge bildung: die verwirklichung dieses projektes zu verunmöglichen Berner bund, 7. aug. 1904; frachttarife ..., welc…