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unglimpflich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unglimpflich adj.

Bd. 24, Sp. 990
unglimpflich, adj. , adv., gth. v. glimpflich (s. d.), seitenstück zu unglimpf, adj., und unglimpfig. ags. ungelimplîc, -lîce; ahd. ungalimflih; mhd. ungelimpfelich adj. adv.; mnd. un(ge)limp(e)lik; -liken, mnl. ongelimpelijc, -like; altschwed. olämpeliker; schwed. olämplig, -het; neunorw. ulempelig; in den nord. sprachen entlehnt. vgl. unglimpf, m. unglümpflich Dentzler 327a. 11) dem subst. ungelimp entsprechend heiszt ags. ungelimplîc, -lîce 'unseasonable, unhappy, unfortunate'; s. unglimpf, m., 1; altschwed. olämpeliker 'oläglig'. 22) 'unangemessen, unschicklich, ungebührlich'; vgl. unglimpf, m., 2: ahd. incongruus, absurdus, abstrusus, inconditus, non conveniens Graff 2, 217; Suso d. schr. 159, 25 B.; eins mals redt einer mitt dem Aristotele und macht sein red so u., dasz der redner selbs seinen fAel erkennt Zoleckhofer beschreibung (1564) 9; dasz er auch im vorschneiden die stücke nicht u. in die schüssel fallen lasse Marperger küch.- u. keller dict. 1260b; ist nicht schmollen schimpflich und grollen u.? Rückert 11, 360. für 'onbedagt, onbescheiden, onbezonnen, onheusch' Kramer - Moerbeek 2, 367b. schwed. olämplig 'unschicklich, ungeschickt, unangemessen, unanwendbar'. 33) 'unnachsichtig, hart, ernstlich'; rudis, morosus, asper, acerbus Stieler 673; vgl. unglimpf, m., 3: ist es nicht angenemer, ermant werden mit schertzen, dann mit schmertzen? und schimpfflich, dann unglimpfflich und stümpfflich? Fischart Eulensp. 13, 9 H.; dergleichen grausamen und unglimpfflichen weg vor zu nehmen Creizenach engl. com. 201, 26; dasz er u. drohete, sich von ihm völlig zu trennen Hahn staatshistorie 3, 169; die ganze rede ... voll der unglimpflichsten intoleranz allg. d. bibl. 66, 203; unglimpfliches amt Droysen Äschylus 178; in n. spr. zu 5 gezogen. 44) unglimpf, m., 4 a/b entsprechend 'ungerecht, unbillig' (mnl. wb. 5, 595); criminosus, -se Stieler 673: daby man erkennt, das din clag unglimpfflich und unbillich ist Steinhausen privatbr. 1, 383; ich bin dem römischen stuol unglimpfflich furgepracht und fälschlich angegeben Vogelgesang-Cochlaeus v. Hussen 20 ndr.; u. handeln wider recht und fug Tschudi bei Frisch 1, 355c; wie unglimpf, m., 4 c: drei unglimpfliche streiche Dahlmann gesch. v. Dännemark 3, 164; mnl. wb. 5, 596. 55) wie bei unglimpf, m., 5 sind in dem neueren begriffe von u. die bedeutungen 2, 3, 4 zusammengeflossen. desobligeant Schwan: am allerwenigsten habe ich die absicht, demselben (verfasser) mit einem unglimpfflichen urtheile oder argwohne ... wehe zu thun J. J. Schwabe belustigungen 6, 364; beschuldigungen allg. d. bibl. 10, 2, 207; mit den unglimpflichsten vorwürfen Zschokke 22, 322; muthmaszung Ramler fabellese 2, 309; niemals war ihm ein einziges unglimpfliches oder miszvergnügtes wort entfallen Bode Tristram Schandi 2, 29; Gaudy 21, 28; behandlung Hauff 4, 160, 22; des unglimplflichen verfahrens (haussuchung) Varnhagen v. Ense tageb. 3, 298: adv.: u. reden Kehrein kirchenl. 2, 147, 4; unglimpfflich immoderate, immodice, immodeste Schönsleder (1647) x 2a; einen gar u. halten nimis aspere aliquem tractare Stieler 673; so u. hat der griechische weltweise niemals geurtheilt Nicolai literaturbriefe 7, 6; antworten 24, 355; sich äuszern Göthe gespr. 1, 267; behandeln Forster 6, 62; malen Bettine frühlingskranz 27; angreifen Gervinus gesch. d. d. dicht. 5, 322; wenn er es gewesen wäre den man so u. zum hause hinaus gewiesen Nestroy 2, 143; u. mit jemand, etwas umgehen, verfahren u. s. w. selten persönlich: er ist so u., mir absichten anzudichten Abbt 6, 3, 122; aber wohl ein unglimpflicher richter Hagedorn versuch 3. 66) unentwickelt geblieben ist u. in steigernder bed. (vgl. immodicus, immoderatus oben): die in so ungelimpfleicher gnâden ermant mönch v. Heilsbronn 49 Merzdorf. 77) gth. von glimpfig, glimpflich in physischer bedeutung. 'hart, starr': ihr täuschtet unser zutraun und zwangt mir statt der weichen friedenskleider die alten glieder in unglimpflich (ungentle) erz A. W. Schlegel Shakespeare, Heinrich IV 1, 5, 1. —
4083 Zeichen · 114 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unglimpflich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Unglimpflich , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von glimpflich, abgeneigt, andern alle unangenehme Empfindungen, so…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unglimpflich

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Ableitung von unglimpflich 3 Analysen

un- + glimpflich

unglimpflich leitet sich vom Lemma glimpflich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+glimpf+-lich unglimpf+-lich

unglimpflich‑ als Erstglied (1 von 1)

unglimpflichkeit

DWB

unglimpflich·keit

unglimpflichkeit , f. : Campe ; am abend war er ( der pfarrer ) selber beim ball ... da trugen sich weniger unglimpflichkeiten ( s. unglimpf…