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unglaublich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unglaublich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 964
unglaublich, adj. adv. , gegenstück zu glaublich (s. d.). zur betonung s. sp. 31. ahd. ung(e)loublîh; mhd. ung(e)louplich, -g(e)loubelich, -lîchen; mnd. un(ge)lovelik, -lôflik; mnl. ongeloovelijc, -like; nl. ongeloofelijk. der umlaut (ungleublich erste d. bib. 4, 416, 2; 7, 142, 21; unglöblich md. Griseldis bei Lexer 2, 1845; N. v. Wyle transl. 223, 38 K.) wird im 16. jh. neben der nicht umgelauteten form md. und oberdeutsch ziemlich allgemein (Alberus, Frisius, Maaler, Decimator, Reyher, Dentzler, Spanutius, Steinbach, Frisch, Kramer-Moerbeek. 1768), dauert in der schriftspr. vereinzelt bis ins 19. jh. (Wieland I 3, 227; Holtei erz. schr. 24, 79) und haftet in mundarten (Staub-Tobler 2, 598; obers. 2, 599a; lux. 316a). schriftsprachlich steht regelmäszig unglaublich (incredibilis) neben ungläubig (incredulus). gelegentlich das unglaublige Göthe IV 4, 239, 25 W.; veraltetes adv. unglaublichen A. v. Eyb d. schr. 1, 14, 7, (unglouplichin vil W. Gerstenberg chr. 10; das unglAeublichen ist zesagen H. Brunschwig kunst zu destil. 93a; Frisius 677b). u. und seltsam Weigand syn. 3, 702; 'glaubenlos für unglaublich ist zweydeutig und nicht zu billigen' Kinderling reinigkeit 395. 11) ungläubig 1 entsprechend. 1@aa) activ: folgen, die den nichtarzt unglaublich an dem ganzen vorgeben machen Hufeland makrobiotik (1823) X; Staub-Tobler 2, 589, 2; staunen sie mich ungläublich an Holtei erz. schr. 24, 79. 'misztrauisch': warumb die alten vil unglaublicher und kärger seyen dann die jungen Albertinus zeitk. 8. mnd. und mnl. auch 'treulos, unzuverlässig'. veraltet und mundartlich. 1@bb) in der hauptbedeutung passiv. 1@b@aα) unglaubbar, -haft, -würdig: das es wer ungleublich, das metra sOelten sein bey den hebreyschen erste d. bib. 7, 142, 21 vorr. zu Hiob; u. zu sagen (incredibile dictu, schon mhd. und mnd.) N. v. Wyle transl. 223, 38 K.; zu schreiben Fortunatus 82 ndr.; anzunemmen Parac. 2, 638 u. s. f. (vgl. Brunschwig oben); mit dativ betb. (1518) 120b; was ... einer zeit u. ist, ists der andern nicht Herder 16, 97; schier unglAeublich scheinet es Stumpf chron. 67a; das hohe und allen fast unglAeublich fallende wunder Rein. Fuchs (1650) 46; sein zu Rom unglAeublicher tod Lohenstein Arm. 1, 102a; unglaubliche märchen Lessing 9, 228, 7; die mutter ... fand die rechnungen Boies zu hoch und u. (keines glaubens würdig) Weinhold Boie 24. das unglaubliche Winckelmann 1, 157; Herder 22, 159; etwas noch so unglaubliches Immermann 1, 8. adv. das lautet nu zumal unglaublich und lecherlich Luther 34, 2, 391, 10 W.; es klingt u., ists gleich wahr Triller betr. 1, 294; Göthe nat. tochter 1920; ra. u., aber wahr Ebner-Eschenbach 4, 195. unmöglich, prinz! u.! nimmermehr! Schiller 5, 11; D. F. Strausz Schubarts leb. 1, 7. vgl. unglAeublicher weiss Xylander Polyb. 4. ähnlich wie lat. incredibilis 'unerwartet': litte ihr bestes fuszvolck unglaublichen schiffbruch Lohenstein Arm. 1, 47a; nun aber setzt mich dieser krieg, der uns auf eine so unglaubliche art unglücklich überrascht, in grosze verlegenheit H. v. Kleist 5, 332; vielleicht aber in beiden fällen nur steigernd. 1@b@bβ) oft objectiv (wie seltsam 3), ungeheuerlich, fabelhaft, wunderbar, wunderlich, unfaszbar u. dgl., doch liegt meist noch die subjective ansicht über möglichkeit und wirklichkeit im hintergrunde: ich wil aber sagen ain wundersam liebe und gar nAvch ungelouplich N. v. Wyle transl. 21, 1 K.; wunder Luther 27, 416 W.; thaten Nigrinus zäub. 199; lgen Pape garteteuffel O 2a; welches blei anzahl fast u. gewesen Schweinichen 199; keine metamorphosis könnte seltsamer und unglaublicher seyn Lessing 10, 176; die unglaublichsten wandelungen Gutzkow 4, 381; Hegel 11, 265; die unglaubliche kunde Freytag 9, 216. als steigerung von wunderbar: wie die ausarbeitung der haare bis ins wunderbare, ja unglaubliche getrieben ist H. Meyer g. d. bild. künste 3, 238; bis ins unglaubliche gröszer Droysen Alex. 230, 19; sie verwunderten sich ... bis zum unglaublichen Naumann vögel 11, 79; Stifter 3, 54. das unglaubliche (incommensurable) verliert seinen werth, wenn man es näher im einzelnen beschauen will Göthe 25, 283, 14 W. adv.: das ein frommer man ... sich ab dem gesang eines vogels dermaszen unglAeublich vergessen hab Fischart ehzb. 181, 22 H.; Wieland sieht ganz u. alles was man machen will Göthe III 1, 115; 1, 196; vgl.auf eine unglaubliche weise (miro quodam modo) 24, 193, 1 W.; Klopstock gramm. gespr. 126. unglaublicherweise (unfaszbar, wie das möglich war) erhielt er später das referat über beide hoftheater jahrb. der Grillparzerges. 8, 285. 1@b@gγ) schlechthin steigernd (aus α flieszend, wie die ausdrücke lehren: es ist unglAeublich, wie weit und breyt sie sich auszgespreitet haben Münster cosm. mxcii; es ist, genau besehen, u., was er in seiner lage geleistet hat Göthe IV 16, 367 W.): ain ferre ungleubliche weite Schaidenreiszer Od. 40a; grösse Ryff thierb. C c 4; ein unglAeublicher stattlicher vorraht Stumpf chr. 269a; ausz unglaublichen groszen steinen (vom adv. in ä. spr. nicht geschieden) Faust volksb. 57, 100 ndr.; vgl. mit groszen unglaublichen büchsen Eschenloer gesch. d. st. Breslau 1, 29 und δ; unkeusch erste d. bib. 4, 416, 2; gerechtigkeit Franck chr. Germ. (1538) 12a; schnelligkeyt Carbach Liv. 434a; schätze Grimmelshausen 4, 447, 18 Keller; schaden Rist friedej. Teutschland 113; eindruck vern. tadl. 1, 402; blindheit Görres br. 3, 156; bedauern Laube 2, 41; lieblingswort Göthes (besonders im gespräch Boucke 126): masse 46, 37 W.; groszheit IV 23, 115 W.; thätigkeit IV 37, 193 W.; stille IV, 7, 217, 13 W.; geschmack IV 30, 41 W.; ganz unglaubliche bewegungen in einem schönen herzen hervorbringen 17, 28, 20 W.; frost 43, 1, 239; elend 1, 356; verdrusz 1, 360 W. u. s. w., Bohner 92 f. zur steigerung von adj. und adv.: ein unmenschlich und ungeloblich strenges leben Suso d. schr. 107, 21 B.; unglAeublich mürbe Sebiz feldb. 273; so bin ich ganz u. übel daran Lessing 18, 297; Fritzens urtheil über die menschen ist u. richtig Göthe IV 5, 198 W.; das wetter ist u. und unsäglich schön IV 8, 185 W.; vgl. bis zum unglaublichen unverschämt II 2, 282 W.; auch in einem wort geschrieben: ungläublichweise Weckherlin 2, 283, 290; unglaublichtoll J. J. Engel 3, 258; u.dumm Hermes Soph. reise 1, 303; u. sehr obers. 2, 599a. oft für einfaches 'sehr, auszerordentlich': mein auge bildet sich u. Göthe 32, 10 W.; himmel, der u. auf mich lastet IV 9, 19 W.; vgl. in der unglaublichsten weise Mommsen r. g. 2, 67; it. incredibilissimo. 1@b@dδ) manche ausdrücke erklären sich am einfachsten elliptisch oder durch fremdes vorbild; z. b. einen unglaublichen (unglaublich langen) weg Zachariä 8, 93; einige unglaubliche (u. feiste) hunde und dicke schweine liefen umher v. d. Steinen naturv. Brasil. 24; die wege ... waren u. (in u. schlechtem zustande) Bismarck br. an s. braut 210; die schlacht, die unglaubliche Laube 8, 41; von personen: eine unglaubliche pianospielerin Göthe IV 37, 189 W.; ich unglaublicher esel! Laube 2, 45; es giebt unglaubliche leute, die mich wie ein neuigkeitsbureau betrachten Bismarck br. an s. braut 124; sie sind u., diese gouvernanten Ebner-Eschenbach 4, 415; Polenz Grabenhäger 1, 166; vgl. fr. incroyable. für incroyable, stutzer, zierbengel, gigerl, schlug Campe (verd. wb. 1813, 282a, 371a) ohne erfolg ein unglaublicher vor. 22) viel seltener als ungläubig 2 in dessen hauptbedeutung mit bezug auf religiöse vorstellungen. ungläubig: Lexer 2, 1845; unglaubliche regenten (unter den druckfehlern in ungläubige verbessert) M. J. Schmidt gesch. der Deutschen 3, 290; ohne glauben, von unglauben zeugend: du ... ergerst auch durch unglaubliche werck, was du besserst mit worthen Eberlin v. Günzburg 2, 53 ndr.; Ch. Weise pol. redner 98. heute nur noch im wortspiel oder mit 1 b zusammenfallend: unterricht der priester in glaublichen und unglaublichen dingen Gutzkow 4, 340 (vgl. B. v. Chiemsee 15, D. F. Strausz 6, 47). untreu, treulos mnd. wb. 5, 48a. veraltet.
8081 Zeichen · 255 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unglaublich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Unglaublich , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von glaublich, was sich nicht glauben lässet, keine wahrscheinlichen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unglaublich

    Goethe-Wörterbuch

    unglaublich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unglaublichAdj.

    Pfälzisches Wb.

    un-glaublich Adj. : 'schwer zu glauben, unwahrscheinlich, außergewöhnlich', -glaablich [NW-Dürkh, Lambert Penns 157]. —

  4. Spezial
    unglaublich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|glaub|lich adj. incredibl (-i, -a), nia da dí, nia da crëie, gnanca da dí. ▬ Unglaubliches erzählen nen cunté de gran…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unglaublich

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unglaublich 3 Analysen

un- + glaublich

unglaublich leitet sich vom Lemma glaublich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+glauben+-lich unglauben+-lich

unglaublich‑ als Erstglied (1 von 1)

unglaublichkeit

DWB

unglaublich·keit

unglaublichkeit , f. , mangel an glaublichkeit ( s. d. ) und ihr gegentheil. selten und veraltet activ: o herr, kum meiner ungelaublichkeit …