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ungenosz

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungenosz m.

Bd. 24, Sp. 787
ungenosse, ungenosz, m. und adj. (adv.), i. a. gth. von genosse, genosz; über das verhältnis des subst. zum adj. s. genosse, genosz 1 d. mit dem verfall des alten rechtslebens veraltet und im wesentlichen auf wissenschaftliche spr. beschränkt ist das adj. adv., ahd. mhd. ungenôʒ, mnl. ongenoot, Staub-Tobler 4, 821. vgl. ungenössig, ungenoszsam, genoszlos (Schmeller 1, 1763). in einigen fällen kommt bei der form ungenossen abschwächung aus ungenossam in frage (Staub-Tobler a. a. o.), in andern (durch gelehrte und ungenoszne männer Möser 1, 379) anlehnung an das part.-adj. (s. u.). ohne gemeinsame nutznieszung (s.genosz 2): eines guots nit teilhafftig, ungenosz Frisius 653a; auszgenommen, expers Maaler 462b; Henisch th. 4, 1, 2, 3476, 2 b; 4 b α; 4 i; ἀμέτοχος Decimator; vgl. genoszlos. genosz 4 entsprechend von rechts- und standesverhältnissen: desz eelichen stands u. Frisius 512a; das man einem etwas rAechtes u. erkenne und auszschliesse oder erlasse 554a; adenlichen titels (1606) quelle bei Staub-Tobler 2; ungenosse erben, käufer ebd. 1; hende Haltaus 1890 u. verschweigen; gut Staub-Tobler a. a. o.; von hof- und alpgenossenschaft, von leibeigenschaft ebd.; von 'ungenossenschaft' überhaupt (es werden auch einige belege mit angeführt, in denen substantive auffassung möglich ist): so well er doch mit einem im ungenossen, der ein verräters bösewicht sig .., nit kämpffen Tschudi 1, 23; Möser zog das alte wort wieder hervor, s. th. 4, 1, 2, 3475: unsre vorfahren waren ... so genau, dasz sie denjenigen sofort für einen knecht hielten, der von eines ungenossen menschen ausspruch abhangen muszte mit der fusznote: es ist dies ein altes deutsches wort, wofür ich kein bessers zu finden weisz. ein französischer und deutscher edelmann können einander ebenbürtig sein, sie sind aber einer des andern ungenosz. bürger aus verschiedenen städten sind ebenfalls einander u. 1, 378; als u. angesehen werden 1, 383; ungenossen richtern 1, 385; (gerichtsgenosz 1, 376;) fremde, ungenosse richter Raumer Hohenst. 5, 325; der jude konnte als ungenosz keine andere sicherheit durch realrechte erlangen Wigand bei Grimm rechtsalt. 2, 167; Lexer 2, 1855; Staub-Tobler a. a. o. 1; adv. u. wiben (1464) ebd. im übrigen s. d. rechtswb. im erweiterten sinne ungleichartig Paracelsus th. 4, 1, 2, 3475. 3480, 4 g; nicht zusammenstimmend Hug unter ungemäsz 2 a; ungenôʒ minor patre secundum humanitatem Graff 2, 1126; 'vorzuziehen' mnl. wb. 5, 637. es heftet sich auch verachtung daran: liegen und triegen seind so grosz, sie machen manchen ungenosz Brant Freidank (1539) 31 (anders Freidank 167, 19); vgl. sie (Maria) sach irn sun verlassen sterben mit den ungenossen (schächern) rüefbüchl. hs. v. j. 1601, 82b. entwickelter, noch bis ins 19. jh. von wbb. verzeichnet und in wissenschaftl. darstellung nicht ungebräuchlich ist das subst., mhd. ungenôʒ, mnd. ungenote, ostmnl. ongenoot, genote. Schottel 415; Stieler 1353, 1354; Frisch 2, 19a; Haltaus 659; Schwan 2, 844a; Voigtel 3, 472a; Voigt geschäftsf. 2, 524; Krünitz 196, 284. von Adelung, Heynatz, Campe als oberd. abgelehnt. Staub-Tobler 4, 819, 821; Fischer 3, 365; Schmeller 1, 1763. über die im mhd. nicht mehr bezeugten älteren bed. 'übler gefährte, wer nicht seinesgleichen hat, untheilhaftig ist' s. die wbb. der ä. spr.; mit bezug auf rechts-, standes-, staats-, zweckgenossenschaft: ein zu den hörigen eines andern herrn gehöriger, ein ungenôʒman Lexer 2, 1855; Fischer 3, 366; ein einer andern hofgenossenschaft angehöriger Staub-Tobler 4, 821; wer an den rechten einer gemeinschaft nicht theil hat ebd. 819; s. genosz 4 a; wer ungleichen standes, unebenbürtig, geringerer herkunft, geringeren rechtsstandes, nicht wappensgenosz u. dgl. ('ungenossen seyn will sagen, von solchen eigenschaften seyn, vermöge deren man nicht im genusz oder mitantheil eines rechts, rangs, vortheils seyn kann' Westenrieder 602) ist: so schametent sich guote lute, daʒ ir ungenoszen sü soltent (zu grabe) tragen städtechron. 8, 121, 12; etliche durchlchtige herren zwang er, die tOechteren den ungenossen von schlAechtem harkommen ze vermAecheln Tschudi 1, 23; Meichszner land- und lehenrecht 38b; Zobel sächs. lehenr. 57a; Schottel kurzer tractat (1671) 356; vgl.über- und untergenosse, ungenossin; ein dienstmann hilft auch seinen ungenossen Graf-Dietherr 457, 510; einzig der reichsdienstmann hat das besondere vorrecht, dasz er dem übergenossen wie dem ungenossen hilft ebd. 464; dedititii, adscriptitii, extraneus, peregrinus Stieler; kein Schweizer eidgenosse Heynatz antib. 2, 521; die vereinigung aller Seelande gieng auf gemeinsame vertheidigung gegen unrechtmäszige gewalt eines ungenoszen Eichhorn rechtsg. 2, 267; peinliche strafen gingen in ältester zeit nicht an leib und leben, weil man dies in der genossenschaft nicht preisgeben, sondern besser daran seyn wollte, als der ungenosse und der feind Raumer Hohenst. 5, 338; zwang auch gegen den ungenossen (des deichverbandes) zur nothilfe bei überschwemmungsgefahr hwb. d. staatsw. 3, 142. der markungenosse Graf-Dietherr 74; 69, 49. s. d. rechtswb.
5149 Zeichen · 112 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ungenoszm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    ungenosse , ungenosz , m. und adj. ( adv. ), i. a. gth. von genosse, genosz; über das verhältnis des subst. zum adj. s. …

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Wortbildung

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4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ungenosz

un- + genoszen

ungenosz leitet sich vom Lemma genoszen ab mit Präfix un-, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

ungenosz‑ als Erstglied (4 von 4)

ungenoszam

DWB

ungenoszam , adj. adv. , gth. von genoszsam. mhd. ungenôʒsam. Staub-Tobler 4, 823 . vgl. ungenosz , adj.: von mann, frau, ehe Staub-Tobler a…

ungenoszsame

DWB

ungenosz·same

ungenoszsame , f. , gth. der genoszsame. ahd. ungenôʒsamî ( als sünde ); mhd. ungenôʒsame: übrigens kommt auch der ausdruck ungenossen, unge…

ungenoszsamen

DWB

ungenosz·samen

ungenoszsamen , verb. , in entungenossamen = sich ungenossen, verungenoszsamen Staub-Tobler 4, 823 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ungenosz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ungenosz/dwb?formid=U07172
MLA
Cotta, Marcel. „ungenosz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ungenosz/dwb?formid=U07172. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ungenosz". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ungenosz/dwb?formid=U07172.
BibTeX
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