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unerfindlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unerfindlich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 478
unerfindlich, adj. adv. , gegensatz von erfindlich, aber nicht nur in der th. 3, 800 aufgestellten bedeutung erfindbar. mhd. unervindelich. von Schöpper f iiijd bis auf Frisch oft und unbeanstandet verzeichnet; sein Gottsched (beob. 371) beginnt unwissende sprachmeisterei von der verengten bed. des neueren verb. erfinden aus dem trefflichen worte sein bürgerrecht grundlos zu bestreiten, leider bis in die neueste zeit nicht ohne erfolg. Günther recht u. spr. 278. 11) activ; ohne wahrnehmendes bewusztsein, unempfindlich: das er ... im schlaff unerfindtlich leid, das ich sein böss bein im abschneid Sachs 13, 254, 27 K. G.; in einem unerfindtlichen laborinth geraten (aus dem man sich nicht herausfinden kann) act. publ. 2, 133 P. so redet noch Lessing 13, 477 L. von unerfindlichen kabalen. dann veraltet. 22) passiv. 2@aa) im weiteren sinne des mhd. ervinden, unerspürlich, unerförschlich Schöpper; acumini ingenii non exsuperabile Frisch: wie unervindelich sint dîne wege predigt d. 13. jhs. Germ. 7, 339; der, dessen anfang unerfindlich A. Silesius seel. 279 neudr. auch was sich einfach nicht finden läszt: die bisher ganz unerfindliche instrumentalform J. Grimm kl. schr. 4, 244. vgl.c, d; eines möbels, das in Holland in einem zimmer, wo geschlafen wird, überall unerfindlich ist Gutzkow 9, 269. vor dem poltern der sprachpedanten nicht recht entwickelt. vgl. unerfindsam. 2@bb) daher erdichtet, vanus, sine fundamento veritatis Frisch; dieweil in obgesatzten schrifften mehrertheils unerfindliche sachen .. beschrieben werden G. Rollenhagen ind. r. 204; unerfintlich beschrieben Sastrow 2, 166; unerfindliche lügen-schrifften Albertin hirnschl. 178. veraltet. 2@cc) das rechtswort unerfindlich gehört zu mhd. ervinden ein richterliches urtheil schöpfen (Fischer 2, 793; Haltaus 388) und ist gegentheil von erfindlich (erfindlich auch beweislich Haltaus 389); unerfindlich ist also ursprünglich, was sich richterlichem urtheil, maszgebender beurtheilung und festsetzung entzieht, unbewiesen, unbeweisbar, unerweislich, hinfällig, haltlos u. dgl. vgl. b: die uns mit solcher unerfindlichen aufflegung gegen e. l. beschwerlich angegeben Luther (1556) 2, 267b; Haltaus 1929; u. auflagen Meyfart j. ger. 2, 27; Schupp 679; wie diss seine bezychtigung .. unerfindtlich Nas ant. 1, 225b; böse und unerfindliche wort Schütz Pr. 6, B ive; klagartickel Ayrer proc. 1, 13; du mich als suspect und verdächtig, doch unerfindlicher nichtiger weiss recusirst 25; lügen ist ein unerfindliche warheit Lehman flor. 1, 508; so unerfindlich, als unwahrscheinlich Leibniz 2, 449; viel unerfindliches Spener piet. (1710) 74; eine unerfindliche historiette Grupen bei Savigny gesch. d. r. r. 3, 84. von Gottsched (zs. f. d. wf. 3, 260) als neues geschöpf der reichscanzelisten und publicisten bewitzelt, von Adelung als oberdeutsch, von Campe als verwerflich erklärt; doch lebendig (Heynatz antib. 2, 516): unerfindliche behauptungen, beschuldigungen, beschwerden u. dgl. die rechtssprache hat also keinen grund, das wort zu gunsten von unbegreiflich (Günther a. a. o.) aufzugeben. s. a. feindlich Staub-Tobler 1, 849. 2@dd) der heutige gebrauch ist das ergebnis dieser entwicklung; während sich die bed. a abschwächte, gewann das wort zum ausdruck einer gewählt ablehnenden miszbilligung aus bed. b und c inhalt und farbe: unerhörte, unerfindliche dinge! J. J. Engel 2, 273; alles erfindliche und unerfindliche wissen Sanders erg. 201b. die beliebte dativische verbindung ist sowohl aus a als auch aus ähnlichkeit mit unbegreiflich (sp. 283) verständlich. es ist unerfindlich, wie man solches behaupten kann von Adelung als im hd. unbekannt. warum der schülerwitz .. diesen schwärmer ... fisel nannte, ist mir unerfindlich geblieben Gutzkow 1, 204; es war ihnen unerfindlich, wie er sich mit den rotznasen so viel abgeben konnte Hauptmann bahnwärter Thiel 16. wie unbedingt als mode- und kraftwort (vollkommen, ganz unerfindlich, am unerfindlichsten Günther 45) etwas entwerthet. 33) Campe setzt es für unerfindbar, Krünitz 195, 575 für unerfinderisch, unerfindsam an; beides unbegründet.
4135 Zeichen · 103 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unerfindlich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Unerfindlich , -er, -ste, adj. et adv. was sich nicht erfinden lässet. Von einer veralteten Bedeutung des Zeitwortes erf…

  2. Spezial
    unerfindlich

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    unerfindlich (kein Bezug zu "находить") aus unerfindlichen Gründen - по непонятным причинам; одному богу известно / ведо…

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Wortbildung

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Ableitung von unerfindlich 2 Analysen

un- + erfindlich

unerfindlich leitet sich vom Lemma erfindlich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+erfinden+-lich

unerfindlich‑ als Erstglied (1 von 1)

unerfindlichkeit

DWB

unerfindlich·keit

unerfindlichkeit , f. , wie unerfindlich 2 c Haltaus 1930 ; nach unerfindlich 2 b: gleichwie alles dasselbe, was ... vom glükke gesagt worde…