unabweislich,
adj. adv. ,
dasselbe wie unabweisbar,
inrefutabilis Campe 5, 119
a;
schwed. oafvislig. abweislich (abweisliche erledigung, abweislich bescheiden)
verzeichnet aus der neueren rechts- und verwaltungssprache Sanders 2, 2, 1546
c;
es wird rückbildung vorliegen. s. un III A. 11)
attributiv. 1@aa)
in verbindung mit abstracten begriffen: ein unabweislicher widerwille hatte schon in der residenz die reine, jungfräuliche Ida von dieser üppigen buhlerin zurückgeschreckt Hauff 3, 42, 3; der noth unabweisliches machtgebot Daumer
Mahomed 154; Grünewald in seiner unabweislichen geschwätzigkeit Arnim 3, 457; ihre unabweisliche begierde, den armen zu dienen Brentano 4, 297; es ist ein unabweisliches verlangen seiner natur, den dingen selbst in das antlitz zu schauen Immermann 18, 86; doch einer unglücklichen frau ... beizustehen, halte er für unabweisliche pflicht Platen 3, 64; du redest wahr. — die nacht der Pythia die nacht, wo alle furcht und hoffnung endet — der unabweislichen entscheidung nacht Raupach 14, 213; der tropfen in dem meer .. macht unabweislichen anspruch auf selbstbestimmung Rückert 8, 566; mit unabweislichem vertrauen Mörike 3, 17; eben der kontrast, den die idealen pflichten und ansprüche des geistlichen standes und die unabweislichen bedürfnisse der sinnlichen natur bilden müssen Heine 3, 387;
vgl. Holtei
erz. schr. 7, 138. 24, 108
u. o.; des menschen unabweisliches streben ist, sich mit der welt in überein stimmung zu setzen Grillparzer 9, 105; die unabweislichen forderungen einer guten staatsverfassung Dahlmann
gesch. d. franz. revolution 11; die berufung eines parlamentes wurde eine unabweisliche nothwendigkeit Ranke 15, 131
u. o.; die anfänge des christenthums, dessen zusammenhang mit dem essenismus eine eben so unabweisliche wie unerweisliche voraussetzung bleibt D.
F. Strausz 6, 168; es ist interessant zu sehen, wie die so wach gerufenen politischen interessen in ihrer unabweislichen berechtigung von jahr zu jahr der ruhigen wissenschaftlichen debatte immer mehr boden entziehen Nitzsch
deutsche studien 206; es war ein geheimer, unabweislicher zug seines ästhetischen gefühls, in ihren gebilden höhere naturen .. anzuschauen Justi
Winckelmann 2, 2, 170; die unabweisliche besorgnisz um dein befinden Bismarck
briefe a. s. braut u. gattin 89; unabweisliche interessen
gedanken u. erinnerungen 2, 275. 1@bb)
seltener von concreten begriffen: gespenstig stand die alte sibylle vor ihrer einbildungskraft, und wie eine unabweisliche zauberformel schlagen die nur halbverständlichen worte, die sie ihr entgegenkreischt, wieder an ihr ohr Holtei
erzähl. schr. 5, 215; er konnte an unabweislichen thatsachen der wirklichkeit mit einer, in dieser nation von Baconianern unerhörten gleichgiltigkeit vorübergehen Treitschke
hist. u. polit. aufsätze 1, 20. 1@cc)
selten von personen: der preisliche, freisliche, unabweisliche, unabspeisliche (
bettler) Rückert 2, 409. 22)
in prädicatstellung: inzwischen halte ich die förmliche identität des
lat. de und
ahd. zi für so unabweislich, dasz sich die sträubenden begriffe unter einen hut bringen lassen müssen J. Grimm
kl. schr. 4, 264; die wiederaufnahme der heiligen allianz im allgemeinen antibonapartischen sinne ist unabweislich Gutzkow 10, 375; daran klammerte sich Doleschal in stunden, die unabweislich waren, ... stunden des verzagens Viebig
das schlafende heer (1904) 2, 307. 33)
adv.: die form verlangt unabweislich, dasz auch sie vernommen werde Holtei
erzähl. schr. 3, 97; bis eine bessere überzeugung sich unabweislich aufdringt Görres
briefe 3, 45; so verlangt er unerbittlich und unabweislich Arndt
sämtl. werke 1, 245; so unabweislich gebieterisch Pückler
briefw. u. tageb. 1, 304; zwischen Deutschland und Russland existiren keine verschiedenheiten der interessen, welche die keime von conflicten und eines bruches unabweislich in sich trügen Bismarck
ged. u. erinner. 2, 251; die hauptsache bleibt wohl, dasz die österreichische regierung .. unabweislich genöthigt war, auf umformungen im innern Ungarns zu dringen Moltke
schr. u. denkwürdigk. 1, 112. —