umhüllen,
vb. 11)
untrennbar, ringsum verhüllen: (
er sandte) den cantzler sampt den eltesten priestern mit secken umbhüllet
Jes. 37, 2; umbhülle den spalten ... mit ... wachs Sebiz
feldbau (1579) 329; Livia ... hatte das haupt mit einem schleyer umhüllet Lohenstein
Arminius (1689) 2, 958
a; unsre erde ist mit einem dunstkreise umhüllet Herder 13, 29
S.; ihre kleider ... umhüllten jedes glied Göthe 21, 42
W.; (
ich stieg) in die wolken, welche uns bald dicht umhüllten Moltke
ges. schr. 4, 21; das (
stück) nun von vater und sohn aus dem umhüllenden seidenpapier herausgewickelt wurde Storm (1899) 1, 194; im garten war schon vorher alles ... (
gegen die winterkälte) sorgfältig umhüllt worden mit decken W. v. Polenz
Grabenhäger 1, 211;
bereits mhd. bildlich und übertragen: er (
gott) ist unendhafft. elliu dinc er erfullet, untz er uns umbehullet. er ist ir gruntveste unde ir dach
anegenge bei Hahn
ged. des 12., 13.
jahrh. 27, 68; als vergangne nacht uns sorg und schlaff umhüllet Gryphius
trauersp. 228
Palm; die (
dichterin) vermutlich eine andre geheime bedeutung damit umhüllet Valvasor
Crain (1689) 1, 53; dasz die umstände ... ihre gemütsart mit einem so starken nebel umhüllet hätten S. v. Laroche
Sternheim (1771) 2, 10; das für eine umhüllte entlassung ansehen Laube 16, 197; dasz er seine gedanken so geschickt umhüllt habe Treitschke
deutsche gesch. im 19.
jahrh. 1, 633; den schleier ... heben, der die zukunft umhüllt Boltzmann
populäre schr. 201. 22)
trennbar, (jemandem) etwas umhüllen
es (
ihm)
umlegen, umtun; schon früh uneigentlich: het ir gegen uns ewer trewe gehalden, so het ir von uns kein untrewe erfunden. sunder ein ungetrewe mentelein habt ir umbgehullet (14.
jahrh.)
fontes rer. Bohemic. 3, 262
b; (
er wird) sich umhüllen das land Mizrajim, wie der hirt sein gewand sich umhüllt
Jer. 43, 12
in Zunz
bibelübers.; hab erst das gute kleid da von den schultern und umgehüllt dein derbes schifferwams! Grillparzer (1892) 7, 91
Sauer; wie ich ihm das meszkleid umhüll Rosegger I 11, 10. —