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Übergriff

nhd. bis spez. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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4 in 4 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Übergriff

Übergriff

greifen Vb. ‘nehmen, fassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. grīfan (um 800), mhd. grīfen, asächs. grīpan, mnd. mnl. grīpen, nl. grijpen, afries. grīpa, aengl. grīpan, engl. to gripe, anord. grīpa, schwed. gripa, got. greipan (germ. *greipan) hat neben sich ein schwaches Iterativum ahd. greifōn (um 800), mhd. greifen, aengl. grāpian ‘tasten, mit der Hand berühren’. Im Dt. vermischen sich semantisch schon früh (bereits ahd.) das starke und das schwache Verb; im Nhd. fallen sie auch formal zusammen. Die germ. Bezeugungen sind nur vergleichbar mit den balt. Formen lit. griẽbti ‘anfassen, ergreifen’, lett. greibt ‘greifen, fassen’, griba ‘Wunsch, Wille’, gribēt ‘wollen’. Weitere Beziehungen sind unklar. – greifbar Adj. ‘zum Greifen nahe, verfügbar’ (18. Jh.). Greifer m. ‘wer ergreift, faßt, fängt’ (17. Jh.), in der Technik ‘zum Greifen geeignete Vorrichtung an Maschinen, Kränen, Baggern’ (19. Jh.); voraus geht ein zum schwachen Verb gehörendes ahd. greifāri (um 1100), frühnhd. greifer ‘Schmeichler, Liebkosender’. angreifen Vb., ahd. anagrīfan (9. Jh.), mhd. an(e)grīfen ‘berühren, anfassen’, seit 16. Jh. auch ‘anfallen, feindlich entgegentreten’; Angriff m. ‘Offensive, Überfall’, ahd. anagrif ‘das Anfassen, Angreifen’ (11. Jh.), mhd. an(e)grif, auch ‘Handhabe’; vgl. langobard. anagrip ‘Antastung’ (7. Jh.); die heutige Bedeutung entwickelt sich über ‘feindliche Berührung, Tätlichkeit’ im 14./15. Jh.; Angreifer m. (15. Jh.). ergreifen Vb. ‘fassen, packen, im Innersten anrühren’, mhd. ergrīfen; vgl. ergreifend ‘rührend’, ergriffen ‘gerührt’, Ergriffenheit f. (19. Jh.). übergreifen Vb., ahd. ubargrīfan ‘überschreiten, übersteigen’ (10./11. Jh.), mhd. übergrīfen ‘über etw. hingreifen, es bedecken, beschädigen’; Übergriff m. ‘ungesetzliche Gewalttätigkeit’, ahd. ubargrif (11. Jh.), spätmhd. übergrif. vergreifen Vb. reflexiv ‘falsch, daneben greifen, einen Mißgriff tun, gegen jmdn. tätlich werden’, mhd. vergrīfen; vgl. vergriffen Part.adj. ‘ausverkauft, nicht mehr lieferbar’ (18. Jh.). S. auch Griff, Grippe.
2026 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    übergriffm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    übergriff , m. , mhd. übergrif Lexer handwb. 2, 1619. 1 ) in der rechtssprache vom 14. jahrh. an für ungesetzliche handl…

  2. modern
    Dialekt
    Übergriffm.

    Pfälzisches Wb.

    Über-griff m. : 1. bestimmter Griff beim Turnen oder Ringen, fachspr., Iwweʳgriff [ LU-Altr ]; vgl. Untergriff 2. — 2. '…

  3. Spezial
    Übergriff

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Über|griff m. (-[e]s,-e) 1 (Verletzung) violaziun (-s) f. 2 (Missbrauch) abus (-sc) m. 3 (Einmischung) ingerënza (-zes) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit uebergriff

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von uebergriff 2 Komponenten

ueber+griff

uebergriff setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

uebergriff‑ als Erstglied (2 von 2)

übergriffig

DWB

ueber·griffig

übergriffig , adj. 1) ü. nennt man an einigen orten die bäume, wenn sie dicker sind, als dasz sie ein mann mit beiden armen umfassen kann Ha…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „uebergriff". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/uebergriff/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „uebergriff". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/uebergriff/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „uebergriff". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/uebergriff/pfeifer_etym.
BibTeX
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