lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

turmalin

nhd. bis Lex. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
6
Verweise raus
2

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

turmalin m.

Bd. 22, Sp. 1870
turmalin, m., mineral von rhomboëdrisch-hemiëdrischen, säulenförmigen kristallen; nach seiner chemischen zusammensetzung ein silikat von aluminium und hauptsächlich lithium oder magnesium oder eisen (lithium-, magnesium-, eisenturmalin), s. Brockhaus (1928) 19, 202. ursprünglich bezeichnung eines zu beginn des 18. jhs. eingeführten edelsteins: 'ein ceylanischer edelgestein, der aus selbigen landen vor ungefähr etliche dreyszig jahren erstlich roh herausgekommen, und von Ostindienfahrern an hochdeutsche juden verkauffet worden, welche dieselbigen steine sodenn zu schleiffen und an den mann zu bringen gesucht' Zedler univ.-lex. 45 (1745) 850. die erste nachricht von wort und sache stammt nach Beckmann beytr. z. gesch. d. erfindungen (1786) 1, 249 aus einem 1707 erschienenen buche, in dem die mündlich erhaltene angabe eines arztes Daumius mitgeteilt wird, dasz die Holländer '1703 einen aus Ostindien von Ceylon kommenden edelstein, turmalin oder turmale, auch trip genant, zum ersten mal nach Holland gebracht hätten'; vgl. Gehler physik. wb. 9 (1839) 1089; s. auch Nemnich 4, 1514; Hartmann wb. d. mineralogie (1825) 2, 765; Oken allg. naturgesch. 1 (1839) 164. der name turmalin stammt aus dem singalesischen: turmale v. Kobell mineralnamen (1853) 108, oder turamali C. W. Schmidt geol.-mineral. wb. (1921) 177; turmali Ehlers nomina der kristallographie (1952) 153. franz., engl. tourmaline; nl. toermalijn; ital. turmalino; port. tormalina. wegen seiner bei erwärmung entstehenden elektromagnetischen eigenschaften wurde der turmalin anfangs nach dem niederl. auch aschentrecker (Zedler a. a. o.; Noel Chomel öcon. lex. [1750] 1, 744) oder aschenzieher (Beckmann a. a. o. 255; Musäus physiogn. reisen [1778] s. u.) genannt; so auch engl. ash-drawer und frz. tire-cendre. seit der zweiten hälfte des 18. jhs. dient turmalin auch zur bezeichnung von kristallisationen ähnlicher art, die aus anderen gebieten stammen: die Tyroler turmaline (sind) ... in dem streitigen Salzburgischen Zitterthale von steinhändlern entdeckt worden allg. dt. bibl. 53/86 (1771) 655; (es bleibt) merkwürdig, dasz ... Europa und Amerika durch ihre vollendetsten crystallisationen wie turmaline, vesuviane u. a. m. berühmt geworden sind Ritter erdkde (1822) 1, 396. schlieszlich als bezeichnung einer mineralart ohne bezug auf die herkunft: die herrschende, in verschiedenen abänderungen auftretende farbe (von hornfels) wird hin und wieder durch beygemengten turmalin dunkel Oken allg. naturgesch. 1 (1839) 484; wir muszten nun noch viele andere kristallformen von korund, beryll, spinell, topas, turmalin und granaten besehen Heinrich Seidel ges. w. (o. j.) 4, 190. besonders als bezeichnung eines edelsteins weiterhin im gebrauch, vgl. hdb. f. prakt. juwelier (o. j.) 42; Brockhaus (1928) tafel edelsteine; im vergleich: (sonette,) die eingefaszt in hexametern sind, wie turmaline in quarz Baggesen poet. w. (1836) 3, 155. in gleicher verwendung, doch auf die auffallenden eigenschaften des turmalins bezogen: ist auch wohl möglich, dasz die genannten sponsirer nur turmalinen oder sogenannte aschenzieher für sie sind (von einem mädchen, das von vielen seiten umworben wird) Musäus physiogn. reisen (1778) 4, 214; wie der turmalin spreu und asche zieht, so ist er (Napoleon) mitte und sammelpunkt alles schlechten Görres ges. schr. (1854) 3, 16; der turmalin ist dunkel, und was da erzählt wird, ist sehr dunkel Stifter s. w. 5, 1 (1908) 145.
3478 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    turmalinm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    turmalin , m. , mineral von rhomboëdrisch-hemiëdrischen, säulenförmigen kristallen; nach seiner chemischen zusammensetzu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Turmalin

    Goethe-Wörterbuch

    Turmalin [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Turmalin

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Turmalin , Schörl , Mineral von weißer, gelber, brauner, rother, grüner oder schwarzer Farbe; kommt meistens krystallisi…

Verweisungsnetz

12 Knoten, 8 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 8 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit turmalin

7 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von turmalin 2 Komponenten

turm+alin

turmalin setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

turmalin‑ als Erstglied (7 von 7)

Turmalinfels

Meyers

turmalin·fels

Turmalinfels ( Schörlfels, Turmalinquarzit ), ein im ganzen wenig verbreitetes Gestein, aus Quarz und schwarzem Turmalin (in Körnern oder Na…

Turmalinität

GWB

Turmalinität [bisher nicht publizierter Wortartikel]