lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

trübseligkeit

nur nhd. · 1 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
1 in 1 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
0
Verweise raus
3

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trübseligkeit f.

Bd. 22, Sp. 1220
trübseligkeit, f. , seit dem 15. jh. bezeugte ableitung von trübselig; im älteren nhd. ebenso wie trübsal verwendet und wie dies mit stark religiösem gehalt namentlich im 16. und 17. jh. in ausgedehnterem gebrauch, später hauptsächlich zu trübselig 3 gebildet.vereinzelt als mask. im anschlusz an trübsal, m. (s. sp. 1209): forcht ist gegenwürtiger trübseligkeit (das folgende lautet: verderben daz ist künftiger trübsal) Terenz deutsch (1499) 123b (glosse). zur schreibung -sälig-, -seelig- vgl. das für trübselig sp. 1216f. bemerkte. 11) wie trübsal 1 meist als kollektivbezeichnung für äuszere drangsale, übel, leiden u. dgl., vgl. erumna arbeit-, triepselikeit (voc. v. 1516) Diefenbach gl. 209c; trübsäligkeit calamitas, adflictio Steinbach dt. wb. (1734) 2, 872; allerhand trübsäligkeiten zu gewarten haben haver da attendere ogni sorte di miseri accidenti, di casi miserabili Kramer t.-ital. (1702) 2, 1154a. 1@aa) in biblisch-religiöser oder von hier ausgehender verwendung und bewertung, entsprechend trübsal 1 a: sichst du nit, das dise welt ist vol trübsäligkeit, arbeit und widerwärtigkeit A. v. Pforr buch d. beisp. 18 Holl., vgl. 16; ein helffer in den zimlichen dingen, im durechten (adiutor in opportunitate, in tribulatione ps. 9, 10) erste dtsche bibel 7, 252, 33 mit den varianten in der trübselikeit P, in der trübsale Z-Oa; durch vil trübsäligkait (per multas tribulationes, acta apost. 14, 22; durch viel trübsal Luther) muosz man eingon in das reich der himel Keisersberg schiff d. penitentz (1512) 32d; wann ir sind in angst oder trübseligkayt Luther 10, 3, 67 W.; ausz lauter gnaden schenke vor dieser welt trübseligkeit des vaters herrligkeit David v. Schweinitz bei Fischer-Tümpel 1, 378; von der welt als inbegriff aller leiden, 'jammertal': alsz ... hat in der almechtig hie von diser trubseligkait gefodert Knebel chron. v. Kaisheim 260 lit. ver.; im plural tritt der kollektive charakter zurück: wir rumen uns in den trubseligkeiten (in tribulationibus, m. 5, 3; trübsale Luther), wissende das trubsal gedult wircket C. Hedio Augustinus (1532) 39b; (das gebet) ist eine brücke, auf welcher wir über alle trübseligkeiten der welt sicher gehen können G. Cober cabinetprediger (1783) 1, 392. oft gepaart mit sinnverwandten begriffen: (die guten und gerechten) werden dann bewert mit trübselkeit und durchechtungen der boszhafftigen (nisi probentur tribulationibus et iniquorum persecutionibus) offenbar. d. hl. Birgitte (1502) 1, 22; (Jesus hat seine mutter) nit wöllen verlossen in iren nöten und truobseligkeiten Keisersberg postill (1522) 4, 36a; jetzt rennet er (der satan) sie (die kirche) an mit verfolgung und trübseligkeit Gretter erkl. d. ep. Pauli an d. Römer (1566) 783. wie trübsal 1 a γ in bildlichen wendungen, meist biblischer herkunft oder prägung: wie die schufel oder die wann thuot dem korn ... und das für dem gold, also thuot trübseligkeit dem gerechten man Keisersberg bilgerschafft (1512) 69c (nach Sir. 2, 5); darumb wetzt uns auch gott mit vilerlei trübseligkeiten und kümmerniszen (1522) M. Stifel christförm. lehre Luthers 55 Lucke; bey der nacht der trübseligkeit ..., bey dem tage der glückseligkeit Meyfart d. himml. Jerusalem (1630) 1, 40; der wind der trübseligkeit Reinicke fuchs (1650) 196; in solcher ihrer höchsten noth, in deme ihnen ... die seitherige fluth aller ausgestandenen trübseligkeiten vollends nunmehr in den mund gieng v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 717. 1@bb) wie trübsal 1 b ohne spezifisch biblisch-christliche färbung, auch für das einzelne geschehen, 'miszgeschick, unheil, unglück, verhängnis, unglückseliger vorfall' u. dgl.: dan Johannes Liechtenberger ... den beiwonern des Reins ... vilerlei triebselikeit ... fürsagt Hier. Gebweiler beschirm. d. lobs Marie (1523) 43b; disen unfal und trübseligkeit (hanc igitur calamitatem) haben die Partischen unversehenlich empfangenn H. Boner Herodian (1532) 41b; von kriegerischer und anderer bedrängnis: ... die ursach, dasz er Rom ... verlaszen, und dafür Bononiam, derzeit mit trübseligkeit verwickelt, erwehlen wolte Kirchhof wendunmuth 2, 113 Österley; uns ist begegnet allerhand trübseligkeit und widerstand (neque ignari sumus ante malorum 1, 198) Spreng Äneis (1610) 6b; (Teutschland:) meine auszgestandene grosze trübseligkeit (hat) das gedächtnisse mir der gestalt geschwächet J. Rist d. friedejauchz. Teutschl. (1653) 150; ein junger aus Athen verbanneter mensch ist die ursache aller trübseligkeiten (unruhen, wirren) des staates Gottsched d. neueste (1751) 6, 41; blasser 'beschwerden, unannehmlichkeiten': Louis hat die trübseligkeiten einer nachtfahrt so ziemlich überstanden fürst Pückler briefw. u. tageb. (1873) 6, 179. subjektiver und von 2 her beeinfluszt für ereignisse, die betrübnis, kummer, verdrusz u. s. w. hervorrufen, 'verstimmende anlässe, sorgen, verdrieszlichkeiten' u. dgl.: der ehestand hat ohnehin der trübseligkeiten so viele, dasz ein fröhlicher mensch vollauf zu thun hat — das leben angenehm zu erhalten A. Bäuerle kom. theater (1820) 4, 51; heute abend trotz aller trübseligkeiten doch einmal wieder eine schöne, erhebende stunde Hebbel tageb. 1, 384 W.; betrübende gedanken, berichte u. s. w.: er (der brief) beginnt mit einigen trübseligkeiten Stifter briefw. 4, 270; dieser brief geht dienstag zur post, freitag wollte ich ihn nicht absenden, weil er zu viel trübseligkeiten enthielt Hebbel briefe 2, 266 W. 22) entsprechend trübsal 2 von der gemütsverfassung, der seelenstimmung; 'trauer, betrübnis', vgl. tristitia betrbnus, trbsall, trbseligkeit Schöpper synon. (1550) c 1 c: so ich üch das sag, so hatt trurigkeit u. trübseligkeit üwer hertz besessen Geiler v. Keisersberg postill (1522) 3, 18b; der löw must lassen solchs geschehn und seine feind da für ihm sehn, er fiel in grosz trübseligkeit Alberus fabeln 96 ndr.; in dieser ihrer trübseligkeit fande ich sie, als bereits etliche jahre verflossen waren Anton Ulrich v. Braunschweig Octavia (1677) 2, 597; in jüngerer sprache meist schwächer als trübsal, etwa wie 'bedrücktheit, niedergeschlagenheit': (geheimerrath:) diese beständige trübseligkeit, diese seufzer, wo ich sie sehe, diese ewigen thränen machen mein haus mir zur hölle Iffland theatr. w. (1827) 4, 208; da (bei krankhaft subjektiven, überempfindlichen naturen) nimmt denn die trübseligkeit, der kummer, gram, die üble laune, kränkung, schwermuth und elendigkeit kein ende Hegel w. (1832) 10, 1, 311; ich erzählte ..., wie ich über das kirchendach heruntergepurzelt und endlich in trübseligkeit vor dem mütterlichen hause gestanden sei G. Keller ges. w. (1889) 3, 236. 33) von trübselig 3 abgeleitet 'trübsal hervorrufender zustand': darumb ihr herren, weil ihr wist wie alle sachen dieser zeit jetzt stehen in trübseligkeit (schlecht) W. Spangenberg griech. dramen 2, 109 Dähnhardt; weniger objektiv und oft mit verächtlichem tone, wie 'jämmerlichkeit, erbärmlichkeit, armseligkeit': (feste,) bey denen man mehrmals menschlicher schwachheit, trübseligkeit und jammers nicht eingedenck (ist) Amadis 299 lit. ver.; erkenntnisz der nichtigkeit und trübsäligkeit unseres daseyns Schopenhauer w. 2, 742 Gr.; auf personen bezogen, vgl. trübselig 3 b: wegen der letzteren (Deutschlands verlorener selbständigkeit) können nun sowohl das ausland als die kleinlichen und engherzigen trübseligkeiten unter uns selbst in ruhe verbleiben Fichte s. w. (1845) 7, 399; (mit beziehung auf den philosophen Reinhold:) die geheime furcht, das gefühl der nullität, das diese art der eingeschränktheit ängstiget, zwingt so die trübseligkeit selbst, durch ihre krümmungen und wendungen kurzweilig zu werden Schelling w. (1856) 1/5, 20; zu trübselig 3 d, 'zustand der eintönigkeit, der schwermut' u. ähnl.: um das neue regiment in contrast zu stellen mit der vorigen trübseeligkeit (soll sich) der hof an einem allegorischem ballette ergötzen Fr. Bouterwek graf Donamar (1791) 3, 155; was für eine trübseligkeit ein solcher kapitalreif ins landleben bringt Jer. Gotthelf erzähl. u. bilder (1850) 1, 298; zu trübselig 3 e: als dann aber nach der trübseligkeit düsterer novemberwochen der winter wirklich kam W. Schäfer erz. schr. (1918) 1, 381.
8243 Zeichen · 155 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    trübseligkeitf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    trübseligkeit , f. , seit dem 15. jh. bezeugte ableitung von trübselig; im älteren nhd. ebenso wie trübsal verwendet und…

Verweisungsnetz

3 Knoten, 2 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Kompositum 2 Sackgasse 1

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit truebseligkeit

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von truebseligkeit

truebselig + -keit

truebseligkeit leitet sich vom Lemma truebselig ab mit Suffix -keit.

Keine Komposita gefunden — truebseligkeit kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „truebseligkeit". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/truebseligkeit/dwb?formid=T13101
MLA
Cotta, Marcel. „truebseligkeit". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/truebseligkeit/dwb?formid=T13101. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „truebseligkeit". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/truebseligkeit/dwb?formid=T13101.
BibTeX
@misc{lautwandel_truebseligkeit_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„truebseligkeit"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/truebseligkeit/dwb?formid=T13101},
  urldate      = {2026-05-19},
}