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trösterin

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trösterin f.

Bd. 22, Sp. 989
trösterin, f. , movierung von 1tröster, wie dieses seit dem 12. jh. bezeugt (s. unter 1); mit anlautendem d: drosterin spiel v. d. 10 jungfrauen 423 in Pfeiffers Germania 10, 329; H. Folz 30, 59 Mayer; die umlautlose schreibung steht hinter der umgelauteten (im unterschied von troster gegenüber tröster) stärker zurück. 11) die zufrühest bezeugte verwendung ist die im geistlichen sinne für die jungfrau Maria gebrauchte, vgl. tröster 2: ich bite dich, ... daz du gitrostest mich in minir ivngistun stunde unde in allen min notin, heiligiv trosterin allir trurigir herzin in einem gebet an Maria (hs. d. 12. jhs.) bei Wackernagel altdtsche pred. u. gebete nr. 83, 42; häufig ist die wendung der (oder aller) sünder trœsterin: du wirst der sünder trosterin und der gevangen löserin, ein muoter der erbærmde genant schweizer Wernher Marienleben 2067; trœstærin aller sünder, milt muoter, reiniu meit Wolfdietrich D VI 106 Amelung; Stolle in d. minnes. 3, 3a v. d. Hagen, vgl. auch 7b; der werlde trœstærinne Herman Damen ebda 166b; Hugo v. Trimberg renner 13101 Ehrismann; H. Folz 30, 47 Mayer; Dedekind papista conversus (1596) a 6a. die bezeichnung hält sich im religiösen volkslied bis in neuere zeit: du quelle aller freuden, du trösterin in leiden, Maria hilf uns allen aus dieser groszen noth bei Mittler dtsche volkslieder (1865) 299. 22) seit der zeit des höfischen minnesangs bis ins 17. jh. findet sich trösterin reichlich bezeugt für die geliebte, vgl. trost III 1 d und tröster 3 b: sorgen trœstærinne, dir ist mîn jâmer kunt, trœste mîne sinne, daz ich den kus gewinne. sprich: jâ! rôter munt Gottfried v. Neifen in minnes. 1, 51b v. d. Hagen; liederbuch d. Hätzlerin 62 Haltaus; meister Altswert 80 lit. ver.; er schweift sein mantel in das gras, er bat sie, dasz sie zuo im sasz mit weiszen armen umbfangen: so gehab dich wol, mein trösterin! nach dir stet mein verlangen bei Uhland volkslieder2 239; Forster frische teutsche liedlein 36 ndr.; ich glaub, er werd gewesen sein bei meiner braut und trösterein Joh. Episcopius aulularia (1570) f 3a; häufig ist die wendung mîns (meins) herzen(s) trösterin: genâde liebu vrouwe mîn, liep, mîns herzen trœsterîn, mîner sorgen ganzer trôst Heinzelin v. Konstanz 2288 Pfeiffer; Schenke v. Limburg in minnes. 1, 131a v. d. Hagen; grüsz dich gott, meins hertzn trösterin Hans Sachs 20, 133, 22 K.-G.; Jac. Ayrer 2693, 21 Keller. 33) trösterin bezeichnet sonst eine weibliche gestalt, die trost aller art gewähren kann (vgl.tröster 3): sy (Maria in ihrem irdischen leben) was ein milte helfferin und ein trösterin der armen das sumerteil d. heyligen leben (1472) 144b; witwen und weiszen was si ein grosze trosterin Hedwigslegende (1504) g 2a; in einem allgemeinen frauenpreis heiszt es: sie ist auff ihr thun geflissen, ihrer kan der mann genieszen, sie ist die trösterin zu allen zeiten G. Voigtländer oden u. lieder (1642) 17; aber bey dieser gelegenheit war er entschuldigt, dasz er (in gedanken an die schöne, treulose geliebte) seine augen kaum mit halben blicken an die artige trösterin (seines freundes frau) schieszen liesz Chr. Weise d. drey klügsten leute (1675) 17; sie sind auf dem wege sich unglücklich zu machen. lassen sie mich lieber jezt ihren schutzengel, als nachher ihre trösterin seyn Schiller 3, 554 G. im sinne von halt, stütze: was bleibt uns noch übrig, als zu sterben, da sie (die tochter) fort ist, unsere erhalterin, unsere trösterin, unsere einzige Marie v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 1, 156; vgl. ähnliches unter tröster 3 a α. häufig beim schmerz um verstorbene: Usong ... hütete seinen ewigen kummer (über den tod der gattin). Nuschirwani (die tochter) wäre vielleicht die einzige trösterin gewesen, die der liebende vater angehört hätte, sie war aber entfernt Haller Usong (1771) 268; die stattliche frau ... legte einen arm um die mutter (des im sarge liegenden kindes), welche sich weinend an die trösterin lehnte Freytag ges. w. (1887) 6, 48. 44) unpersönlich; geistige und seelische kräfte oder erscheinungen, nur noch gelegentlich personifiziert vorgestellt, als subjekt des tröstens. 4@aa) von der religion: so ward die religion, wahr oder falsch, recht oder irre geführt, die belehrerin der menschen, die rathgebende trösterin ihres so dunkeln, so gefahr- und labyrinthvollen lebens Herder 13, 162 S.; doch wenn der erste schauderhafte eindruck des todesgedankens vorüber ist, dann beruhigt uns die holde trösterin, die religion G. Forster s. schr. (1843) 5, 48. 4@bb) minne, trœsterinne, sinne, wie ich sender brinne von der dirne dîn Rost kilchherre ze Sarne in minnes. 2, 132a v. d. Hagen; die weisheit wird eine gespielin genennet derer, die eine feine seele bekommen: eine trösterin in sorgen und traurigkeit Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 4, 468; vgl. dazu weish. Sal. 8, 9 (unter tröster 3 c α); was wirkt aber nicht zuletzt die gewohnheit, diese starke trösterin in allen groszen und kleinen leiden Redwitz Hermann Stark3 (1879) 1, 20. von tugendhaften eigenschaften: de medelidinge uth unde inne dat is en ghutlik trosterinne se kumpt van eme guden herten, des anderen leyt sint ere smerten meister Stephan schachbuch 2042; jedennoch hiesz mich die geduld, die trösterin der mühen, ... beherzet fort zu ziehen Knittel poet. sinnenfrüchte (1677) 58; die unschuld, welche in diesem gefängnisz meine höchste trösterin ware Johann Beer teutsche winternächte (1682) 12; du beste trösterin in jedem leide, o tugend! J. A. Cramer s. ged. (1785) 2, 70. öfter von der hoffnung: Epimetheus: kam aber nicht durch mich die süsze trösterin hofnung auf die erde? Herder 18, 378 S.; die edle treiberin, trösterin hoffnung Göthe II 60, 78 W.; Laube ges. schr. (1891) 3, 715. von irgendwelchen freudigen empfindungen: du wonne, trösterin der herzen, schwebst über ihnen (dem liebespaar) J. J. Schwabe belustigungen (1741 ff.) 3, 515; munterkeit und scherz sind meine trösterinnen theater d. Deutschen (1768) 2, 499; so bist du, ruhe, freundliche trösterin Hölderlin ges. dicht. 1, 80 Litzmann; wiederholt von der freundschaft: ach, meine trösterin in meinen trübsten tagen, die freundschaft selbst wird mir ein quell von gram und schmerz J. A. Schlegel verm. ged. (1787) 1, 295; J. A. Cramer nord. aufseher (1758) 1, 305. 55) von der kunst und künstlerischen erhebungen: wir sollen uns freuen, dasz die kunst, die grosze trösterin, vor den schrecken des krieges nicht geflohen ist Liller kriegszeitung ausl. (1915) 2, 211; doch ward ihm, als mächtigste trösterin, eine der gefälligsten musen zugesellt J. G. Jacobi s. w. (1807) 7, 139; ähnlich Gutzkow ritter v. geiste (1850) 4, 37; in den unliebsamen verwickelungen ... wurde ihm die musik abermals zur holden trösterin jahrb. d. Grillparzergesellsch. 4, 126; hier ward seine harfe ihm trösterin und freundin Herder 12, 205 S.; wir überlassen Gylluspa ... den klagenden tönen ihrer laute, der schwachen trösterin ihres schmerzes Gutzkow ges. w. (1872) 6, 323. 66) von naturerscheinungen: hast du die schöne morgenröte gesehn? ... ein stral des unvergänglichen lichts, die trösterin der menschen Herder 26, 349 S.; sanft küszt die nacht, die vielholde trösterin, die tagmüde erde Wilh. Arent in: mod. dichtercharakt. (1885) 1, 1. öfter auch von der zeit: doch für jede seelenwunde wie tief sie brennt, die zeit, die grosze trösterin, den wahren balsam hat Wieland I 13, 163 akad.; die zeit, die beste trösterin in widerwärtigkeiten Knigge roman meines lebens (1781) 3, 48.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    trösterinf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    trösterin , f. , movierung von 1 tröster, wie dieses seit dem 12. jh. bezeugt ( s. unter 1); mit anlautendem d: drosteri…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
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    Goethe-Wörterbuch

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Wortbildung

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Ableitung von troesterin 2 Analysen

troester + -in

troesterin leitet sich vom Lemma troester ab mit Suffix -in.

Alternativen: trost+-er+-in

Zerlegung von troesterin 2 Komponenten

trost+erin

troesterin setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

troesterin‑ als Erstglied (1 von 1)