trinkgeschirr,
n.,
seit dem 14.
jh. bezeugtes wort; dasselbe wie trinkgefäsz,
welches im heutigen gebrauch vorwiegt. vereinzelt mit kompositions-e: trinckegescherre (1476)
bei Stolle
thüring. chron. 113
lit. ver.; vgl. unten die präfixlose form trinkschirr,
ferner trankgeschirr
in teil 11, 1, 1227.
früh in kollektiver bedeutung: ich schaff auch meiner vorgenanten swester Adelheyden der Ilsungin und iren erben allen den hauszraut, ... es seyen kleinat federwant, trinckgeschirr, husgeschirr, besuchtz und unbesuchtz (1363)
Augsb. urk.-buch 2, 115; warumb stâlt du drinkgeschirr guot dem wirt, der uns hett wol behuot Kaufringer
ged. 12
lit. ver.; kuchengeschirr, gleser und trinckhgeschirr (1462) Zingerle
hausinventare 13; mit mencherley gulden unde silbern esse- unde drinckgeschirre Wigand Gerstenberg
chron. 153
Diemer; tischgerete und trinckgeschirr musten von lauter gold und silber sein Schütz
hist. rer. Pruss. (1592)
buch 6, r 3
b; (
aus) den flaschenkürbsen ... machen sie ... in Ungarn und Österreich trinckgeschirr Hohberg
georg. cur. (1682) 1, 505; laszt trinkgeschirr, aus Indien bestellt, und diamant den werth von euch erhöhen E. v. Kleist (1771) 1, 137; mangel an mänteln, an koch- und trinkgeschirr Fr. Meincke
v. Boyen 1, 280.
vom einzelnen stück: ain püchsn mit telleren, loffeln, tringkgeschirren und andern dingen (1462) Zingerle
hausinventare 95; (
du, trunkenbold) seugst an trinckgeschir wy ein kalb, dasz stets am euter ligt der kü
fastnachtspiele 1210
Keller; dann dhein seichkachel spricht (
zum töpfer): warum hast du mich nit ouch zu einem eerlichen trinkgeschirr gmacht Zwingli
deutsche schriften 1, 275; so offt ir essen werdend das brot und das trinkgschirr drincken
kurtze u. christenl. inleitung (1523) f 1
a; er hat kein ander trinckgeschirr dan sein eigen handt S. Franck
sprüchw. (1541) 2, 141
b; der fürst bracht offt der schönen frawen ein trinckgeschirr aus Val. Schumann
nachtbüchlein 335
Bolte; nim 1 lot holderröhrlin ..., wasche und säubere sie wol, thue es in ein trinckgeschirr Gäbelkover
artzneybuch (1595) 1, 145; unterdessen feyerte das hörnerne trinckgeschirr nicht, sondern gienge zum offteren die runde herumb Bastel von der Sohle
junker Harnisch (1648) 124; was unten steht, ist ein essigkrug, ein schwamm musz mir (
Jesus) zum trinckgeschirre dienen Besser
schriften (1732) 2, 810; ein goldnes trinkgeschirr mit dem böhmischen wappen geht herum Göthe 40, 47
W.; da suchte sie alle ihre thee- und alle ihre caffeetassen ... zusammen, bis sie für ein jedes dieser kinder ein kleines trinkgeschirr hatte Pestalozzi (1819) 4, 55; so bestimmt § 1 des gesetzes, dasz esz- und trinkgeschirre ... nicht ... aus blei hergestellt (
werden sollen)
handwb. d. staatswiss.2 5, 947; jeder hatte sein trinkgeschirr an der seite G. Frenssen
Jörn Uhl (1901) 496;
bildlich: das ich mich werd fürchten ..., es möchten die dringkgeschirr des göttlichen zorns wider mich auszgeschüt werden Hutten 1, 399
Böcking; ungewöhnlich klingend, statt kelch: mein vatter, ist es müglich, so gehe dieses trinkgeschirr von mir fürüber (
Zürcher bibel v. j. 1667
u. 1707)
s. schweiz. id. 8, 1175. —
auch im gebrauch für tiere: der hüner trinckgeschirr Sebiz
feldbau (1579) 101; trinckgeschirr für die vögel Wiederhold (1669) 342; der kutscher (
kam) mit wasser im trinkgeschirr der pferde zurück E. Höfer
auf deutscher erde 2 (1860) 181. tabaktrinkgeschirr,
von der tabakspfeife, im anschlusz an das trinken des tabaks, s. trinken II A 1: lasset uns doch auch betrachten die tabaktrinkgeschirre, die rauchflöten, die werkzeuge dieses tollen gesäuffs Balde
truckn. trunckenheit (1658) 22.