lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

trimelle

nur nhd. · 1 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
1 in 1 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
8
Verweise raus
4

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trimelle f.

Bd. 22, Sp. 540
trimelle, f., auch tremelle, trim(m)el, trimeie, trim, rumpf oder trichter an der altdeutschen mühle, unmittelbar über den mühlsteinen; sie dient zur aufschüttung und gleichmäszigen zufuhr des mahlgutes in das mahlwerk; vgl. catillus das oberst auff der malmüly, heiszt trymmällen Frisius (1556) 198a; infundibulum ein trimellen dareyn man das korn aufschütt, dasz es auff die rellen (mühlsteine) trage ebda 695a. zur sache s. Karmarsch-Heeren techn. wb. (1883) 6, 9; Lueger 7, 106. — lehnwort, seit dem ausgehenden mittelalter bezeugt; als trym(m)eie im 14. und 15. jh., s. weist. zu Glan-Odernheim (1360) arch. f. hess. gesch. u. alt.-kunde, n. f. 3, 143; (für 1387) ebda 3, 147; Schmidt elsäss. 359 (für 1452). trimmeg (15. u. 16. jh.) Diefenbach 178b; trimeyge Jak. Twinger bei Scherz gloss. 1662. als trimelle vom 15. jh. ab: urk.-buch d. st. Rottweil (Württ.) 1, 460 (1443); daneben trimälle Frisius 695a u. a.; trimalle(n) bei Dentzler 1, 297b; Heinsius 4, 1069; Kaltschmidt 985a. mundartlich tromelle in der Schweiz, s. Staub-Tobler 8, 770 u. a. die durch stammbetonung verkürzte form trim(m)el tritt von derselben zeit an auf: weisth. 1, 725 (Rheinhessen 15. jh.); tremmel (1729) Fischer schwäb. 2, 383. ferner tröme: weisth. 2, 64 (Saarland 1488). — nur ma. belegt ist trim(m): Follmann 104a; Lux. 443a; rhein. wb. 1, 1496; mit gelängtem i: Kisch Nösen. 61 u. 157; mit rundung: drümm Schön Saarbr. 52. das genus ist fem.; nur ma. gelegentlich masc.: Meisinger Rappenau. 206; Schön Saarbr. 52. — die flexion, soweit sie feststellbar, ist teils schwach: in der trymeien weist. v. Glan-Odernheim 3, 147; von der trimmeln weisth. 1, 725, teils stark: uf die trymeye Schmidt elsäss. 359; von der tröme weisth. 2, 64. — bei trimelle ist das n der cas. obl. häufig in den nom. sing. gedrungen: trimellen Frisius 198a u. 695a; Schönsleder O o 1b; Dentzler 1, 297b u. 2, 292a; Frisch 2, 388a. die verbreitung des wortes beschränkt sich im deutschen hauptsächlich auf den westen einschlieszlich Hessens; dazu kommt das nl.: mnl. tremel Plantin (1575) H ha; tremelle Kilian (1605) 566a (vgl. auch tremye draeghstoel ebda); tremel Kramer nd.-hd. (1719) 1, 401a, vgl. Verwijs-Verdam 8, 681. neunl. tremel, treem; fläm. trimmel. — diese verbreitung sowie die ältesten formen im deutschen trimeie u. ähnl. machen entlehnung aus dem franz. wahrscheinlich (so Frank-van Wijk 708 für das nl.), besonders aus dessen älteren formen: trémie, altfranz. auszerdem tremuie, tremuye, tremue Godefroy 10, 805; du Cange 8, 166; tremouille, tremuée, prov. tremueia Littré dict. 2, 2332; (das bei Diefenbach 178b u. a. angezogene tremaille ist in dieser bedeutung nicht zu belegen). im franz. (wie im gesamten romanischen) gilt das wort als bodenständig, aus lat. trimodia, gefäsz für drei scheffel, mühltrichter, entwickelt, vgl. Meyer-Lübke 740; Gamillscheg 861. für die deutschen l-formen sind aber vor allem die mlat. formen zu beachten, tremellum, tremula, tremoea u. a. du Cange 8, 165 ff. vgl. auch tramellum, tremultura, tremulta Baxter-Johnson medieval latin word-list (1934) 436. für eine entscheidung wäre jedoch erst die herkunft der mlat. wörter festzustellen. es ist wohl, was Meyer-Lübke andeutet, mit secundärem anschlusz an tremere, tremulare und mola zu rechnen.vielleicht steht das aufkommen von trimelle auch in zusammenhang mit der allgemeineren ausbreitung der wassermühlen (und einer verbesserung?) im 13. jh. vom Rhein nach dem inneren Mitteldeutschland (Hessen, wo die ältesten belege), s. Arnold ansiedl. u. wand. dtsch. stämme (1875) 592. im allgemeinen gebrauch bis in das 18. jh. belegt: auch me (ferner), hat ein uzmeler off der molen, so sal der banmeler beiden (warten), bit daz uzgemelt, daz in der trymeien ist, so mag dan der banmeler offschuden weist. zu Glan-Odernheim (1360, Nahegau) 143; und die (mühle) nit zergan noch buwfellig werden lassen sollent, es sige an dem ingehúse, ... an múlinen, an múlstain, an bödmen, an trimellen ... urk.-buch d. st. Rottweil 1, 460 (1443); (die müller sollen) kein getregede uf die trymeye schütten noch malen ... (1452) bei Schmidt elsäss. 359; (in einer mühle) sollen die steine von der trimmeln gehen also weit, als ein mittelmann ein gleich hett an dem mittelfinger weisth. 1, 725 (Rheinhessen 15. jh.); forth ist auch geweist zu Wiltingen eine mühle, darin solle sein ein müller also starck, dasz er möge tragen ein halb malter korn von der erden bis auff die tröme, und von der tröme wider uff die erden weisth. 2, 64 (1488 saarländ.); weiter beschreibt er (Herresbach für das Jülische) auch ein präuhausz zum bierpräuen sampt seim külfasz und trimellen Sebiz (1579) 35; infundibulum Schönsleder (1647) O o 1b; Stieler 1014 u. 2308; wann eine zargen, tremmel, ... schadhaft oder löcherlicht werden Reyscher samml. württ. ges. 14, 58 (1729). im 19. jh. nur mehr für den gebrauch der mundarten verzeichnet, s. oben, vor allem in der Schweiz, vgl. dafür auch noch Campe 4, 884a; Hübners zeitungslex. (1824) 4, 627. hier auch tromellenschemel 'unterlage der tromellen' Staub-Tobler 8, 770; der schuh am rumpfzeug (der trimelle), vgl. Karmarsch-Heeren techn. wb. 6, 9. nicht hierher gehört: tremelle, f., gallerte, zitterpilz, aus dem neulat. tremella, vgl. Hemme lat. sprachmaterial 955; Schaffer fr.-dtsch. (1834) 1292b; Oken allg. naturgesch. 3, 178; Gilow planten 3234; Wijk plantnames 1, 1345.
5464 Zeichen · 164 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    trimellef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    trimelle , f. , auch tremelle, trim(m)el, trimeie, trim, rumpf oder trichter an der altdeutschen mühle, unmittelbar über…

Verweisungsnetz

13 Knoten, 12 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 12

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trimelle

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von trimelle 2 Komponenten

trim+elle

trimelle setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — trimelle kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „trimelle". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/trimelle/dwb?formid=T11023
MLA
Cotta, Marcel. „trimelle". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/trimelle/dwb?formid=T11023. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „trimelle". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/trimelle/dwb?formid=T11023.
BibTeX
@misc{lautwandel_trimelle_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„trimelle"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/trimelle/dwb?formid=T11023},
  urldate      = {2026-05-10},
}