triesch,
m., f., n., '
brachland',
s. driesch,
m., n. in teil 2, 1408.
folgendes als nachtrag hierzu: das wort ist westgerm. ohne das ags. und westfries.; mnd. drêsch, drîsch,
mnl. driesch, drœsch, dries,
nl. driesch.
die ableitung von einem idg. *dreus-qo-,
wie Franck-van Wijk 134
meinen, ist unmöglich, da fries. trask, traask (
s. u.)
anderen anlaut fordert. zugrunde zu liegen scheint ein (
adj.)
*þreuska,
bzw. þruska, þrauska,
gebildet mit ska-
suffix zur basis *tereu-
der idg. wurzel *ter- '
reiben'
mit der grundbedeutung '
zerrieben', '
morsch',
vgl. dän. trøsk '
morsch', trøske '
mundfäule',
engl. thrush
dass. und '
hufgrind'. (
anders: wörter u. sachen 6, 24.)
in der angedeuteten ablautreihe ist eu,
welches am häufigsten bezeugt ist, repräsentiert in formen wie drysche, trysch, drisch, trisch, driesz, triesch, dresch, dres (Kilian), dreysch, dreisch
u. s. f., vgl. die belege unten. formen mit dem u-
vocal: drusch (
obd. glossar d. 14.
jh.) Diefenbach - Wülcker 369; druschen (
plur.) Bock
kreuterbuch (1565) 347
a; druskland, drusk (
adj.)
brem.-ns. wb. 1, 263.
auf au
weisen altostfries. trask (1466)
ostfries. urkb. 1, 733
Friedländer und nordfries. traask Outzen
gloss. d. fries. spr. 363. —
für die nicht seltene articulationsänderung vom sch > s
vgl. die unten folgenden belege. —
neben der regulären starken flexion steht, vornehmlich in hessischen urkunden, ein plural auf -er,
z. b. driszern (1471)
bei Crecelius
oberhess. wb. 297; trischer (1573) Lennep
landsiedelrecht 2, 78; dreischer (1583)
bei Vilmar
kurhess. 416;
in der mundart so bewahrt: driescher Pfister
nachträge zu Vilmar 54;
auch rheinfränk. drišər
rhein. wb. 1, 1490. —
das wort tritt, wo eine feststellung möglich ist, gleich als masc. und neutr. in die belege, z. t. auf engem raum vereint, wie im lothr. (Follmann 103)
und oberhess. (Crecelius 296).
einige mundarten kennen das neutr. allein, s. Bauer-Collitz 23,
andere nur das fem., s. lux. ma. 71, Fischer
schwäb. 2, 375 (treusch
e),
oder neben dem masc.: Mensing
schlesw.-holst. 1, 849, Authenrieth
pfälz. 36;
die rhein. mundarten haben alle drei geschlechter, s. rhein. wb. 1, 1490. —
verbreitet ist das wort über das gesamte niederdeutsche, nordfries., mitteldeutsche (
auszer schles.?),
schwäbische und elsässische. —
einige ältere belege als nachtrag (
s. auch Schiller-Lübben 1, 573;
rechtswb. 2, 1108): transmittimus, quod fratres Bergenses emerunt ... ab omnibus heredibus eorum terram incultam, quae in vulgari drysch vel uenne dicitur (1200)
bei Lacomblet
urkundenb. f. d. gesch. d. Niederrheins 1, 397; de driesscho, quod dicitur communis includere ... ad utilitatem communitatis decem bonaria (1241)
dtsch. rechtswb. 2, 1108; vel alia campestria, que drysche dicuntur (1326)
urk.-b. d. stadt Wetzlar 1,
nr. 1083; das malter korngülte, das er ... gekauft hat uz deme stucke an dreysch, daz da ist gelegin zuoschin den zweien wegin (1340)
ebda, nr. 1382; (
streit) um daz trsch, daran gelegin, daz man nennit d Rodesole (1342)
ebda, nr. 1426; am lerichen drizsche ober dem Holtzheimer weg (1350)
urkundenbuch d. klost. Arnsburg i. d. Wett. 477
Baur; item achte demat (
diemat) camper unde trasker, de faghet Hilmer Jtzena (1466)
ostfries. urkb. 1, 733
Friedländer (
vgl. Schiller-Lübben 6, 283); 1 placken an den driszern gilt 7 heller by der schlingken (
oberhess.)
Grüninger pfarrkirchenzinszbuch v. j. 1471,
s. 10 (
nach Crecelius
a. a. o.); item ligen nit sonderlich guether buiszen hecken im betzirck desz burgfriedensz, dan hie und dort ein klein kolplecklin und ein driesz (1509)
weist. d. kurfürstentums Trier 1, 89
Loersch; etzliche rauhe trischer und weiden (1573) Lennep
landsiedelrecht 2, 78; mit allen desselbigen ackern, wieszen, garten, dreischern (1583) Vilmar
kurhess. 416; ein wust steinicht trisch (
Binger act. v. j. 1599) Diefenbach-Wülcker 369; uff ein triesch, hüde, rasenplatz oder auch wohl auff einen gelegenen stoppel acker ... uff gestelt Aitinger
jagd- u. weidbüchlein (1681) 299.
in einer böhmischen quelle des 14.
jh. ist trisch
mit wald oder baumstümpfen bestandenes rodungsland: das erste iar gruben sie den trisch, das ander jar ackerten sie und pflügten
d. pehem. cronica dewcz, abschn. 2
in fontes rer. Bohem. 3, 258 (
im tschechischen original: łaz vzkopachu);
dann aber, falls nicht frei übersetzt, in sonderbarer verwendung wie '
stumpf': namen ein junckfrawe, die hies Scharka und saczten die neben den wege auf einen trisch
ebda, abschn. 13,
fontes 3, 262 (
tschech.: na jeho cěstě vsadichu ju na kłádu).
die mundarten, in denen das wort häufig als flurname vorkommt, zeigen nicht unerhebliche bedeutungsvarianten, vgl. z. b. rhein. wb. 1, 1490;
siebenbürg.-sächs. wb. 2, 78; Schön
Saarbrücken 51; Hentrich
Eichsfeld 91; Schambach
götting.-grubenhag. 47.
vgl. die redensart: ängder (
unter) den dresch kun
ins grab sinken, sterben sieb.-sächs. wb. 2, 78;
übertragen: driesch
trübes wetter rhein. wb. 1, 1490.
in zusammensetzungen. -acker: unsern trischenäckern (
Bingen, 17.
jh.) Diefenbach-Wülcker 369; -land: driesland, dresland Kilian (1623) g 4
a; wüstungen und trieschland
handwb. d. staatswiss. 24, 155;
mundartlich: drieschlond
unbebaute weide Schön
Saarbrücken 51; druskland
land, das brach liegt brem.-ns. wb. 1, 263.