triebwerk,
n. ,
seltener treibwerk;
bewegung gebende maschinelle einrichtung, räderwerk u. s. w. schon im frühen 17.
jh. 11) diesz ist abermals ein ander art gleich den vorigen schöpffwercken, mit gewichten, so durch ihr driebwercke die schöpffkasten auffziehen Benj. Bramer
in Jac. de Strada
künstl. abrisz 2 (1618) 9; Lore ... überreichte mir sodann eine sehr kostbare uhr, auf welcher durch das
[] innere triebwerk der ganze lauf des himmels ... angezeiget wurde
Leipziger avanturieur (1756) 2, 111; so wie des triebwerks gang nur äuszerlich an uhren, so sieht dein aug, o mensch, gerechter vorsicht spuren
anmut. gelehrsamk. 6, 276
Gottsched; betrachte dich bei allen schritten als wie ein triebwerk, das gelitten, und das man langsam bessern musz, um es nicht gänzlich zu zerrütten
Gött. musenalm. (1770) 102; so sah ich in Sprottau eine wiege, welche vom wasser, durch ein angebrachtes triebwerk, in bewegung erhalten wurde Laukhard
leben (1791) 2, 441;
modern: triebwerk, das laufende zeug an mechanischen einrichtungen, z. b. die dampfmaschinenteile der lokomotive Lueger 7, 722;
für eine gröszere anlage: wasserkraftanlagen, bei welchen das triebwerk an einer abzweigung (werkkanal) des gestauten wasserlaufs liegt
hdb. d. binnenfischerei 6, 36.
in bildlichem gebrauch: wir männer sind die willigsten maschinen, denn unser ganzes triebwerk ist meist unsrer schönen wink Fr. Löwen
schr. (1765) 3, 168; sie sehen das gehäuse und den zeiger, nicht das innerliche triebwerk des verdienstes Gellert
sämtl. schr. 6, 238; überdem war es ja endlich auch der mühe wert, das grosze triebwerk der maschine (
Frankreich), die ganz Europa erschüttert hatte, einmal in der nähe kennen zu lernen Görres
ges. schr. 1, 37. 22)
uneigentlich: die gestalt des menschen ist doch nur eine hülle des innern triebwerks Herder 13, 280
S.; wer von glas ist, hat die verpflichtung, korrekt zu leben; er kann ja jeden augenblick in seinem triebwerk kontrolliert werden Fontane
ges. w. I 4, 205;
gern mit einem genitivobject: läuft dieses grosze triebwerk der welten von sich selber? Dusch
verm. w. (1754) 52; Newton (
kam) auf die grosze erfindung ..., die schwere zu einem allgemeinen triebwerke der natur zu machen
briefe, d. neueste lit. betr. 13 (1762) 12; das triebwerk der natur kannst du allein, ihr meisterwerk, der schöpfung schöpfer sein Herder 23, 310
S.; alles hervorstreben in irgend einem menschen, das ganze triebwerk seines geistes und seines herzens, wird durch langeweile ... zerdrückt und gehemmt Zimmermann
einsamkeit 1, 34; wer in das geheime triebwerk der dinge sehen könnte, wie einfach würde der die gesetze der menschlichen natur finden Gervinus
gesch. d. deutschen dichtung (1853) 2, 164; von dem groszen triebwerke der welt hat sich eine kruste lähmenden staubes um meine seele gelegt Rosegger
schriften I 5, 124; wer das triebwerk der ausbildungsperioden nur einigermaszen kennt, wird sich von der unbedingten notwendigkeit der ersatzstellung im oktober überzeugen Wilhem i.
milit. schr. 2, 187.
ungewöhnliche anwendungen: mich macht man zum triebwerk des namenlosen schurkenstreichs L. A. Hoffmann
Wertherfieber (1785) 114; das salz (
ist) das vornehmste triebwerk des wachstums und die quelle der fruchtbarkeit Kant (1837) 9, 11.
fast wie '
beweggrund', '
ursache',
vgl. triebfeder 2: ein einziger blick von eigennutz ..., der aber das ganze triebwerk unsers tuns ist J. E. Schlegel
werke 3, 346; dein vermeinter tod ... war nicht das schwächste triebwerk des entschlusses Ayrenhoff
werke 2, 268; ich habe für nötig erachtet, die gestalt der Grönländer ... von der guten und schlechten seite zu zeigen, und so viel nur möglich, dem grunde und triebwerk ihrer handlungen nachzuspüren W. Cranz
hist. von Grönland (1770) 1, 251;
von der bildlichen vorstellung ganz gelöst ist triebwerk zu etwas: über dieses mächtige triebwerk zur christlichen tugend hätten wir gern hr. Spaldings gedanken gelesen
allg. deutsche bibl. 1, 2, 115.