tremse,
f.,
centaurea cyanus, kornblume; auch trimse Köne
pflanzennamen 33; tremisse, trempe Holl
wb. dtsch. pflanzenn. 107
a;
nl. tremske.
das verbreitungsgebiet ist Norddeutschland, vor allem der nordwesten: tremese
flaviola voc. Strals. (15.
jh.)
bei Schiller-Lübben 4, 610; tremissen
baptisecula, cyanus Chyträus
ebda. als ndd. notiert auch bei Adelung 4, 667.
die idiotika bezeugen diese geographische begrenzung: tremisse, trems
brem-nds. 5, 106; trems Schütze
holst. id. 4, 279; Schumann
Lübeck 7; Dähnert 494; triems Jellinghaus
Ravensb. ma. 153; tremse Schambach
Götting. 234;
s. auch Pritzel-Jessen 86;
das charakteristische merkmal der tremse
ist die blaue farbe, daher gern in vergleichen: so blau as an trems Schütze
a. a. o.; wie sie ihn letztlich ans land brachten, befand es sich, dasz er sich das genicke abgestürtzt, und bereits so blau als eine trembse anzusehen war Meinhold
bernsteinhexe 244;
ihrem bescheidenen ländlichen milieu entsprechend wird sie gern in idyllischer dichtung gebracht: des ackers blaue tremsen Stolberg 4, 228; Schmidt v. Werneuchen
ged. (1797) 87;
vgl.'tremsen', plattdeutsche dichtungen in Mecklenburger mundart von Fr. und K. Eggers 1875 (
buchtitel); so lang stünn denn bi eren (
mutters) platz an't finster de vulle, schöne strusz von blage tremsen
ebda 8; die wiederkehrenden dirnen brachten, geflochten aus trämsen und rade gewaltige kränze, wanden Jucunden sie erst, und dann der hüpfenden Tecla um den schmächtigen leib Kosegarten
Jucunde (1843) 9;
in derselben verwendung tremsenkranz: (
ich trage) einen blauen trämsenkranz um mein hellgelbes haar Kosegarten
rhapsodien (1794) 2, 354; im blauen tremsenkranz juchhein zu weidenflöten und schalmein die kinder, rund und rot Voss
s. ged. (1802) 2, 91;
ähnlich: ihr freundliches antlitz schirmte, gekränzt mit tremsen, der feingeflochtene strohhut
ebenda 1, 18; die blaue kornblume nannte der vorfahr tremisse, tremse oder schönchen, von trim
ders. zeitmessung (1802) 73; tremse, rade und rittersporn blühen H. Löns
aus forst u. flur 123. —