trampen,
vb. , '
plump, schwer, geräuschvoll auftreten'.
in den ältesten germ. sprachstufen nicht belegt. in derselben bedeutung me. trampe,
engl. tramp;
mnd. trampen (
belege bei Schiller-Lübben 4, 606
a);
daraus entlehnt schwed. trampa,
norw., dän. trampe.
lautnachahmend. ablautendes deverbale zu einem untergegangenen starken vb., das im got. anatrimpan '
bedrängen' (managei anatramp ina du hausjan waurd gudis
Luc. 5, 1)
in übertragener verwendung hochtaucht? auszergerm. entsprechungen fehlen; vgl. dazu unter traben,
sp. 952/3;
ferner Walde-Pokorny 1, 756; Falk-Torp 2, 1278; Feist
etym. wb. d. got. spr.2 33.
das wort wird in schriftsprache und mundart immer stärker durch die daraus abgeleitete iterativbildung trampeln (
s. d., sp. 1180)
verdrängt; vgl. Heynatz
dtsch. antibarb. 2, 476;
ferner trampsen,
sp. 1185.
erst im nhd. nachweisbar: für calcare in einem nd.-lat. wb. nach 1400 Dief.
nov. gl. 65
b;
to trample with your feet Ludwig (1716) 2000;
vgl. Kramer (1702) 2, 1114
b;
c.
im gesamten deutschen sprachgebiet mundartlich reich bezeugt, überall mit unverschobenem -p-,
das sich im obd. aus dem lautnachahmenden charakter des wortes erklärt: z. b. Siebs
Helgold. 295
b; Jensen
nordfries. 638; Fulda
versuch 552; ten Doornkaat - Koolman 3, 429
a;
brem. wb. 5, 97; Richey
id. Hambg. 311; Schütze
holstein. wb. 4, 274; Dähnert
pommersch. ma. 493
b; Woeste
westfäl. 273
b; Bauer-Collitz
waldeck. wb. 105
a; Schambach
Götting.-Grubenhg. 233
a; Damköhler
Nordharz. 195
b; Kehrein
Nassau 1, 407; Hertel
Thür. 246; Jungandreas
schles. zeitwortbildg. 97; Martin-Lienhart
elsäss. 2, 758; Fischer
schwäb. 2, 314; Stalder
id. 1, 296; Hunziker
Aargauer wb. 58; Seiler
Basler ma. 83
b; Unger-Khull
steir. 166
a.
sogar in die maa. der französischen Schweiz entlehnt als trãpo '
hinkend', trãpeyi, trãpəna '
hinkend (
oder sonst schwerfällig)
gehen' Tappolet
d. al. lehnwörter in d. maa. d. frz. Schweiz 2, 175.
niemals in der ma., nur in der schriftsprache erscheint daneben selten die künstlich verschobene form trampfen (
s. d.). 11) trampen
bezeichnet die charakteristische gangart des plumpen, schwerfälligen bauern: dort sih ich schon etlich her trampen, ein buschel bawrn daher stampen Joh. R. Fischer (1623)
bei Brenner-Hartmann
Bayerns maa. 1, 170
b; einher trampen wie ein bauer Adelung 4, 1026.
von daher erweitert für das entsprechend schwerfällige, geräuschvolle gehen jedes menschen: dannocht muszt er ein priester sin ... vorm altar trampen hin und har und handlen da sin koufmanswar J. v. Watt
deutsche hist. schr. 3, 420; ich habe die welt ein wenig besser durchgetrampet und mancher sauberen pfützen die augen auszgetreten Rist
friedewünsch. Teutschland (1648) 107; der begeisterte Kugler trabte scharf wie ein gaul, wegen seines hinkenden beines. Berthold erschrak über sein teuflisches trampen A. v. Arnim
w. 3, 239
Grimm; ihr trampt wie ein hausknecht Immermann
w. 2, 124
Boxb. das begleitende dumpfe poltern wird vielfach durch eine schwerfällige fuszbekleidung hervorgerufen: sie hörten ihn mit seinen groszen, schwerfälligen stiefeln über die dunkle diele trampen und stolpern Frenssen
Jörn Uhl 9.
von thieren: da den trampenden lauf (
der rosse) er herumdreht in den gemessenen kreis Voss
Ovid 1, 27, 78; man hörte ein schweres trampen, wie von einem elefanten; mit dumpfem poltern und schlagen kam es näher Frenssen
Hilligenlei 356. 22)
gelegentlich von dem leidenschaftlich erregten aufstampfen der füsze auf der stelle ohne fortbewegung, wofür allgemein trampeln
üblich ist: haben sie sich unterstanden, mit dem fusz zu trampen und sie anzufahren Hebbel
tageb. 2, 427
Werner; so auch transitiv: dann wurde sehr politisch geredet, dann sagte er: kaput getrammpt musz die bande werden Löns
dahinten in d. haide 52.