trägerin,
f.,
seit dem ahd. in dem compos. chinttragerinne
s. u. bezeugt; im wesentlichen in denselben bedeutungen wie träger
verwandt, nur dasz es naturgemäsz eine entsprechung zu der bedeutung von träger 3 a, b, c
nicht gibt; zu der von 1 a '
lastträgerin'
sind zwar ansätze vorhanden, eine berufssprachliche ausprägung aber fehlt: item wer das mahl gibt, der sol der gseinerin oder tragerin geben ein brot
tirol. weisthümer 4, 37; träger und trägerinnen ..., welche das obst in die tiefsten schluchten des felsgebirges verkäuflich hintragen Göthe I 24, 97
W.; vgl. drägersch '
lastträgerin' Hönig
Köln. 36
a sowie besendregern
eine frau, die besen im umherziehen verkauft (1405) K. Bücher
berufswb. 28
b; dasz er einer armen brottragerin ... brot genommen (
a. d. j. 1611) Frz. Schmidt
richten 115
Keller. dagegen entspricht die verwendung der bedeutung 1 b
und 1 c
völlig der des masculinums. zu 2
gehört: ist das weib sovil, das si irer kinder tragerin mag sein, so mag si das selb gut ir und iren kindern emphahen von aim ambtman als ain tragerin (
anfang 16.
jh.)
steir.-kärnt. taidinge 41
Bischoff-Schönbach; zu 3: als trägerin der feuchtigkeit ... kommt nur die luft in betracht Muspratt
chemie (1905) 8, 476;
zu 4: die elastische natur der schallenden körper und der luft als trägerin des schalles Herder 22, 64
S.; die luft ist die 'trägerin des schalles' also auch die trägerin der sprache Humboldt
kosmos 1, 332.
hinzu kommt in älterer zeit trägerin '
die ein kind auf den armen trägt', '
kinderwärterin', '
amme': und do Noemi hett entphangen das kint, sy legt es in ir schosz, und sy gewonet des amptz der tragerin und der zieherin (
nutricis ac gerulae)
erste dtsche bibel 4, 437
lit. ver., vgl. gerula trägerin,
nd. dragerin Diefenbach 261
b neben glossierungen wie dregersche
und kindermeyt
ebda; hierher wohl auch: du (
frühlingszeit) bist der jugend pflegerin, du bist des alters trägerin Weckherlin
ged. 2, 375
lit. ver.; weiterhin trägerin
die, die leibesfrucht trägt oder getragen hat, gebärerin, wie mnd. dregersche
s. Schiller-Lübben 1, 570
a;
von Maria als trägerin Christi: der reinen gotes tragærinne ..., der süezen muoter unde magt bruder Philipp
Marienleben 9086
Rückert; Maria, Kristi tregerinne
mystiker 1, 78
Pfeiffer; sie (
Maria) beruompt sich deren nit, do sie gott selber in yr truog; nit sprach sie, ich bin ein trägerin gottes Keisersberg
bilgerschafft (1512) 190
c; er habe vil brieff an Mariam geschrieben, darinn er ir allwegen den titel gegeben, das er sie Christiferam, das ist Christi trägerin genennet L. Raber
historien der martyrer (1591) 218
a; eine fromme mutter tröstet sich ihrer leibesfrucht, so sie under dem hertzen trägt, durch dieselbe wird sie auch ... ihrem ehemann lieb ... dann wie solle er die trägerin seines fleisches und bluts können verlassen und hassen? Dannhawer
catech.-milch 5 (1669) 674.
vgl. chinttragerinne
puerpera aus einer hymneninterlinearversion (12.
jh.)
bei Graff 5, 500.